Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Merkel-Nachfolge

Kramp-Karrenbauer warnt vor "ruinösem Wettbewerb"

Zu ihrer eigenen Kandidatur für den CDU-Vorsitz will sich Annegret Kramp-Karrenbauer erst am Mittwoch äußern. Auf einem Parteitreffen in Berlin nannte die Generalsekretärin mögliche Risiken beim Kampf um die Merkel-Nachfolge.

Foto: DPA
Dienstag, 06.11.2018   22:16 Uhr

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat einen fairen Wettbewerb der Kandidaten für den CDU-Vorsitz angemahnt. "Es darf kein ruinöser Wettbewerb sein, der am Ende eine Partei zurücklässt, die nicht mehr geschlossen ist", sagte die Politikerin, die selbst für die Nachfolge von Angela Merkel kandidiert, bei einer Veranstaltung des Berliner CDU-Kreisverbandes Reinickendorf.

Kramp-Karrenbauer hatte via Twitter angekündigt, sich am Mittwoch erstmals öffentlich zu ihrer Kandidatur äußern zu wollen. Sie sei überzeugt, "dass ich das mitbringe, was man als Parteivorsitzende braucht, um eine Partei nach vorne zu bringen", sagte sie bei der CDU-Veranstaltung dazu.

Vielzahl der Kandidaten ein "Ausdruck von Qualität"

"Es ist ein guter Befund, dass wir jetzt nicht wochenlang auf die Suche gehen müssen", sagte Kramp-Karrenbauer. Es gebe vielmehr gleich mehrere geeignete Kandidaten für den Parteivorsitz. "Das ist Ausdruck von Qualität dieser Partei." Allerdings dürfe sich die CDU nun nicht bis zum Parteitag im Dezember wochenlang mit sich selbst beschäftigen und nicht "um den eigenen Bauchladen kreisen". Das würden die Menschen in Deutschland nicht verstehen.

Fotostrecke

Angela Merkel: 18 Jahre CDU-Chefin - ein Rückblick

Kramp-Karrenbauer gilt als aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge von Parteichefin Merkel. Neben der Saarländerin werden Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn Chancen eingeräumt. Insgesamt haben bislang zwölf CDU-Mitglieder ihre Kandidatur für den Parteitag Anfang Dezember in Hamburg angemeldet.

NRW-CDU legt sich nicht auf Merkel-Nachfolger fest

Merz und Spahn präsentierten am Dienstagabend vor der CDU in Nordrhein-Westfalen die Beweggründe für ihre Bewerbungen. Beide versicherten, es werde keine erbitterte Auseinandersetzung, sondern einen fairen Wettstreit geben. NRW hat beim Bundesparteitag mit fast einem Drittel der gut tausend Delegierten besonders großes Gewicht.

Der Landesvorstand in Düsseldorf beschloss nun, sich nicht auf einen Kandidaten für die Merkel-Nachfolge festzulegen. Jeder Delegierte des Hamburger Bundesparteitags könne sich selbst ein Bild machen und am 7. Dezember entscheiden, sagte Landesparteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Über die drei Kandidaten sagte er: "Ich schätze alle drei, und so geht es vielen in unserem Landesverband."



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

sth/aar/dpa

insgesamt 12 Beiträge
doc1234 07.11.2018
1. Wer hat denn da Angst?
Na wenn es mehr nicht ist, aber dass es innerhalb der CDU zu einem ruinösem Wettbewerb kommt ist falsch. Frau KK will lediglich den Job bekommen und das linksliberale Merkelgetue weitermachen. Das war so in der Art aber nie die [...]
Na wenn es mehr nicht ist, aber dass es innerhalb der CDU zu einem ruinösem Wettbewerb kommt ist falsch. Frau KK will lediglich den Job bekommen und das linksliberale Merkelgetue weitermachen. Das war so in der Art aber nie die CDU sondern das sollte man den Grünen überlassen. Der Kern der CDU sollte wieder ins Wertekonserative gerückt werden mit einem realistischem Blick was am links-liberalen Spektrum geht ohne sich zu verbiegen und den Rest den Grünen überlassen, die denken als Minderheit der Mehrheit vorschreiben zu müssen wie die Mehrheit zu leben hat und das ist dann Demokratie und dem Grundgesetz konform. Aber die CDU sollte sich auf Ihre Werte besinnen, sich den Zeiten anpassen aber nicht so wie Frau Dr. Merkel es machte und den sozialen Sprengstoff für die nächste Rezession einwandern lassen. Also keine Angst vor Spahn und Merz und die alten Merkelseilschaften sollten in die 2. und 3. Reihe zurücktreten, das beste aus Ihrer Politik retten und das Experiment CDU und links verlassen, das geht nicht, man sieht es.
furorteutonikus 07.11.2018
2. Wo verortet AKK "vorn"?
Nach vorn bringen...Dazu sollte AKK aber schon wissen wo "vorn" ist. Gerade AKK steht für Business as usual, also weiter so. Wer möchte das noch? Bisher wurde immer so getan als ob AM unersetzlich sei. Wie man sieht, [...]
Nach vorn bringen...Dazu sollte AKK aber schon wissen wo "vorn" ist. Gerade AKK steht für Business as usual, also weiter so. Wer möchte das noch? Bisher wurde immer so getan als ob AM unersetzlich sei. Wie man sieht, ist es nicht so. Und das ist gut so.
fördeanwohner 07.11.2018
3. -
Wäre es für mich von Bedeutung, so wäre ich für AKK, weil sie die Einzige ist, die besonnen und einigend agieren kann. Aber da ich eh nicht CDU wähle, bin ich selbstverständlich für Herrn Spahn, damit die CDU möglichst [...]
Wäre es für mich von Bedeutung, so wäre ich für AKK, weil sie die Einzige ist, die besonnen und einigend agieren kann. Aber da ich eh nicht CDU wähle, bin ich selbstverständlich für Herrn Spahn, damit die CDU möglichst bald weg vom "Regierungsfenster" ist und damit Raum für sozialere Kräfte in unserem Land entsteht. Gut wäre das insbesondere für die SPD, wenn sie sich dann auch neu aufstellte, was aber mit Spahn sowieso notwendig wäre. Meine Hoffnung auf Grün-Rot oder Rot-Grün ist noch nicht gestorben. Also: Spahn for Parteivorsitz!
pefete 07.11.2018
4. Mir ist es
egal, wer sich dort Profiliert. Das größere Problem ist, dass derjenige sich bei der nächsten Bundestagswahl als Kanzlerkandidat aufstellen lässt und die Gefahr besteht auch gewählt zu werden...
egal, wer sich dort Profiliert. Das größere Problem ist, dass derjenige sich bei der nächsten Bundestagswahl als Kanzlerkandidat aufstellen lässt und die Gefahr besteht auch gewählt zu werden...
mariakar 07.11.2018
5. Ich halte AKK für deutlich
konservativer als AM. Auch hat sie schon Wahlen gewonnen. Auch eine Koalition platzen zu lassen, bzw. aufzulösen hat sie durchgeführt, als klar war, dass so keine Regierungsarbeit beleistet werden kann. Sie hat sich dabei dem [...]
konservativer als AM. Auch hat sie schon Wahlen gewonnen. Auch eine Koalition platzen zu lassen, bzw. aufzulösen hat sie durchgeführt, als klar war, dass so keine Regierungsarbeit beleistet werden kann. Sie hat sich dabei dem Votum der Wähler gestellt, auch auf die Gefahr hin, die Wahl zu verlieren. Diesbezüglich ist sie deutlich zupackender als AM und weniger zögerlicher. Auch in ihren bisherigen Aussagen spricht sie klare und verdeutlicht ihre Ansicht. Deshalb verstehe ich nicht, wie sie landläufig als AMzwei oder kleine Mutti bezeichnet werden kann. Was können Spahn und Merz vorweisen, letzterer zog sogar vor das Bundesverfassungsgericht, weil er seine Nebeneinkünfte nicht veröffentlichen wollte. Das zu einem Zeitpunkt, als er noch Angestellter von uns Bürgern war. Da frage ich mich schon, wem diente er eigentlich. Und Spahn hat in der Vergangenheit mit diversen Aussagen eine gewisse sozial Kälte an den Tag gelegt, die einen schauern lässt.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP