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Politik

Obama bei Merkel im Kanzleramt

Mach's gut, ich muss geh'n

Eine politische Freundschaft, ein vertrauliches Gespräch, aber ganz ausdrücklich kein Zeichen an Donald Trump: Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich im Kanzleramt mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama.

Foto: Hannibal Hanschke/REUTERS
Freitag, 05.04.2019   17:20 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama zu einem anderthalbstündigen Meinungsaustausch getroffen. Zentrales Thema dürften die angespannten transatlantischen Beziehungen gewesen sein. Diese hatten sich nach dem Amtsantritt von Obamas republikanischem Nachfolger Donald Trump deutlich verschlechtert. Ein großer Streitpunkt zwischen Merkel und Trump ist die protektionistische Wirtschaftspolitik des Amerikaners.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es handelte sich um einen vertraulichen Termin. Die Kanzlerin empfange den früheren US-Präsidenten zu einem Gespräch - wie es immer wieder vorkomme, dass sie mit früheren Präsidenten und Regierungschefs, "mit denen sie eine Strecke lang eng und gut zusammengearbeitet hat, auch durchaus nach deren Zeit noch einmal zusammentrifft". Auf die Frage, ob das Treffen auch ein klares Zeichen an Trump sei, sagte Seibert: "Diesem Eindruck würde ich entschieden widersprechen."

Zwischen Merkel und Obama hatte sich dagegen in dessen achtjähriger Amtszeit eine Art politische Freundschaft entwickelt, obwohl beide unterschiedlichen Parteienfamilien angehören. Das Gespräch sei nicht presseöffentlich, teilte eine Regierungssprecherin mit.

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Obama bei Merkel: Eine politische Freundschaft

Am Vorabend wurde Obama auf der Veranstaltung "World Leadership Summit" in Köln von mehr als 14.000 Menschen gefeiert. Der demokratische Politiker äußerte sich unter anderem "zuversichtlich und vorsichtig optimistisch", dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden. Obama nannte Trump mit keiner Silbe, dennoch wurde an verschiedenen Stellen deutlich, wer jeweils gemeint war.

Obama hob auch hervor, dass Entscheidungen und Diskussionen auf der Grundlage von Fakten stattfinden müssten. "Ich bin ein großer Anhänger aufklärerischer Werte wie Fakten, Vernunft, Logik", sagte der 57-Jährige. "Eine Demokratie definiert sich darüber, dass sie unterschiedliche Meinungen zulässt, aber sie kann nicht funktionieren, wenn grundlegende Fakten infrage gestellt werden."

Zum 70. Jahrestag der Nato-Gründung dürfte zwischen Merkel und Obama auch die Forderung Trumps nach einem deutlich höheren Beitrag der Deutschen für das Verteidigungsbündnis eine Rolle spielen. Auch Obama hatte immer wieder mehr Verteidigungsanstrengungen der Nato-Partner gefordert, allerdings nicht so aggressiv wie Trump. Die Nato-Mitglieder hatten sich 2014 - während seiner Amtszeit - verpflichtet, sich bis 2024 auf die Zielmarke von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zuzubewegen. Deutschland hat nur 1,5 Prozent bis 2024 fest zugesagt.

Obama nimmt am Samstag in Berlin an einem "Town Hall"-Treffen teil. Dabei will er sich den Fragen von rund 300 jungen Menschen aus ganz Europa stellen, die sich in Bereichen wie der Zivilgesellschaft, der Integration oder der Ernährungssicherung engagieren. Zudem will er sich mit etwa 20 Vertretern der Umweltaktivisten von "Fridays for Future" in Berlin treffen. Obama war schon mehrmals in Berlin. Zuletzt nahm er im Mai 2017 beim Kirchentag gemeinsam mit Merkel an einer Podiumsdiskussion teil.

asa/dpa

insgesamt 63 Beiträge
olivk 05.04.2019
1. Bärendienst
"Ausdrücklich kein Zeichen an Trump" - wers glaubt. Donald Trump wird das verfolgen und Frau Merkel bei nächster Gelegenheit spüren lassen, was er davon hält. Am Ende fällt der politische Schaden auf Deutschland [...]
"Ausdrücklich kein Zeichen an Trump" - wers glaubt. Donald Trump wird das verfolgen und Frau Merkel bei nächster Gelegenheit spüren lassen, was er davon hält. Am Ende fällt der politische Schaden auf Deutschland zurück. Und das alles wegen ein paar schöner Bilder.
telis 05.04.2019
2. turteln
ob das turteln der beiden so schlau war mit sicht auf die zukünftigen beziehungen zur usa wage ich zu bezweifeln.
ob das turteln der beiden so schlau war mit sicht auf die zukünftigen beziehungen zur usa wage ich zu bezweifeln.
KaiDannies 05.04.2019
3. @olivk
Warum geht es denn ein anderes Staatsoberhaupt etwas an, mit wem unsere Bundeskanzlerin Gespräche führt?
Warum geht es denn ein anderes Staatsoberhaupt etwas an, mit wem unsere Bundeskanzlerin Gespräche führt?
solynieve 05.04.2019
4. Man muss nicht kuschen
Wenn sich Merkel und Obama treffen wollen, sollen sie das tun, egal was die momentane US-Regierung auch immer denken mag. Und die zukünftigen Beziehungen zur USA sollten viel emanzipierter sein, als sie es jetzt sind. Meiner [...]
Wenn sich Merkel und Obama treffen wollen, sollen sie das tun, egal was die momentane US-Regierung auch immer denken mag. Und die zukünftigen Beziehungen zur USA sollten viel emanzipierter sein, als sie es jetzt sind. Meiner meinung nach sollte Deutschland viel konfrontativer sein und sich nicht ständig erpressen lassen.
cucaracho_enojado 05.04.2019
5. @1 und @2: Ach?
Wir sollten also besser vor dem OrangeMan kuschen?! :-D
Wir sollten also besser vor dem OrangeMan kuschen?! :-D

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