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Politik

Grüner Fraktionschef Trittin

Brandanschlag war Tat von "Idioten"

Die Grünen verurteilen den Sabotage-Akt auf die Berliner S-Bahn: Die Täter seien keine Atomgegner, sondern "Idioten", schimpfte Fraktionschef Jürgen Trittin. Der Staatsschutz verfolgt nach dem Anschlag eine Spur, die offenbar in linksextreme Kreise führt.

Dienstag, 24.05.2011   14:04 Uhr

Berlin - Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin zieht eine scharfe Trennlinie zwischen dem Brandanschlag auf die Berliner S-Bahn und den Protestmitteln von Anti-Atomkraft-Aktivisten: "Das waren keine AKW-Gegner, das waren einfach Idioten", sagte Trittin am Dienstag im Bundestag. Grund: In einem Bekennerschreiben hatten die Verfasser ihre Tat nach Polizeiangaben auch in einen Zusammenhang mit dem Thema "Anti- Atom" gestellt.

Trittin warf den Tätern vor, letztlich den Betreibern von Kernkraftwerken in die Hände zu spielen. Die Tat sei Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ein massives Interesse daran hätten, dass die Bevölkerung wegen der Energiewende Angst um die Versorgungssicherheit bekomme. Das seien genau jene, die Atomkraftwerke möglichst lange betreiben wollen.

Nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz war der Zugverkehr in der Hauptstadt und in Brandenburg auch am Dienstag weiter beeinträchtigt. Hunderte Kabel müssen neu verlegt werden. Die Bautrupps arbeiteten die Nacht durch. Der Staatsschutz verfolgt eine Spur, die in linksextreme Kreise deutet.

Die Behörden halten ein entsprechendes im Internet verbreitetes Bekennerschreiben für authentisch. Darin begründen die Verfasser ihre Tat mit Themen wie "Anti-Atom", "Antimilitarismus" und "Antirassismus/Flüchtlingsproblematik".

amz/dapd

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