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Politik

Joschka Fischer zur Bundestagswahl

"Eine rot-grüne Perspektive gibt es nicht"

Für Joschka Fischer spielt es angeblich keine Rolle, ob Martin Schulz oder Angela Merkel die Bundestagswahl gewinnt - weil Rot-Grün ohnehin keine Chance habe. Der Linkspartei wirft er Nationalismus vor.

DPA

Joschka Fischer

Freitag, 17.03.2017   17:11 Uhr

"Ich mache mir über die Kanzlerfrage ehrlich gesagt keine Gedanken": Für Joschka Fischer spielt es angeblich keine große Rolle, welche Partei aus der Bundestagswahl im September als Sieger hervorgeht - und damit auch den Kanzler stellt. "Natürlich, wenn es eine rot-grüne Perspektive gäbe, sähe das für mich als alter Rot-Grüner etwas anders aus", sagte Fischer in Berlin - "aber das gibt es ja nicht."

Nach Ergebnissen verschiedener Umfrageinstitute und des SPON-Wahltrends würde es trotz des Umfragenhochs der SPD nicht für eine rot-grüne Regierungsmehrheit reichen. Union und SPD halten sich jeweils konstant über der 30-Prozent-Marke. Grüne, Linke und FDP verharren bei Werten um die sieben Prozent (lesen Sie hier die komplette Auswertung). Rot-Grün käme auf etwas über 38 Prozent.

Für den einstigen Außenminister und Vizekanzler macht es mit Blick auf die Europapolitik angeblich "keinen großen Unterschied", ob SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz oder Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Ruder seien. Das sagte er während einer Veranstaltung von Hamburgs Regierendem Bürgermeister Olaf Scholz, der in Berlin sein Buch "Hoffnungsland" vorstellte.

Wegen der Umfragewerte haben sich Politiker von SPD, Linken und Grünen bereits im Oktober 2016 getroffen, um die Perspektiven für ein solches Bündnis zu erörtern. Davon hält Fischer aber nichts.

"Weil das hieße, dass die Nationalisten von Links in der Bundesregierung wären." Vor allem mit Blick auf die Russland-Politik habe er "keine guten Erwartungen", mit Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht sei "da nicht wirklich ein Staat zu machen".

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mho/dpa

insgesamt 83 Beiträge
held_der_arbeit! 17.03.2017
1. Hat er auch eine Begründung dafür
...warum die Linke für ihn eine Partei von Nationalisten ist? Oder sind das nur die nicht totzukriegenden PDS Ressentiments? Als SPD Wähler der hauptsächlich nach der Wende aufgewachsen ist muss ich nämlich feststellen das die [...]
...warum die Linke für ihn eine Partei von Nationalisten ist? Oder sind das nur die nicht totzukriegenden PDS Ressentiments? Als SPD Wähler der hauptsächlich nach der Wende aufgewachsen ist muss ich nämlich feststellen das die Linke mittlerweile zumindest auf kommunaler Ebene noch so ziemlich das demokratischste ist was wir haben. Petitionen, Studentenproteste, Kritik am Geklüngel mit der Wirtschaft...zumindest in Hamburg läuft sowas alles über die Linke. Andere Parteien scheinen ihre Bürger eher lästig zu finden ;)
dr.könig 17.03.2017
2. Das Orakel Joschka
Was er hier schreibt ist realitätsfern. Das geht vielen sogenannten Staatsmännern so. Die eigene Tätigkeit versieht man im Rückblick gerne mit einem Glorienschein ! ? R2G wäre mehrheitsfähig( im Moment schon zus. 47 % ) [...]
Was er hier schreibt ist realitätsfern. Das geht vielen sogenannten Staatsmännern so. Die eigene Tätigkeit versieht man im Rückblick gerne mit einem Glorienschein ! ? R2G wäre mehrheitsfähig( im Moment schon zus. 47 % ) und man sollte es nach der Wahl zumindestens ausloten. Joschka kann ja seiner Partei ein paar gute Hinweise geben, welche Punkte seiner Meinung nach essentiell wären. Bei seinen Koalitionen lief auch nicht immer alles von Anfang an so richtig rund !
josho 17.03.2017
3. Ach Joschka...
....also lieber wieder die Schwarzen weiter machen lassen als mit Frau Wagenknecht über die Russlandpolitik zu streiten? Das passt genau zum Gesang des Duos Özdemir/Göhring -Eckhardt. Kein Wunder, dass die Grünen demnächst [...]
....also lieber wieder die Schwarzen weiter machen lassen als mit Frau Wagenknecht über die Russlandpolitik zu streiten? Das passt genau zum Gesang des Duos Özdemir/Göhring -Eckhardt. Kein Wunder, dass die Grünen demnächst über die 5 % Hürde stolpern. Was ist nur aus dieser einst so wunderbar unbequemen Partei geworden.....
egonon 17.03.2017
4. Der Mann hat Weitblick.
Auch wenn Joschka Fischer aus der aktiven Politik schon lange abgetreten ist, beeindruckt mich nach wie vor, welche Persönlichkeitsentwicklung er mit den Jahren gemacht hat und das seine Analysen immer noch fundiert sind. Schade, [...]
Auch wenn Joschka Fischer aus der aktiven Politik schon lange abgetreten ist, beeindruckt mich nach wie vor, welche Persönlichkeitsentwicklung er mit den Jahren gemacht hat und das seine Analysen immer noch fundiert sind. Schade, dass das jetzige Spitzenpersonal der Grünen nicht sein Format hat. Vielleicht hätte jemand wie er den Niedergang aufhalten oder gar abwenden können. Seine Einschätzung der Erfolgsaussichten dieser Partei kann ich nur teilen.
Dumme Fragen 17.03.2017
5. Da liegt er nicht ganz falsch
Aber was sind die Alternativen? Wenn die SPD noch mal in eine "Große Koalition" geht, endet sie irgendwann wie die PvdA. Für Schwarz-Gelb reicht es nicht. Schwarz-Braun oder Schwarz-Grün sehe ich auch nicht so [...]
Aber was sind die Alternativen? Wenn die SPD noch mal in eine "Große Koalition" geht, endet sie irgendwann wie die PvdA. Für Schwarz-Gelb reicht es nicht. Schwarz-Braun oder Schwarz-Grün sehe ich auch nicht so wirklich. Bleibt Schwarz-Grün-Geld und Rot-Grün-Geld. Bei letzterer Ampel dürfte es eine relative Überschneidung geben, die für vier Jahre reichen könnte.
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