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Politik

Klimakrise

Deutschland tritt Kohleausstieg-Allianz bei

Deutschland wird Mitglied der internationalen Allianz für den Kohleausstieg. Umweltministerin Schulze spricht von einem "starken Signal" - allerdings gehören dem Bündnis bislang nicht allzu viele Länder an.

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Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf im Rheinischen Braunkohlerevier: "Ein starkes Signal"?

Sonntag, 22.09.2019   07:58 Uhr

Deutschland tritt an diesem Sonntag der internationalen Allianz für den Kohleausstieg bei. "Der Kohleausstieg ist ein zentraler Baustein für den weltweiten Klimaschutz", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Rande des Uno-Klimagipfels in New York den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Mit den Beschlüssen des Klimakabinetts bekennt sich die Bundesregierung offiziell zum Kohleausstieg", so Schulze. "Damit können wir endlich auch der Allianz der Kohleausstiegsländer beitreten."

Die Allianz zeige, dass die Kohleverstromung in den verschiedenen Teilen der Welt zum Auslaufmodell werde. "Wenn ein großes Industrieland wie Deutschland sich von Atom und Kohle verabschiedet und seine Energieversorgung schrittweise vollständig auf erneuerbare Energien umstellt, ist das auch ein starkes Signal für andere Teile der Welt", sagte Schulze.

Runter auf 17 Gigawatt - binnen elf Jahren

In der Bundesrepublik sollen bis spätestens 2038 schrittweise alle Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 42,5 Gigawatt vom Netz genommen werden, nach Möglichkeit schon bis 2035. Bis 2030 soll die Kraftwerksleistung auf 17 Gigawatt reduziert werden.

Die 2017 gegründete sogenannte "Powering Past Coal Alliance" umfasste bislang 30 nationale Regierungen sowie zudem Regionen und Unternehmen. Sie bekennen sich dazu, den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stoppen, die internationale Kohlefinanzierung zu beenden, ein Datum für den Kohleausstieg festzulegen und ihre nationalen Klimaschutzmaßnahmen auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens auszurichten.

Mehr zum Schwerpunkt Klimakrise

Die große Koalition hatte am Freitag ein 22-seitiges Eckpunktepapier bekannt gegeben, das den Klimaschutz in Deutschland voranbringen und die politischen Ziele für 2030 erreichbar machen soll (Lesen Sie hier mehr zu den Beschlüssen).

mxw/dpa

insgesamt 103 Beiträge
ingen79 22.09.2019
1. Solange China und
Indien sowie die USA nicht mitmachen wird das nicht viel bringen . China verbrennt heute pro Jahr so viel Kohl wie Deutschland in 100 Jahren verbrannt hat
Indien sowie die USA nicht mitmachen wird das nicht viel bringen . China verbrennt heute pro Jahr so viel Kohl wie Deutschland in 100 Jahren verbrannt hat
Gluehweintrinker 22.09.2019
2. Wieso nicht null Gigawatt bis 2030?
Ja, man kann fröhlich einem sehr wohlklingenden Club beitreten, ohne sich über das Mindestmaß hinaus anstrengen zu müssen. Was nützt mir der Beitritt in den "CZRDW = Club zur Rettung der Welt", wenn in dessen [...]
Ja, man kann fröhlich einem sehr wohlklingenden Club beitreten, ohne sich über das Mindestmaß hinaus anstrengen zu müssen. Was nützt mir der Beitritt in den "CZRDW = Club zur Rettung der Welt", wenn in dessen Satzung nur steht, dass ich als Mitglied gespülte Joghurtbecher in die gelbe Tonnenzu werfen habe? Die Klimaziele der Bundesregierung sind Augenwischerei und ein kruder Mix der Zauderei, Ängstlichkeit vor Gelbwesten und Unausgegorenem, und über allem schwebt die unberechtigte Hoffnung, dass schon alles so schlimm nicht kommen werde, der mündige Verbraucher schon selbst als kohlenstoffneutrale Ideen kommem werde und man sich über die nächsten Wahlperioden hinwegretten könne. So wird das nichts mit ambitioniertem Klimaschutz. Wer Jahrzehntelang mit der Abrissbirne ganze Landschaften und Siedlungen in Schutt und Asche legte, wird mit einem Handfeger und Kehrblech kaum etwas ausrichten können, genau so aber ist das Verhältnis aus Zerstörung und Reparaturversuch anzusehen. Es scheint keinen Willen zu echten Lösungen zu geben, weil diese wirklich einschneidend wären und eine Abkehr vom bisherigen Lebensstil in vielen Bereichen bedeuten würden. Man scheut sich also, den Regierten reinen Wein einzuschenken und lullt sie mit Pseudomaßnahmen ein. Wir steuern mit der Groko weiter in die Klimakatastrophe hinein. Nichts wird gut. Nicht einmal wird es etwas besser.
hooge789 22.09.2019
3. Schneller bitte
Bleibt zu hoffen, dass andere Länder schneller aus der Kohle aussteigen und Deutschland den Weg zeigen.
Bleibt zu hoffen, dass andere Länder schneller aus der Kohle aussteigen und Deutschland den Weg zeigen.
neurather 22.09.2019
4. Mal wieder Symbolpolitik...
... statt aktivem Handeln. Gleichzeitig wird der Kohleausstieg in Deutschland vertrödelt. Die schlimmsten CO2- und Dreckschleudern im rheinischen Revier könnte man sofort stilllegen und stattdessen bestehende Gaskraftwerke [...]
... statt aktivem Handeln. Gleichzeitig wird der Kohleausstieg in Deutschland vertrödelt. Die schlimmsten CO2- und Dreckschleudern im rheinischen Revier könnte man sofort stilllegen und stattdessen bestehende Gaskraftwerke nutzen. Würde ca. 8 Milllionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, das ist das Vierfache der Emissionen des gesamten innerdeutschen Flugverkehrs. Aber die veralteten und extrem ineffizienten Blöcke in Niederaußem, Neurath und Weisweiler laufen mit Unterstützung der Groko und der NRW-Landesregierung noch viele Jahre weiter. So ist Deutschland bestimmt kein Vorbild in der internationalen Allianz für den Kohleausstieg.
Viking1957 22.09.2019
5.
Schön und gut, aber ohne den Wiedereinstieg in moderner, sicherer und abfallarmer Kernenergie, werden wir unseren Wohlstand gefährden und unsere Umwelt durch Windkraft und Maisanbau zerstört haben.
Schön und gut, aber ohne den Wiedereinstieg in moderner, sicherer und abfallarmer Kernenergie, werden wir unseren Wohlstand gefährden und unsere Umwelt durch Windkraft und Maisanbau zerstört haben.

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