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Politik

Islamist aus Mönchengladbach

Polizei nimmt Gefährder Raschid K. fest

Staatsschützer fanden bei Islamist Raschid K. eine scharfe Waffe samt Schalldämpfer. Trotzdem blieb er zunächst auf freiem Fuß. Jetzt wurde er nach SPIEGEL-Informationen festgenommen.

SPIEGEL ONLINE

Raschid K. wurde zuerst auf freien Fuß gesetzt - und nun doch festgenommen

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Donnerstag, 13.06.2019   21:39 Uhr

Die öffentliche Empörung war groß: Ein islamistischer Gefährder, bei dem Ermittler eine scharfe Waffe samt Munition und Schalldämpfer fanden - und den ein Richter des Amtsgerichts Düsseldorf Ende April trotzdem wieder auf freien Fuß setzte. Der SPIEGEL hatte den Fall am Dienstag aufgedeckt.

Nur zwei Tage später nun die Rolle rückwärts: Nach SPIEGEL-Informationen nahm die Polizei den abgelehnten Asylbewerber am Donnerstagabend fest, als sich Raschid K. gemäß seiner Auflagen in einer Polizeiwache in Mönchengladbach meldete.

Ein Haftbefehl, den ein Richter des Amtsgerichts Düsseldorf außer Vollzug gesetzt hatte, wurde vom selben Gericht jetzt wieder in Kraft gesetzt. Der formaljuristische Grund: Da Raschid K. seit nunmehr zwei Wochen nicht mehr an seiner Meldeadresse aufgetaucht war, wertete der Richter dies nun als Verstoß gegen seine Auflagen - und aktivierte den damals außer Kraft gesetzten Haftbefehl von Ende April wieder.

Tatsächlich war es wohl vor allem der öffentliche Druck, der nun bei Strafverfolgung und Justiz zu kreativer Betriebsamkeit und schließlich zur erneuten Inhaftierung des Extremisten führte. Morgen früh soll Raschid K. nach SPIEGEL-Informationen einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheidet.

Eine Abschiebung des im Jahr 2004 nach Deutschland eingewanderten Tschetschenen ist nicht möglich, denn sein Heimatstaat Russland gibt an, einen Mann mit seinen Personalien nicht zu kennen. Ohne Passersatzpapiere scheitert aber die Abschiebung. Deshalb wird die Duldung von Raschid K. seit nunmehr 14 Jahren immer wieder verlängert.

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