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Politik

Rechtsextremismus

Neonazis trafen sich mehrfach zum Schießtraining im Ausland

Ein Dutzend Mal haben deutsche Rechtsextremisten in den vergangenen Jahren Schießübungen in EU-Ländern abgehalten. Das geht aus einer Linken-Anfrage vor. Die Neonazis hinterließen in einigen Fällen Gästebucheinträge.

AP

Neonazi in Berlin (Archivbild)

Mittwoch, 30.01.2019   07:11 Uhr

Sie trafen sich auf öffentlichen Schießanlagen zum Training: Deutsche Rechtsextremisten haben in den vergangenen Jahren mehrfach den Umgang mit Waffen in Tschechien und Bulgarien geübt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Darin heißt es, die tschechischen Behörden hätten dem Bundeskriminalamt (BKA) im Juni 2018 "eine Auflistung über Aufenthalte deutscher Staatsangehöriger in der Tschechischen Republik übermittelt". Zu den Rechtsextremisten seien "Gästebucheinträge verschiedener Schießplätze" benannt worden.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, weiß die Bundesregierung von insgesamt zwölf Schießtrainings von Rechtsextremisten im europäischen Ausland seit dem 8. Dezember 2015. In Deutschland hatten die Sicherheitsbehörden seit dem 9. November 2017 Informationen über insgesamt fünf Treffen von Rechtsextremisten, die Schießübungen abhielten. Die "ganz überwiegende Anzahl" dieser Unterweisungen im Umgang mit Schusswaffen sei auf öffentlich zugänglichen Schießanlagen in Deutschland und im europäischen Ausland durchgeführt worden.

Zugriff an der Grenze

Ein Vorfall sorgte schon vor längerer Zeit für Aufsehen: Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz hatte die Bundespolizei am 24. September 2017 mit Spezialkräften der GSG 9 Autos von Angehörigen der Neonazi-Gruppe "Combat 18 Deutschland" nach der Einreise aus Tschechien durchsucht und dabei "eine geringe Menge Munition" beschlagnahmt.

In Deutschland besaßen 1200 Reichsbürger und 750 Rechtsextremisten "eine oder mehrere waffenrechtliche Erlaubnisse", wie aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung Mitte des vergangenen Jahres hervorging.

Laut Bundesregierung waren Wehrsport- und Schießübungen zwischen dem 21. Dezember 2016 und dem 21. Dezember 2017 insgesamt 27 Mal Thema im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und -terrorismus (GETZ-R). Die Innenpolitikerin Martina Renner (Linke) forderte, das GETZ-R müsse sein Augenmerk stärker auf Waffentrainings deutscher Neonazis lenken. Sie sagte: "Rechter Terror wird noch immer unterschätzt und in der Folge verharmlost."

Video: Geschichte des modernen Rechtsextremismus - Die neuen Nazis

Foto: SPIEGEL TV

mho/dpa

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