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FILIP SINGER/ EPA-EFE/ REX

Donnerstag, 10.10.2019   17:14 Uhr

Der Tag kompakt

Liebe Leserin, lieber Leser, guten Abend,

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hier finden Sie die wichtigsten Nachrichten des Tages, die beliebtesten Geschichten von SPIEGEL+ und Tipps für Ihren Feierabend.

Das Thema des Tages: Die antisemitischen Angriffe von Halle

Als Stephan Balliet schwer bewaffnet die Synagoge im Zentrum von Halle stürmen will, befinden sich mehr als 50 Personen in dem jüdischen Gotteshaus. Doch die Eingangstür hält den Schüssen stand. Am Ende dieses Mittwochs hat der Rechtsextremist zwei Menschen getötet. Am Tag nach dem Anschlag erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Es hätte noch sehr viel mehr Opfer geben können." Der 27-jährige Täter habe ein "Massaker" im Sinn gehabt, sagen die Ermittler. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror."

Immer mehr Details werden zu dem Terrorakt bekannt. Dass der Mann aus Sachsen-Anhalt einen Teil seiner Waffen wohl selbst gebaut hat; dass die Polizei in seinem gemieteten Golf vier Kilogramm Sprengstoff fand; dass es sich bei den Opfern um eine 40 Jahre alte Frau und einen 20-jährigen Mann handelt. Meine Kollegen halten Sie hier im Newsblog auf dem Laufenden.

Jens Schlueter/ Getty Images

Trauernde in Halle

Nach jetzigem Erkenntnisstand handelt es sich bei dem Angreifer um einen Einzeltäter. Doch seine Tat kann man nicht isoliert betrachten. Die Morde übertrug er live per Helmkamera ins Internet. Mein Kollege Patrick Beuth erklärt, wie sich das Video verbreiten konnte.

Die Tat wirft viele Fragen auf. Etwa wie sicher jüdische Einrichtungen in Deutschland überhaupt sind. Oder wie gefährlich rechter Hass im Netz werden kann - und inwieweit die deutschen Sicherheitsbehörden die Entwicklung versäumt haben. Eine Einschätzung dazu liefert mein Kollege Wolf Wiedmann-Schmidt in diesem Video.

Die Zahl des Tages: Neun Millionen

Das ist die Summe, über die sich Peter Handke und Olga Tokarczuk jeweils freuen dürfen - in schwedischen Kronen. Umgerechnet etwa 830.000 Euro erhalten die beiden frisch gekürten Literaturnobelpreisträger. Handke wurde für das Jahr 2019 ausgezeichnet, Tokarczuk für das Vorjahr, in dem die Preisvergabe wegen eines Skandals in der Schwedischen Akademie ausgefallen war. Die polnische Autorin ist vor allem für ihre Romane bekannt. Peter Handke ist der erste deutschsprachige Preisträger seit Herta Müller im Jahr 2009. Mein Kollege Volker Weidermann gratuliert.

Getty Images/ DPA

Olga Tokarczuk und Peter Handke

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Was Sie schauen könnten: Als Kind war der "Joker" für mich immer eine irre Witzfigur aus den Batman-Comics. Schon Jack Nicholson hatte dem Superhelden-Gegenspieler 1989 aber einen besonders düsteren Charakter verliehen. Unvergessen bleibt jedoch der Auftritt des mittlerweile verstorbenen Heath Ledger - und seine schmatzende, kichernde, wankende, brutale Interpretation von 2008. Jetzt startet Todd Philipps' "Joker" in den Kinos, die Vorgeschichte des Bösewichts (Lesen Sie hier ein Interview mit Hauptdarsteller Joaquin Phoenix). Mein Kollege Andreas Borcholte hat den Film bereits gesehen - und empfiehlt ihn als "meisterliche, sehr düstere und sozialkritische Charakterstudie".

Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Kevin Hagen vom Daily-Team

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