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Politik

Polizei konfisziert 4200 Liter Alkohol bei Treff in Ostritz

Kein Bier für Nazis

Die Polizei hat vor Beginn eines Rechtsrock-Treffens im sächsischen Ostritz sämtliche Alkoholvorräte eingezogen. Die Behörden sahen im Ausschank ein erhöhtes Gefahrenpotenzial.

Polizeidirektion Görlitz/ DPA

THW-Mitarbeiter transportieren Bierfässer vom Neonazi-Treff im sächsischen Ostritz ab.

Freitag, 21.06.2019   19:05 Uhr

Bei einem rechtsextremen Treffen im sächsischen Ostritz gibt es auf dem Gelände keinen Alkohol. Das Verwaltungsgericht Dresden bestätigte das Alkoholverbot als Auflage des Landkreises Görlitz, wie ein Gerichtssprecher sagte (Az.: 6 L 489/19). Die Polizei setzte kurze Zeit später das Verbot um und zog sämtliche Alkoholvorräte ein.

Nach eigenen Angaben transportierte die Polizei in Zusammenarbeit mit den Technischen Hilfswerk 4200 Liter ab. Der Anmelder des Zusammentreffens hatte sich gegen den Beschluss gewehrt, weil nach seiner Ansicht vorherige Veranstaltungen trotz Alkoholkonsums friedlich geblieben seien.

Die Verwaltungsrichter sahen dagegen im Ausschank alkoholischer Getränke ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. "Vor dem Hintergrund der weiteren Veranstaltungen und der damit einhergehenden Begegnung der verschiedenen politischen Lager sowie des offensichtlich kämpferisch-aggressiven Charakters der Veranstaltung würde ein Alkoholkonsum unzweifelhaft die Gefahr von gewaltsamen Auseinandersetzungen weiter erhöhen", heißt es in dem Beschluss.

Zu der Veranstaltung "Schild und Schwert" mit Rechtsrock- Bands sind 750 Teilnehmer angemeldet. Dagegen wird in der ostsächsischen Stadt vielfacher Gegenprotest erwartet. Am Samstag ist unter dem Titel "Rechts rockt nicht" eine Demonstration gegen das Neonazi-Festival angemeldet.

Im vergangenen Jahr trafen sich ebenfalls Hunderte Neonazis in dem Ort.

Video: Neonazi-Fest 2018 in Ostritz

Foto: SPIEGEL ONLINE

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Beamten der Polizeidirektion Görlitz werden von der Bundespolizei und der Bereitschaftspolizei aus Sachsen und anderen Bundesländern unterstützt. Die Anzahl der Einsatzkräfte wollte eine Sprecherin auf Anfrage nicht bekanntgeben.

Aus Sicherheitsgründen hat die Polizei von Freitag bis Sonntag einen Kontrollbereich im Stadtkern von Ostritz eingerichtet. In diesem können Personen ohne konkreten Anlass zur Identitätsfeststellung kontrolliert werden.

mho/dpa

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