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Politik

Mangelhaftes Sicherheitskonzept

Köln verbietet Massenveranstaltung bei Erdogan-Auftritt

Es sollte sein großer Auftritt in Deutschland werden: Tausende wollten der Eröffnung der Ditib-Moschee in Köln durch Recep Tayyip Erdogan beiwohnen. Daraus wird nichts.

DPA

Erdogan-Anhänger in Köln (2016)

Freitag, 28.09.2018   19:47 Uhr

Die Stadt Köln hat einer Großkundgebung anlässlich der Eröffnung der Ditib-Zentralmoschee durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan die Genehmigung versagt. Die Ditib habe kein ausreichendes Sicherheitskonzept vorgelegt, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Deshalb könne die Veranstaltung im Außenbereich nicht stattfinden.

Die Eröffnungsfeier mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan wird nun in der Moschee stattfinden. An der Feier sollen nur 500 geladene Gäste teilnehmen dürfen.

In unmittelbarer Nähe des Gebäudekomplexes hätten laut Polizei weitere rund 5000 Besucher und Schaulustige Platz finden können. Allerdings war nach Ditib-Schätzungen damit zu rechnen, dass bis zu 25.000 Menschen zu der Moschee strömen. Unüberschaubare Menschenansammlungen dürfe man nicht ohne genügendes Konzept akzeptieren, sagte Reker.

Ein erstes Konzept war am Donnerstag bei den Behörden eingegangen - und fiel wegen Mängeln durch. Am Freitag legte die Ditib ein zweites, überarbeitetes Konzept vor - aber auch dieses genügte den hohen gesetzlichen Anforderungen nicht.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass ein Treffen Erdogans mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nicht wie ursprünglich vorgesehen auf Schloss Wahn in Köln stattfinden kann. Das entschied das Landgericht Köln, nachdem die Eigentümer des Schlosses sich gegen die geplante Nutzung gewehrt und eine einstweilige Verfügung beim Gericht beantragt haben.

Die Polizei ist beim Köln-Besuch von Erdogan mit mehr als 3000 Beamten im Einsatz. Gegen die Visite wollen am Samstag Tausende Menschen in der Domstadt protestieren, darunter auch Aleviten und Kurden. Bei zwei Großdemonstrationen werden insgesamt mindestens 10.000 Teilnehmer erwartet.

insgesamt 51 Beiträge
Freidenker10 28.09.2018
1.
Gott sei Dank gibt es noch Politiker mit Anstand! Danke an Köln! Auch dem Schloßbesitzer zolle ich allergrößten Respekt! Steinmeier und Merkel repräsentieren hier nur sich selbst und keinesfalls mich!
Gott sei Dank gibt es noch Politiker mit Anstand! Danke an Köln! Auch dem Schloßbesitzer zolle ich allergrößten Respekt! Steinmeier und Merkel repräsentieren hier nur sich selbst und keinesfalls mich!
flussmonster 28.09.2018
2. Dummes Deutschland
Da wird dieser Diktator in Berlin mit allen Ehren behandelt und provoziert Deutschland mit seinem Verhalten. Müssen jetzt andere diesem Herren zeigen wie willkommen er wirklich ist, weil dieses Weichei Steinmeier diesen Besuch [...]
Da wird dieser Diktator in Berlin mit allen Ehren behandelt und provoziert Deutschland mit seinem Verhalten. Müssen jetzt andere diesem Herren zeigen wie willkommen er wirklich ist, weil dieses Weichei Steinmeier diesen Besuch nicht abgelehnt hat? Danke der Stadt Köln die den Türken keine Plattform bietet für deutschfeindliches Auftreten. Auch dem Hoteliers Dank der diesen Herren nicht in seinem Haus haben will.
robert.rosen 28.09.2018
3. Es ist zu hoffen, dass die Polizisten...
die um ihren Einsatz nicht zu beneiden sind, den entsprechenden Rückhalt durch den NRW-Innenminister haben Was Mallorca für Deutsche URLAUBER , ist ja bekanntlich NRW für unsere "Türkischen Mitbürger". Wenn [...]
die um ihren Einsatz nicht zu beneiden sind, den entsprechenden Rückhalt durch den NRW-Innenminister haben Was Mallorca für Deutsche URLAUBER , ist ja bekanntlich NRW für unsere "Türkischen Mitbürger". Wenn diese stolzen Menschen nicht das bekommen was sie wollen - die Ereignisse beim G20 Gipfel in Hamburg dürften erschreckende Vorahnungen wecken!
Teddi 28.09.2018
4. Gut so
Es ist gut, dass so ein Riesenauflauf von Leuten vermieden wird. Es muss ja nicht sein, dass der Großmufti hier vor seinem Gefolge auch noch seine Huldigungen entgegennimmt. Denn das hat er ja doch nur im Hinterkopf. Wenn eine [...]
Es ist gut, dass so ein Riesenauflauf von Leuten vermieden wird. Es muss ja nicht sein, dass der Großmufti hier vor seinem Gefolge auch noch seine Huldigungen entgegennimmt. Denn das hat er ja doch nur im Hinterkopf. Wenn eine Einweihung in Würde und gemessenem Rahmen stattfindet, sollte das auch den Gläubigen reichen. Ich verstehe auch nicht so richtig wie ein Politiker ein Gotteshaus einweihen kann. Das wird doch normalerweise von Würdeträgern der jeweiligen Religion durchgeführt. Ich fürchte, dass sich der Erdo in seinen Höhenflügen bald selber wie der liebe Gott vorkommt. Aber dann wieder ist die Vorstellung Lieber Gott dann doch wieder ganz was anders als der Dünkel dieses Mannes.
Klaugschieter 28.09.2018
5. Respekt Kölle!!
Und ich dachte, Ihr in Kölle könnt nur Karneval, denn Fußball ist ja bei Euch ooch nich so dat Wahre :-) Mit sauberen rechtstaatlichen Mitteln durchkreuzt eine Stadt die Pläne des Möchtegernsultans! Respekt! Dabei wäre [...]
Und ich dachte, Ihr in Kölle könnt nur Karneval, denn Fußball ist ja bei Euch ooch nich so dat Wahre :-) Mit sauberen rechtstaatlichen Mitteln durchkreuzt eine Stadt die Pläne des Möchtegernsultans! Respekt! Dabei wäre das alles gar nicht nötig gewesen, hätten Steinmeier, Maas und Merkel erkannt, dass es jetzt absolut nicht der Zeitpunkt ist, einen Staatsmann mit allen Ehren zu empfangen, der in seinem Land gerade die Demokratie abgeschafft hat, die eigenen Kritiker gnadenlos jagt und Menschenrechte mit Füßen tritt. Solch einen Despoten empfängt man nicht. Klar muss man auch mit solchen Leuten reden, aber nicht mit allen Ehren und nur über Kanäle der dritten diplomatischen Reihe. Aber dass Deutschland mit Despoten küngelt, hat ja Tradition. Der Schar von Persien wurde 1968 in der BRD hofiert, Honecker wurde 1987 mit protokollarischen Ehren empfangen und mit den Sausis machen wir die besten Waffendeals. Unsere Regierungen fuhren schon immer eine Politik der Doppelmoral.

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