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Politik

"Macho-Gehabe"

SPD-Politiker weisen Schröders Kritik an Nahles zurück

Die Kritik an Parteichefin Andrea Nahles sei "unfair" und zeuge von "schlechtem Gedächtnis": Führende Sozialdemokraten äußern sich verärgert über Ex-Kanzler Gerhard Schröder.

DPA

Andrea Nahles, Soyeon Schröder-Kim, Gerhard Schröder (Archivbild von November 2018)

Sonntag, 03.02.2019   12:38 Uhr

Andrea Nahles steht noch nicht einmal ein Jahr an der Spitze der SPD. Und dennoch gerät die Partei- und Fraktionsvorsitzende in den eigenen Reihen zunehmend unter Druck. Das Dauertief in den Umfragen lasten viele Genossen auch der Parteichefin an, ihr schlechtes Image verhindere eine Trendwende.

Trotz der gärenden Unzufriedenheit mit Nahles empören sich aber nun führende Sozialdemokraten über die heftige Kritik, die Altkanzler Gerhard Schröder im SPIEGEL geäußert hat. Ralf Stegner, einer von Nahles' Stellvertretern, bezeichnete Schröders Äußerungen als "unsolidarisch". Sie nützten nur der politischen Konkurrenz und zeugten von "schlechtem Gedächtnis".

Noch schärfer reagierte Fraktionsvize Karl Lauterbach. Schröder sei "unfair zu Andrea Nahles", schrieb Lauterbach bei Twitter. So dürfe man sich nicht aufspielen. "Macho-Gehabe pur. Die Zeit ist vorbei für solche Leute."

Außenminister Heiko Maas sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, "natürlich" traue er Nahles zu, die Partei aus dem Umfragetief zu führen. "Ich glaube, die Menschen haben weniger ein Interesse an Personaldebatten. Sie erwarten, dass wir vernünftig regieren - zu Recht."

Schröder hatte dem SPIEGEL gesagt, der nächste Kanzlerkandidat müsse über ökonomische Kompetenz verfügen. Auf die Frage, ob Parteichefin Nahles über diese Kompetenz verfüge, sagte er: "Ich glaube, das würde nicht mal sie selbst von sich behaupten."

Kritik übte Schröder auch an Nahles' sprachlichen Ausrutschern, etwa der Formulierung "Bätschi". "Das sind Amateurfehler", sagte Schröder: "Sie war damals zwar noch nicht Vorsitzende, aber so drückt man sich einfach nicht aus."

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Im SPIEGEL-Interview spricht der Ex-Kanzler über seine Russland-Jobs und sein Verhältnis zu Wladimir Putin, den Mangel an Populisten in der SPD, Kapuzenpullis auf Parteitagen und Besuche in der "Muckibude".

Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, nahm Nahles und Vizekanzler Olaf Scholz in Schutz. "Ich halte nichts davon, die miesen Umfragewerte zwei Personen allein in die Schuhe zu schieben", sagte sie dem "Tagesspiegel". "Unser Problem ist, dass wir zu viel über Umfragewerte reden und zu wenig über Probleme, die die Menschen betreffen."

Dabei liefere die SPD - etwa bei niedrigeren Sozialbeiträgen und sicheren Renten. Gefragt nach Spekulationen, sie würde in der SPD als Nahles-Nachfolgerin gehandelt, sagte Schwesig: "Von solchen Planspielen halte ich nichts."



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cte/dpa

insgesamt 158 Beiträge
dirkozoid 03.02.2019
1. Aber Schröder hat Recht!
Er selbst hat doch alle richtigen Sozialdemokraten, die die Partei aus dem Umfragetief hätten holen können, schon vor Jahren aus der SPD vertrieben. Die, die jetzt noch da sind, sind so beliebt wie er und die SPD steht da, wo er [...]
Er selbst hat doch alle richtigen Sozialdemokraten, die die Partei aus dem Umfragetief hätten holen können, schon vor Jahren aus der SPD vertrieben. Die, die jetzt noch da sind, sind so beliebt wie er und die SPD steht da, wo er sie hingeführt hat.
kuschl 03.02.2019
2. Heilung unwahrscheinlich
In der jetzigen SPD Führung liegen zu viele Kranke in einem Bett. Daraus wird leider kein Gesunder. Es ist schade um diese Partei, deren Führungskader mehr das eigene Parteikarrierewohl im Kopf hat, als das der [...]
In der jetzigen SPD Führung liegen zu viele Kranke in einem Bett. Daraus wird leider kein Gesunder. Es ist schade um diese Partei, deren Führungskader mehr das eigene Parteikarrierewohl im Kopf hat, als das der verlorengegangenen Wähler. Ich empfehle die Biografie Herbert Wehners, wie man eine Partei zusammen hält.
wille17 03.02.2019
3. Schröder und Kontrollverlust
Na ja, sehr streng Herr Schröder. Die Einlassung im Rahmen der Elefantenrunde bei Übergabe des Stabes an Merkel waren nicht staatsmännisch geprägt. Eigentlich peinlich.
Na ja, sehr streng Herr Schröder. Die Einlassung im Rahmen der Elefantenrunde bei Übergabe des Stabes an Merkel waren nicht staatsmännisch geprägt. Eigentlich peinlich.
BettyB. 03.02.2019
4. Einfach
Den Unsinn, den die SPD-Vorstandsmitglieder mit dem Vorschlag von Nahles angerichtet haben, verteidigen sie jetzt. Wen wundert's? Und damit weiter in den spätpubertären Abgrund. Gratulation an die Grünen!
Den Unsinn, den die SPD-Vorstandsmitglieder mit dem Vorschlag von Nahles angerichtet haben, verteidigen sie jetzt. Wen wundert's? Und damit weiter in den spätpubertären Abgrund. Gratulation an die Grünen!
06031977 03.02.2019
5. Schröder versteh es ....
sich klar zu positionieren, das finde ich klasse. Sicher, es kommt vielen SPD`lern nicht gelegen aber er spricht die Wahrheit und das ist es ,was den Leuten fehlt. Eine klare Meinung und eine klare Haltung !
sich klar zu positionieren, das finde ich klasse. Sicher, es kommt vielen SPD`lern nicht gelegen aber er spricht die Wahrheit und das ist es ,was den Leuten fehlt. Eine klare Meinung und eine klare Haltung !
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