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Politik

Parteivorsitz

SPD-Führung empfiehlt Doppelspitze

Die SPD will im Bund künftig auf zwei Personen an der Spitze setzen: Dafür hat sich der Parteivorstand ausgesprochen. Das Führungsduo soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag im Dezember gewählt werden.

Peter Endig/ ZB/ DPA

SPD will auf Doppelspitze setzen

Montag, 24.06.2019   16:28 Uhr

An der Spitze der SPD soll künftig auch eine Doppelspitze stehen können. Der neue Parteivorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden, wie die kommissarischen Parteichefs Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel mitteilten.

Eine Doppelspitze sei "kein Allheilmittel, aber die SPD braucht Kraft", sagte die kommissarische Parteichefin Dreyer. Co-Parteichef Schäfer-Gümbel sagte, die Parteiführung wolle Interessenten ausdrücklich ermutigen, sich als Team für die Parteiführung zu bewerben. Es werde aber auch Einzelkandidaturen geben können.

400.000 Mitglieder sollen entscheiden

Die Kandidaten sollten sich im September und Oktober der Basis vorstellen. Dann finde ein Mitgliederentscheid statt, dessen Ergebnis am 26. Oktober verkündet werden soll. Wenn kein Bewerber oder kein Team über 50 Prozent erhalte, solle es einen zweiten Mitgliederentscheid geben.

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Mögliche Kandidaten für SPD-Vorsitz: Wer Andrea Nahles beerben könnte

Schwesig sagte, die Partei erhoffe sich von der Mitgliederbeteiligung eine "lebendige Debatte". Die Entscheidung solle "nicht im Hinterzimmer" fallen, sondern von den 440.000 Mitgliedern getroffen werden.

Seit dem Rückzug von Parteichefin Andrea Nahles nach dem Europawahl-Debakel ist die SPD auf der Suche nach einer neuen Führung. Alle drei kommissarischen Parteichefs wollen nicht dauerhaft an der Spitze bleiben. Auch eine Reihe weiterer SPD-Spitzenpolitiker wie Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil haben bereits abgewunken.

Unklar ist weiter, wie die SPD über die Halbzeitbilanz der Großen Koalition entscheiden will. Die Parteilinke möchte, dass dies ebenfalls auf dem Parteitag geklärt wird. Andere Genossen sehen das kritisch - und favorisieren ein Mitgliedervotum.



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mho/dpa/AFP

insgesamt 18 Beiträge
mountbatten 24.06.2019
1.
Normal, wenn man Schwierigkeiten hat eine geeignete Person zu finden sucht man halt zwei. Und bis Dezember zu warten erzeugt nicht gerade die notwendige Aufbruchstimmung, man fragt sich fast wozu NAhles eigentlich [...]
Normal, wenn man Schwierigkeiten hat eine geeignete Person zu finden sucht man halt zwei. Und bis Dezember zu warten erzeugt nicht gerade die notwendige Aufbruchstimmung, man fragt sich fast wozu NAhles eigentlich hingeschmissen hat.
Kaufkraft 24.06.2019
2. Wer kennt es nicht....
... die Firma geht Pleite, es muss dringend etwas getan werden. Es müssen mehr Leute in den Vorstand, Problem gelöst.
... die Firma geht Pleite, es muss dringend etwas getan werden. Es müssen mehr Leute in den Vorstand, Problem gelöst.
inge-p.1 24.06.2019
3.
Allein die Ankündigung, dass Frau Giffey zu einem Teil der Doppelspitze sein soll, verwundert mich schon. Sollte nicht ersteinmal der Verdacht, dass ihre Doktorarbeit in großen Teilen kopiert wurde, ausgeräumt werden? Will so [...]
Allein die Ankündigung, dass Frau Giffey zu einem Teil der Doppelspitze sein soll, verwundert mich schon. Sollte nicht ersteinmal der Verdacht, dass ihre Doktorarbeit in großen Teilen kopiert wurde, ausgeräumt werden? Will so die SPD Vertrauen aufbauen? Will so die SPD ihren Niedergang aufhalten?
sans_words 24.06.2019
4. War klar
Dass eine Doppelspitze kommen soll, war klar. Zu gut macht es der Konkurrent vor. Malu Dreyer und Kevin Kühnert werden es machen.
Dass eine Doppelspitze kommen soll, war klar. Zu gut macht es der Konkurrent vor. Malu Dreyer und Kevin Kühnert werden es machen.
seeyouin1982 24.06.2019
5. da schauen
sich die Sozis das Konzept "Doppelspitze" bei den Grünen ab, um dann zu merken, dass es trotzdem auf die 10 Prozent zugeht. Ich amüsiere mich gerade köstlich. In der ältesten demokratischen Partei Deutschlands ist [...]
sich die Sozis das Konzept "Doppelspitze" bei den Grünen ab, um dann zu merken, dass es trotzdem auf die 10 Prozent zugeht. Ich amüsiere mich gerade köstlich. In der ältesten demokratischen Partei Deutschlands ist kein geeignetes Führungspersonal zu finden. Da greift man dann auf eine Bundesfamilienministerin zurück, die des Plagiats verdächtigt wird. Übrigens: Das ist kein Kavaliersdelikt. Würde das einem Studenten bei seiner Abschlussarbeit "passieren", müsste der/die mit einem Strafverfahren rechnen. Warum ist Frau Nahles zurückgetreten?

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