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Politik

Studie der Ebert-Stiftung

Wie Nichtwähler ticken

Die Zahl der Stimmenthalter steigt - sie kommen vor allem aus den unteren Schichten. Eine Studie der Ebert-Stiftung warnt vor den Risiken dieses Trends, hat Status und Motive der Nichtwähler genau untersucht. Längst nicht alle sind für die Parteien auf Dauer verloren.

DPA

Wiese vor dem Reichstagsgebäude: Nichtwähler wünschen sich eine kümmernde Politik

Von
Montag, 17.06.2013   15:43 Uhr

Berlin - Es brauche Zeit, das scheue Wild "Wähler" davon zu überzeugen, dass es sich lohne, wieder zurück auf die Lichtung zu kommen, sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) einmal in einem Interview mit dem SPIEGEL. Das bayerische SPD-Urgestein Ludwig Stiegler drückte es da derber aus: "Der Wähler is a Sau!" Keine hundert Tage sind es mehr bis zur Bundestagswahl am 22. September - und der Wähler scheint unberechenbarer denn je.

Der Anteil derjenigen, die sich erst kurz vor der Abstimmung entscheiden, ob und welche Partei sie wählen, steigt nach Angaben von Meinungsforschern. Das Phänomen der Stimmverweigerer beunruhigt seit langem die Parteien, gilt die Wahlbeteiligung doch als Gradmesser für die Stabilität der Demokratie. Diese scheint gefährdet, beobachtet man den wachsenden Anteil der Bürger, die den Gang in das Wahllokal verweigern.

Wählen nicht mehr Bürgerpflicht

Bei der Bundestagswahl 2009 lag die Wahlbeteiligung gerade einmal bei 70,8 Prozent - der tiefste Wert seit 1949. Vor allem die SPD hatte ein riesiges Mobilisierungsproblem: Über 2,1 Millionen ehemals sozialdemokratische Wähler stimmten nicht ab, bei der Union waren es rund 1,2 Millionen Anhänger. Von "einem kontinuierlichen Vertrauensschwund" der beiden großen Parteien spricht eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die am Montagnachmittag in Berlin vorgestellt wird.

Längst sehen die Menschen Wählen nicht mehr als Bürgerpflicht. Dies führe dazu, dass Regierungen von einem immer kleineren Teil der Bevölkerung gewählt werden. Weiter heißt es in der Untersuchung: "Abgesehen von Portugal ist in den letzten drei Jahrzehnten nirgendwo der Rückgang der Wahlbeteiligung bei Wahlen zum jeweiligen Parlament so groß wie in Deutschland."

Von Demokratie entfremdet

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Studie 3501 Wahlberechtigte, die sich selbst als Nichtwähler bezeichnen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

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FES-Studie: Die Struktur der Nichtwähler

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FES-Studie: Motive der Nichtwähler

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FES-Studie: Demokratie-Typen

Nichtwähler in Deutschland: Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung herunterladen - PDF-Größe 3,66 MB

insgesamt 285 Beiträge
malte.b 17.06.2013
1. Differenzierung erwünscht
Mittlerweile hat sich zum Glück auch bei den Normalverbrauchern herumgesprochen, dass längst nicht alle Wahlabstinenz (http://wahlabsage.de)ler automatisch mit Demokratieverächtern gleichzusetzen sind. Differenzierung ist in [...]
Mittlerweile hat sich zum Glück auch bei den Normalverbrauchern herumgesprochen, dass längst nicht alle Wahlabstinenz (http://wahlabsage.de)ler automatisch mit Demokratieverächtern gleichzusetzen sind. Differenzierung ist in vielen Lebensbereichen ratsam, so auch hier.
schaufel 17.06.2013
2. Tigerente-Ernte
Jupp, vier schwarz-gelbe Jahre voller spätrömischer Dekadenz, uneingeschränkten Vertrauensschwüren, Plagiaten, Basta-Bauprojekten, Milliarden-Verbrennung und versoffenen Spitzenpolitkern haben Ihren Pries. Noch zwei [...]
Jupp, vier schwarz-gelbe Jahre voller spätrömischer Dekadenz, uneingeschränkten Vertrauensschwüren, Plagiaten, Basta-Bauprojekten, Milliarden-Verbrennung und versoffenen Spitzenpolitkern haben Ihren Pries. Noch zwei Legislaturperioden in dem Stil und der Weg ist wieder frei für einen deutschen faschistischen Rattenfänger.
schaufel 17.06.2013
3. Tigerente-Ernte
Jupp, vier schwarz-gelbe Jahre voller spätrömischer Dekadenz, uneingeschränkten Vertrauensschwüren, Plagiaten, Basta-Bauprojekten, Milliarden-Verbrennung und versoffenen Spitzenpolitkern haben Ihren Pries. Noch zwei [...]
Jupp, vier schwarz-gelbe Jahre voller spätrömischer Dekadenz, uneingeschränkten Vertrauensschwüren, Plagiaten, Basta-Bauprojekten, Milliarden-Verbrennung und versoffenen Spitzenpolitkern haben Ihren Pries. Noch zwei Legislaturperioden in dem Stil und der Weg ist wieder frei für einen deutschen faschistischen Rattenfänger.
jamesbrand 17.06.2013
4. ich
zum Beispiel wähle nicht, weil ich nicht glaube das 30 Millionen Wähler mehr Einfluß haben als 100 Lobbyisten.
zum Beispiel wähle nicht, weil ich nicht glaube das 30 Millionen Wähler mehr Einfluß haben als 100 Lobbyisten.
gog-magog 17.06.2013
5.
Tatsache ist, dass die großen Parteien erstens keine Politik für den Bürger mehr machen, zweitens sich an Lobbyisten-Zuwendungen fett fressen und drittens nur noch ihre eigene Klientel bedienen. Damit ist es bereits [...]
Zitat von sysopDPADie Zahl der Nichtwähler steigt - sie kommen vor allem aus den unteren Schichten. Eine Studie der Ebert-Stiftung warnt vor den Risiken dieses Trends, hat Status und Motive der Stimmenthalter genau untersucht. Längst nicht alle sind für die Parteien auf Dauer verloren. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/studie-wie-die-parteien-nichtwaehler-umstimmen-koennen-a-905808.html
Tatsache ist, dass die großen Parteien erstens keine Politik für den Bürger mehr machen, zweitens sich an Lobbyisten-Zuwendungen fett fressen und drittens nur noch ihre eigene Klientel bedienen. Damit ist es bereits erklärbar, dass immer weniger Menschen die "Partei des geringsten Übels" überhaupt noch wählen, sondern sich einen schönen Wahlsonntag machen. Die Wahlbeteiligung wird erst dann wieder steigen, wenn die Parteien entmachtet werden und nicht mehr in jedem x-beliebigen Gremium vertreten sind, um ihre verdienten Kämpfer auf Kosten des Steuerzahlers mit feisten Pöstchen zu versorgen. Die Alternative zum Nichtwählen liegt für die meisten Leute offensichtlich nur noch im Radikal wählen und da darf man sich fragen, was eigentlich besser ist. Mit persönlich ist lieber, die Leute wählen gar nicht, als die Nazis.

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Über die Studie

Das Ziel
Die Studie "Nichtwähler in Deutschland" der Friedrich-Ebert-Stiftung beschreibt die soziale Struktur der Wahlenthalter und deren Motive. Die Untersuchung stellt dar, was sie politisch denken und wie zufrieden sie mit der Demokratie und der praktischen Politik sind. Zudem beschreibt die Untersuchung, unter welchen Bedingungen sich die Nichtwähler vorstellen können, wieder abzustimmen, und ob Nichtabstimmen gleichbedeutend mit Politikverdrossenheit ist. Die Analyse wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa und dessen Chef Manfred Güllner durchgeführt.
Die Methodik
Das Forschungsdesign erfasst die Nichtwähler innerhalb eines längeren Zeitraums. Forsa befragte 3501 Wahlberechtigte mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews, die sich in Umfragen des Instituts nach der Bundestagswahl 2009 und 2010 selbst als Nichtwähler eingeordnet hatten. Darunter sind nach Angaben von Forsa jeweils mindestens 700 Nichtwähler der letzten vier Bundestagswahlen 1998, 2002, 2005 und 2009 sowie 700 Wahlberechtigte, die derzeit angeben, sich nicht an der Abstimmung am 22. September beteiligen zu wollen.
Der Untersuchungszeitraum
Die Interview fanden im Zeitraum vom 10. Oktober bis 10. November 2012 statt.

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