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Politik

Verfassungsschutz

Rund 40 minderjährige Islamisten auf dem Weg zum IS

Der Verfassungsschutz warnt vor einer raschen Radikalisierung von Jugendlichen in der Pubertät. Rund 40 Minderjährige seien in den vergangenen Jahres nach Syrien und in den Irak gereist, um für den IS zu kämpfen.

AP/ Raqqa Is Being Slaughtered Silently

IS-Kindersoldaten in der Nähe von Rakka

Freitag, 13.05.2016   14:32 Uhr

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen ist besorgt, dass junge Menschen in Deutschland der Aufforderung der Terrormiliz IS "konsequent" folgen, Ungläubige im Heimatland zu töten. "Junge Menschen radikalisieren sich in der Pubertät offenbar schnell und nachhaltig."

In Deutschland habe es "zwei dschihadistisch motivierte Gewalttaten durch Jugendliche innerhalb weniger Wochen" gegeben. Ende Februar hatte eine 15-jährige mutmaßliche Islamistin am Hauptbahnhof von Hannover einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt. Vergangenen Monat wurde ein Sprengstoffanschlag auf einen Sikh-Tempel in Essen verübt - in dem Fall wurden zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger festgenommen, die mit der IS-Miliz sympathisiert haben sollen.

Rund 40 Minderjährige sind nach Angaben des Verfassungsschutzes in den vergangenen Jahren aus Deutschland nach Syrien und in den Irak gereist, um sich der Dschihadistenmiliz IS oder anderen islamistischen Gruppierungen anzuschließen. Bei etwa der Hälfte dieser "aus eigener islamistischer Motivation" ausgereisten Jugendlichen handele es sich um Mädchen, teilte der Verfassungsschutz mit.

Den aktuellen Angaben des Verfassungsschutzes zufolge sind insgesamt mindestens 820 Islamisten aus Deutschland in Richtung Syrien und Irak ausgereist. Ein Drittel sei wieder zurückgekehrt. Rund 140 der Ausgereisten seien in Syrien oder im Irak offenbar ums Leben gekommen.

als/dpa/AFP

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