Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Bayern

Polizei stoppt verplombten Kleintransporter mit Flüchtlingen

Die Polizei in Bayern hat einen Schleuser verhaftet. Auf der Ladefläche seines Fahrzeugs entdeckten die Beamten zwischen Möbeln zehn Erwachsene und zwei Jugendliche. Sie stammen offenbar aus dem Irak.

DPA

Polizei in Bayern stoppte Schleuser (Symbolbild)

Montag, 15.04.2019   16:33 Uhr

Die Bundespolizei in Bayern hat bei einer Kontrolle einen Schleuser mit seinem Fahrzeug gestoppt: Der schwer beladene Laster fiel Beamten am Samstag auf, als er aus Tschechien nach Deutschland fuhr. Im Laderaum entdeckten die Beamten zwölf Menschen. Laut Polizei handelt es sich um Flüchtlinge aus dem Irak.

Die zehn Erwachsenen und zwei Jugendlichen standen demnach auf der Ladefläche des Fahrzeugs, wie die Bundespolizei in München nun am Montag mitteilte. Der türkische Fahrer befindet sich in Untersuchungshaft.

Bei der Kontrolle konnte sich der Fahrer mit gültigem Pass und Visum ausweisen. Es ergaben sich jedoch Hinweise darauf, dass der Transporter bereits für Schleusungen genutzt worden war.

Türen versiegelt

Beide Türen zum Laderaum waren vom türkischen Zoll versiegelt worden. Hinzugerufene Zöllner stellten fest, dass am Schloss manipuliert worden war. Dadurch konnten die Türen geöffnet werden, ohne dass die Plomben beschädigt wurden. Neben Möbeln fanden die Beamten zehn Erwachsene und zwei Jugendliche. Nur einer von ihnen konnte sich mit einem irakischen Pass ausweisen.

Der 47-jährige Fahrer gab in einer ersten Vernehmung zu, in Istanbul als Schleuserfahrer angeheuert worden zu sein. Für jede erfolgreiche Schleusung sollte er 1000 Euro pro Person bekommen. Er habe sich wegen seiner hohen Schulden in der Türkei auf das Geschäft eingelassen. Die geschleusten Iraker hätten bis zu 12.000 Dollar für die Reise von der Türkei nach Deutschland zahlen müssen.

mho/AFP

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP