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Reise

Konkurrenz für die Deutsche Bahn

Flixtrain nimmt Strecke Berlin-Köln in Betrieb

Für zehn Euro von Berlin nach Köln: Der Bahn-Konkurrent Flixtrain hat eine neue Strecke in den Fahrplan aufgenommen. Bald könnten die grünen Züge auch in einem skandinavischen Land verkehren.

Christoph Hardt/ Future Image/ imago images

Flixtrain am Kölner Hauptbahnhof: In knapp fünfeinhalb Stunden nach Berlin

Donnerstag, 23.05.2019   09:14 Uhr

Der junge Fernzuganbieter Flixtrain hat seine dritte Verbindung in Deutschland in Betrieb genommen und bereitet den Schritt ins Ausland vor. Ein Zug des kleinen Konkurrenten der Deutschen Bahn verließ am Donnerstag Berlin in Richtung Köln.

Die Strecke hat Zwischenstopps in Wolfsburg, Hannover, Essen, Duisburg, Düsseldorf, Dortmund und Bielefeld. "So entsteht das erste private Fernzugnetz der Bundesrepublik", teilte das Unternehmen mit. Vom 6. Juni an soll ein zweiter Zug auf der Strecke fahren.

In Deutschland ist Flixtrain im Fernverkehr der einzige Konkurrent der Deutschen Bahn. Zwei Strecken sind seit gut einem Jahr im Regelbetrieb: Berlin-Stuttgart und Köln-Hamburg. Zudem gibt es einen Nachtzug Hamburg-Lörrach.

Zusätzliche Wagen sollen die Kapazität zwischen Berlin und Stuttgart um 30 Prozent erhöhen, kündigte das Unternehmen an. Ab Juli fahre ein zusätzlicher Zug zwischen Köln und Hamburg. Dann seien sieben grüne Fernzüge in Deutschland unterwegs.

Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn hatte Ende 2018 allein 274 ICE-Züge im Einsatz. 148 Millionen Reisenden im Fernverkehr des Staatskonzerns stehen bei Flixbus gut 750.000 im ersten Jahr des Regelbetriebs gegenüber. Inzwischen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge insgesamt eine Million Fahrgäste gezählt.

Flixtrain hält seit Längerem Ausschau nach Möglichkeiten, das Geschäft im nächsten Jahr auszuweiten. Weitere Pläne für Deutschland sind derzeit nicht bekannt. Allerdings nimmt Flixtrain nun einen ersten Auslandsmarkt ins Visier. "Wir haben Trassen in Schweden beantragt", sagte ein Sprecher. Auch dort setze das Unternehmen darauf, sein Zugangebot mit seinem vorhandenen Flixbus-Netz zu verknüpfen. Die Fernbusse fahren dort seit vier Jahren.

Kunden können durch die zusätzliche Konkurrenz auf sinkende Preise hoffen. Die Strecke Berlin-Köln kostet bei Flixtrain ab 9,99 Euro, wenn man früh genug bucht. Die Fahrtzeit zwischen den Hauptbahnhöfen beträgt laut Plan 5 Stunden und 37 Minuten. In der anderen Richtung ist der Zug planmäßig 5 Stunden und 20 Minuten unterwegs.

jus/dpa

insgesamt 22 Beiträge
querdeutsch 23.05.2019
1. Stimmt die Rechnung?
bezahlt Flixtrain anteilig die Kosten für das Schienennetz und die sonstige Infrastruktur? Ich habe da so meine Zweifel.
bezahlt Flixtrain anteilig die Kosten für das Schienennetz und die sonstige Infrastruktur? Ich habe da so meine Zweifel.
mopsfidel 23.05.2019
2. Das Wort "Konkurrenz"
Erst kürzlich hatte ich einmal errechnet, wie groß der Anteil von Flixtrain am Gesamtvolumen der gefahrenen Kilometer ist. Ergebnis: weniger als 0,001 Prozent. Hier auch nur ansatzweise von Konkurrenz zu sprechen, verbietet sich [...]
Erst kürzlich hatte ich einmal errechnet, wie groß der Anteil von Flixtrain am Gesamtvolumen der gefahrenen Kilometer ist. Ergebnis: weniger als 0,001 Prozent. Hier auch nur ansatzweise von Konkurrenz zu sprechen, verbietet sich komplett.
naschauenwirmal73 23.05.2019
3. Flixtrain bezahlt
Nach meinem Wissensstand ist das so: Jeder ,der die Strecken befährt muss an die DB Netz eine Nutzungsentgelt je KM & Je nach Halt im Bahnhof zahlen - egal ob es DB Regio, DB Fern, Nord west bahn oder sonst wer ist. [...]
Zitat von querdeutschbezahlt Flixtrain anteilig die Kosten für das Schienennetz und die sonstige Infrastruktur? Ich habe da so meine Zweifel.
Nach meinem Wissensstand ist das so: Jeder ,der die Strecken befährt muss an die DB Netz eine Nutzungsentgelt je KM & Je nach Halt im Bahnhof zahlen - egal ob es DB Regio, DB Fern, Nord west bahn oder sonst wer ist. Berechtigt ist aber die Frage: wie geht das? z.T. liegt es vielleicht an der schlechteren Bezahlung des Personals- ist aber nur eine Vermutung ich weiß nicht was man bei der DB bzw Flixtrain bekommt- das macht kein Unterschied von 50-100€ je Fahrkarte aus. Es stellt sich mir die Frage Wo bleibt das ganze Geld aus dem DB Fahrkarten Verkauf?
smokyfields 23.05.2019
4. Oh, wie schön neugrün...
Hat man ja nun schon sehr oft gesehen, viel glänzende Farbe auf altem Untergrund. Abwarten. hinterfragen dürfte man aber schon mal, wo denn die Unterschiede in der Kalkulation zur DB liegen? Die Grundkosten dürften ja in Etwa [...]
Hat man ja nun schon sehr oft gesehen, viel glänzende Farbe auf altem Untergrund. Abwarten. hinterfragen dürfte man aber schon mal, wo denn die Unterschiede in der Kalkulation zur DB liegen? Die Grundkosten dürften ja in Etwa gleich sein, wir haben ja schließlich "fairen Wettbewerb" (Was bei den F- Bussen im Falle der Autobahnmaut noch nicht ganz so der Fall zu sein scheint?) . Irgendwo muß sich der Spaß ja auf Dauer rechnen. Man wird doch nicht etwa beim Personal, natürlich nicht dem der Vorstände, sparen? Dankbare Aufgabe für investigative Journalisten.
mullertomas989 23.05.2019
5. Ist nicht so wichtig!
Ob da jetzt diese oder jene neuen Züge fahren, ob in grün oder blau - das interessiert eigentlich kaum! Entscheidend für die Qualität des Bahnangebots in Deutschland ist primär, dass die Politik ENDLICH die Wichtigkeit einer [...]
Ob da jetzt diese oder jene neuen Züge fahren, ob in grün oder blau - das interessiert eigentlich kaum! Entscheidend für die Qualität des Bahnangebots in Deutschland ist primär, dass die Politik ENDLICH die Wichtigkeit einer guten Schieneninfrastruktur erkennt und massiv investiert!! Die Schweiz etwa investierte pro Kopf im Jahr 2017 362 Euro, Deutschland nur 69 (https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/infrastruktur/investitionen/)! Rechnet man dagegen, dass die Schweiz auch ein doppelt so hohes BIP pro Kopf hat, landet man für Deutschland immer noch bei rund 180 Euro, das wären 14,5 Milliarden - jährlich für die Bahninfrastruktur! Für die genannte Strecke Berlin - Köln soll ja Hannover - Bielefeld für 300kmh ausgebaut werden. Ich hielte es hier für sinnvoller, eine zweite Strecke neu - bzw. auszubauen: Berlin - Potsdam - Magdeburg - Braunschweig - Paderborn - Dortmund - Köln. Die Flixtrains können dann ja weiterhin auf der aktuellen Strecke fahren..... :)

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