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Deutsche reisen immer mehr

Die Reiselaune ist nach wie vor gut: Die Deutschen sind laut einer Studie mehr Tage auf Ausflügen und im Urlaub unterwegs als im Vorjahr. Davon profitiert auch die Branche im Inland.

DPA

Sächsische Schweiz: Mehr Übernachtungen in Deutschland

Donnerstag, 08.08.2019   11:00 Uhr

Rund fünf Millionen Tage mehr waren die Deutschen in den ersten vier Monaten dieses Jahres unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Sie lassen sich einer Studie zufolge wohl die Reiselaune nicht verderben.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) verbrachten die Bundesbürger zwischen Januar und April gut 408 Millionen Tage auf Ausflügen und Reisen, das waren 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr wird mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent gerechnet, wie aus Daten des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) auf Grundlage der GfK-Konsumklimabefragung hervorgeht.

Dabei wurde unter anderem gefragt, ob die Bürger in den kommenden Monaten mehr oder weniger Geld für verschiedene Konsumgruppen - darunter auch Reisen - ausgeben wollen. Außerdem wird eine Prognose für die nächsten Monate erstellt. Erhebungszeitraum war die ersten beiden Juni-Wochen. Daraus und aus dem GfK-Mobilitätsmonitors ergibt sich der BTW-Tourismusindex, der zweimal im Jahr veröffentlicht wird.

"Die Reiselaune zeigt sich bislang resistent sowohl gegenüber den dunkler werdenden Konjunkturwolken als auch gegenüber diversen tourismuskritischen Stimmen im Zuge der Klimadebatte", sagte BTW-Präsident Michael Frenzel. Die Branche müsse und werde sich ihrer Klimaverantwortung stellen. "Dabei muss es aber um eine durchdachte politische Gesamtlösung gehen", mahnte Frenzel.

In den ersten Monaten des Jahres lagen demnach vor allem auf mehrtägige Trips im Trend. Auf Reisen mit Übernachtung verbrachten die Menschen insgesamt vier Prozent mehr Tage, während die Tagesreisen seltener wurden (minus drei Prozent). Städte- und Badereisen gewannen an Beliebtheit. Die Nachfrage nach Kreuzfahrten stieg weiter.

Die Tourismusbranche profitiert allerdings nicht von allen Aktivitäten. Nach Berechnungen der GfK-Konsumforscher lagen die Buchungsumsätze für das Sommergeschäft bis Ende Juni um zwei Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Deutsche übernachten mehr in Deutschland

Mehr und mehr übernachten die Bundesbürger auch im eigenen Land. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Übernachtungen von heimischen Reisenden um 4,0 Prozent, von Gästen aus dem Ausland um 3,0 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, betrug die Erhöhung insgesamt 3,8 Prozent.

Im Juni verbuchte die Tourismusbranche gar ein Wachstum von 9,7 Prozent. Die bei Urlaubern beliebten Pfingstfeiertage waren jedoch dieses Jahr in den Juni gefallen, während sie 2018 im Mai lagen.

Die Branche profitiert davon, dass Deutschlandreisen im Trend liegen: Die Tourismusbranche hat 2018 schon das neunte Rekordjahr in Folge erzielt. Für das laufende Jahr rechnet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband mit einem Anstieg der Übernachtungszahlen um 1,0 bis 1,5 Prozent. Die Wiesbadener Statistiker berücksichtigen für die Statistik Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten.

abl/dpa

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