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Reise

Festnahme am Singapurer Flughafen

Aus Liebe zu weit gegangen

Bis ans Flughafen-Gate wollte ein Ehemann seine Frau in Singapur begleiten - und kaufte sich dafür sogar ein eigenes Ticket. Dafür drohen dem 27-Jährigen nun bis zu zwei Jahre Haft.

Getty Images

Changi Airport in Singapur: Abflugbereich in Terminal 4

Dienstag, 03.09.2019   17:32 Uhr

Millionen Passagiere wählen den Changi Airport regelmäßig zum beliebtesten Flughafen der Welt. Ein 27-Jähriger hingegen wird den Flughafen von Singapur wohl kaum wegen seines Komforts in Erinnerung behalten.

Um seine abreisende Frau nicht schon im Check-in-Bereich, sondern erst am Gate verabschieden zu müssen, hatte der Mann sich sogar ein eigenes Flugticket gekauft. Doch im Transitbereich wurde sein Kavaliersgang von der Polizei abrupt gestoppt. Der Vorwurf: Missbrauch der Bordkarte.

Weil der Mann laut einem Facebook-Post der Singapore Police Force selbst gar nicht die Absicht hatte zu fliegen, droht ihm nun eine Geldbuße von umgerechnet bis zu 13.000 Euro oder sogar eine bis zu zweijährige Freiheitsstrafe. Er ist nicht der Erste, den die strenge Flughafenvorschrift trifft: Seit Jahresbeginn hat die Polizei nach eigenen Angaben am Changi Airport bereits 33 Personen wegen "Missbrauch des Boardingpasses" festgenommen. Im vergangenen Jahr waren es 40.

Darunter eine 20-Jährige, die sich laut einem Bericht von "Chanel News Asia" eigens ein Flugticket gekauft hatte, um im Transitbereich des Changi Airports eine koreanische Musikband zu treffen. Die "Straits Times" berichtet von einem Mann und einer Frau, die im September 2016 den Transitbereich mit gültigen Bordpässen betreten hatten, um ein Smartphone zu kaufen und ebenfalls festgenommen wurden.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt hingegen wäre solch ein strafbares Szenario wie in Singapur nicht denkbar. "Laut einer EU-Regelung ist jeder, der im Besitz einer gültigen Bordkarte ist, zum Zutritt des Sicherheitsbereichs berechtigt. Ob der Bordkartenbesitzer tatsächlich in den Flieger steigt und wie mit seinem Nichterscheinen umzugehen ist, ist Sache der Airline", sagt eine Fraport-Sprecherin dem SPIEGEL.

Ein Passagier mit Bordkarte, aber ohne Flugabsicht stellt grundsätzlich kein Sicherheitsproblem dar, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt. "Der- oder diejenige muss auf dem Weg zum Gate genau wie alle anderen Passagiere die Sicherheitskontrollen durchlaufen."

Ein Tipp der Fraport-Sprecherin: Wer Angehörige bis ans Gate begleiten möchte, sollte sich bei der Airline nach einer Begleitbordkarte erkundigen. Das sei in Sonderfällen möglich. So spare man sich auch unnötige Ticketkosten.

ele

insgesamt 37 Beiträge
Tulla H 03.09.2019
1. Changi
Mir ist der Changi Flughafen unheimlich. In sichtweite befindet sich das Changi Prison, direkt neben der Landebahn. Dort werden massenhaft Leute am Strang hingerichtet, wegen teilweise banalsten Vergehen - der Termin ist Freitag [...]
Mir ist der Changi Flughafen unheimlich. In sichtweite befindet sich das Changi Prison, direkt neben der Landebahn. Dort werden massenhaft Leute am Strang hingerichtet, wegen teilweise banalsten Vergehen - der Termin ist Freitag Vormittags. Die englische Wikipedia Seite ist da sehr informativ. Auf der deutschen Seite wird so getan, als sei dass alles nur im Weltkrieg so gewesen. Von wegen! Und ausgepeitscht wird dort auch, 2x die Woche, u.a. für Graffiti-Vergehen. (https://www.welt.de/vermischtes/article138050247/Du-bist-nicht-sicher-wie-weh-das-tut.html) Soviel zu Thema Zivilisation in Singapur.
widower+2 03.09.2019
2. Sie haben ja so Recht!
Aber es gibt leider jede Menge Verblendete, die Singapur sogar als Vorbild sehen. Niemals würde ich in einem solchen Staat leben wollen oder auch nur dort hinreisen.
Zitat von Tulla HMir ist der Changi Flughafen unheimlich. In sichtweite befindet sich das Changi Prison, direkt neben der Landebahn. Dort werden massenhaft Leute am Strang hingerichtet, wegen teilweise banalsten Vergehen - der Termin ist Freitag Vormittags. Die englische Wikipedia Seite ist da sehr informativ. Auf der deutschen Seite wird so getan, als sei dass alles nur im Weltkrieg so gewesen. Von wegen! Und ausgepeitscht wird dort auch, 2x die Woche, u.a. für Graffiti-Vergehen. (https://www.welt.de/vermischtes/article138050247/Du-bist-nicht-sicher-wie-weh-das-tut.html) Soviel zu Thema Zivilisation in Singapur.
Aber es gibt leider jede Menge Verblendete, die Singapur sogar als Vorbild sehen. Niemals würde ich in einem solchen Staat leben wollen oder auch nur dort hinreisen.
jujo 03.09.2019
3. ...
Ich bin von Anfang der siebziger bis 2005 oft und länger in S´pore gewesen. Immer sehr gerne. Dort gibt es Regeln, diese muß man kennen und einhalten, auch wenn einem manches nicht gefällt, dann gibt es keine Probleme.
Ich bin von Anfang der siebziger bis 2005 oft und länger in S´pore gewesen. Immer sehr gerne. Dort gibt es Regeln, diese muß man kennen und einhalten, auch wenn einem manches nicht gefällt, dann gibt es keine Probleme.
zzipfel 03.09.2019
4. Tja ... die beiden Ossis scheinen es ja nicht anders zu lernen
daß man fremdes Eigentum nicht beschmiert. Hoffentlich hilfts denen für die Zukunft und wir haben auch hier in Deutschland weniger Schmierereien. Die haben die Lehre ihres Lebens erhalten: Nur Sachen beschmieren, die man [...]
Zitat von Tulla HMir ist der Changi Flughafen unheimlich. In sichtweite befindet sich das Changi Prison, direkt neben der Landebahn. Dort werden massenhaft Leute am Strang hingerichtet, wegen teilweise banalsten Vergehen - der Termin ist Freitag Vormittags. Die englische Wikipedia Seite ist da sehr informativ. Auf der deutschen Seite wird so getan, als sei dass alles nur im Weltkrieg so gewesen. Von wegen! Und ausgepeitscht wird dort auch, 2x die Woche, u.a. für Graffiti-Vergehen. (https://www.welt.de/vermischtes/article138050247/Du-bist-nicht-sicher-wie-weh-das-tut.html) Soviel zu Thema Zivilisation in Singapur.
daß man fremdes Eigentum nicht beschmiert. Hoffentlich hilfts denen für die Zukunft und wir haben auch hier in Deutschland weniger Schmierereien. Die haben die Lehre ihres Lebens erhalten: Nur Sachen beschmieren, die man zuvor erworben hat. Ist ne ganz einfache Regel. Und wenn wie dort am Sicherheitsbereich steht, daß man nur dann durchgehen darf wenn man wirklich abfliegt, spricht nichts dagagen, sich an solch eine einfache Regel zu halten. Haftstrafe fände ich übertrieben, aber eine Geldstrafe geht klar. Wer lesen kann, ist im Vorteil, ansonsten einfach mal den Vormund zuvor fragen.
Titanus 03.09.2019
5. Verbrechen
"...u.a. für Graffiti-Vergehen": Graffitis sind ein Verbrechen mit enormen Schaden. Oft sind die Schädigenden nicht zu ermitteln, der Eigentümer des besprayten Objekts bleibt auf seinen Kosten sitzen. Man sollte auch [...]
"...u.a. für Graffiti-Vergehen": Graffitis sind ein Verbrechen mit enormen Schaden. Oft sind die Schädigenden nicht zu ermitteln, der Eigentümer des besprayten Objekts bleibt auf seinen Kosten sitzen. Man sollte auch die Deutschland die Strafen und die Aufklärungsquote (bzw. den Ermittlungsdruck) drastisch erhöhen.

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