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Reise

Flugbegleiter-Streik

Was Lufthansa-Passagiere wissen müssen

Das Kabinenpersonal der Lufthansa hat seinen zweitägigen Streik fortgesetzt. Erneut fallen Hunderte Flüge aus - die meisten in Frankfurt und München. Doch auch andere Airports sind betroffen.

DPA

Reisende am Münchner Airport: Zahlreiche Flüge gestrichen

Freitag, 08.11.2019   09:48 Uhr

Der 48-Stunden-Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat die Pläne vieler Reisender durcheinandergebracht. Auch am Freitag wurden mehrere Hundert Flüge annulliert: in Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und an anderen Flughäfen des Landes. Nach Angaben der Airline dürften insgesamt 180.000 Passagiere von den Ausfällen betroffen sein.

Die Airline hatte allerdings im Internet einen Sonderflugplan veröffentlicht. Betroffene können sich online nach ihrem Flugstatus erkundigen. Weltweit sollen demnach am Freitag rund 600 Flüge ausfallen. Rund 2400 von 3000 geplanten Flügen finden statt.

Erneut gab es die meisten Absagen in München und Frankfurt, weil nur die Kernmarke Lufthansa bestreikt wird. Diese ist an kleineren Flughäfen nur mit Zubringerflügen nach Frankfurt und München präsent, sodass hier nur einige wenige Flugabsagen entfallen.

An welchen Flughäfen fallen am Freitag Lufthansa-Flüge aus?

Wird es auch am Wochenende Annullierungen geben?

Auch nach Streikende werden für Samstag zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Der Frankfurter Flughafen rechnet am Samstag zudem mit langen Wartezeiten für Passagiere. Nach dem geplanten Ende des Flugbegleiter-Streiks seien mehr Fluggäste als üblich zu erwarten, sagte am Freitag ein Sprecher des Betreibers Fraport . Viele Lufthansa-Kunden hätten umgebucht und seien auf Samstag ausgewichen. Fluggäste sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

Ist eine Ausweitung der Streiks geplant?

Das Kabinenpersonal hat seit Donnerstag die Arbeit niedergelegt, um den Arbeitgeber in Gesprächen über höhere Spesen und Zulagen sowie weitere Verbesserungen zu zwingen. Am ersten Streiktag mit 1300 abgesagten Flügen hatte die Gewerkschaft einer Schlichtung mit dem Unternehmen zugestimmt und erklärt, vorerst keine Ausweitung der Streiks zu planen.

UFO fordert im laufenden Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Lufthansa hatte bereits eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent freiwillig umgesetzt. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

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Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine einstweilige Verfügung gegen den Streik ab.

jus/dpa/AFP

insgesamt 4 Beiträge
hevopi 08.11.2019
1. Nicht gerade sehr beruhigend,
was viele Beruftstätige jetzt erleben dürfen, weil sich die "Partner?" wieder mal nicht einigen können. Es ist auch schade, dass solche Konflikte nur im Streik gelöst werden können, also der Leidtragende Dritte, der [...]
was viele Beruftstätige jetzt erleben dürfen, weil sich die "Partner?" wieder mal nicht einigen können. Es ist auch schade, dass solche Konflikte nur im Streik gelöst werden können, also der Leidtragende Dritte, der ja nichts dafür kann, wirklich die Probleme dann erleben muß und keine Chance hat, diese unkluge Vorgehensweise zu verhindern.
eunegin 08.11.2019
2. Was man jetzt wissen muss: Zug fahren.
Auf etlichen Kurzstrecken lohnt der Zug (wenn er denn kommt). Berlin - München ist inzwischen mit dem Zug gar nicht mal so dumm. Bis ich am Flughafen bin und im Flugzeug sitze, bin ich schon mit auf der Strecke, lese, arbeite und [...]
Auf etlichen Kurzstrecken lohnt der Zug (wenn er denn kommt). Berlin - München ist inzwischen mit dem Zug gar nicht mal so dumm. Bis ich am Flughafen bin und im Flugzeug sitze, bin ich schon mit auf der Strecke, lese, arbeite und bin weniger genervt. Klappt oft, nicht immer...
Stäffelesrutscher 08.11.2019
3.
»Was Lufthansa-Passagiere wissen müssen« ist vor allem: Jeder Flug weniger ist ein Gewinn für die Umwelt. Sollte man auch praktizieren, wenn nicht gestreikt wird.
»Was Lufthansa-Passagiere wissen müssen« ist vor allem: Jeder Flug weniger ist ein Gewinn für die Umwelt. Sollte man auch praktizieren, wenn nicht gestreikt wird.
odenkirchener 08.11.2019
4. Zug
Ist für mich nächste Woche keine Option. Ich komme mit der Werkzeugkiste im Gepäck, aus Idfu/Ägypten, in München an. Mal sehen wie es dann ausschaut. Sonst eben Leihwagen.
Ist für mich nächste Woche keine Option. Ich komme mit der Werkzeugkiste im Gepäck, aus Idfu/Ägypten, in München an. Mal sehen wie es dann ausschaut. Sonst eben Leihwagen.

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