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Reise

Engpässe im Luftraum

Flugsicherung erwartet weit mehr Verspätungen im Sommer

Reisende an deutschen Flughäfen müssen noch mehr Geduld aufbringen: Die von der Flugsicherung verursachten Verspätungen sollen sich im Sommer deutlich erhöhen. Grund: Es fehlen etwa 200 Lotsen.

Christophe Gateau/ DPA

Airbus am Flughafen Hannover-Langenhagen

Montag, 15.04.2019   14:24 Uhr

Im deutschen und europäischen Luftraum wird es nach Einschätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) noch jahrelang erhebliche Engpässe geben. Trotz einer Teilverlagerung von täglich bis zu 1100 Flügen in Europa würden sich in diesem Sommer die von der Flugsicherung verursachten Verspätungen in etwa verdoppeln, sagte der DFS-Geschäftsführer Betrieb, Robert Schickling, in Frankfurt.

Der Verspätungswert pro Flug könne sich der Prognose zufolge im deutschen Luftraum von zuletzt 1,23 auf 2,6 Minuten erhöhen, sagte der Manager. Ohne die von Eurocontrol zentral gesteuerten Flugverlegungen in niedrigere Lufträume und um Zentraleuropa herum würde der Wert sogar auf etwa sechs Minuten steigen.

Nach Schicklings Angaben fehlen der DFS etwa 200 von 1800 benötigten Lotsen. Viele Kräfte seien im Moment auch in die zuletzt intensivierte Ausbildung neuer Lotsen eingebunden. Erst 2020 sei hier unter dem Strich eine personelle Entlastung zu erwarten, wenn die ersten neuen Kräfte in den Dienst treten können. "2019 wird ein sehr schwieriges Jahr", sagte Schickling. Die Lotsenausbildung dauert rund vier Jahre.

Flugsicherung, Lufthansa sowie der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport stellten noch einmal ihre Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Engpässe in diesem Sommer vor: Neben etlichen operativen Maßnahmen sollen insbesondere mehr Personal, zusätzliche Maschinen und üppigere Zeitfenster für einen flüssigen Betrieb sorgen.

Nach ihrer Einschätzung ist die erste Reisewelle zu Beginn der Osterferien am vergangenen Wochenende gut bewältigt worden. Auch die Bundespolizei berichtete von einem großen Engagement der eingesetzten Personen- und Handgepäckkontrolleure. Längere Wartezeiten seien in Frankfurt verhindert worden.

ele/dpa

insgesamt 2 Beiträge
hörtauf 16.04.2019
1. Bla bla bla..
..gut, dass der Andi zum Fluggipfel geladen hatte, alle Teilnehmer erst einfliegen, dann Häppchen genießen und zum Foto nebeneinander stehen durften. Was bringt es den Fluglinien extra Ersatzmaschinen bereitzuhalten, wenn die [...]
..gut, dass der Andi zum Fluggipfel geladen hatte, alle Teilnehmer erst einfliegen, dann Häppchen genießen und zum Foto nebeneinander stehen durften. Was bringt es den Fluglinien extra Ersatzmaschinen bereitzuhalten, wenn die staatliche DFS in allen administrativen Fragen (Personalplanung, Softwareeinsatz etc.) unfähig ist?
Gluehweintrinker 19.04.2019
2. Wie viel Glück bringt der zwölfte Kurzurlaub im Jahr?
Am Flughafen FRA wurden 2018 7,8% mehr Passagiere abgefertigt als 2017. Global stiegen die Passagierzahlen im selben Zeitraum um 6,1%. Ist dieses noch ein "gesundes Wachstum"? Ich denke nicht. Allgemein gibt es in keinem [...]
Am Flughafen FRA wurden 2018 7,8% mehr Passagiere abgefertigt als 2017. Global stiegen die Passagierzahlen im selben Zeitraum um 6,1%. Ist dieses noch ein "gesundes Wachstum"? Ich denke nicht. Allgemein gibt es in keinem begrenzten System ein ewiges Wachstum, ganz gleich ob es um Handyproduktion oder Reisen geht. Schon jetzt leiden hunderte beliebte Ziele am Kollaps durch Übertourismus, Tendenz weiter steigend. Dass die Flusicherungen nicht hinterher kommen, ist nur ein Symptom dieser anschwellenden Flugreisewelle, die mit Nachhaltigkeit absolut nichts zu tun hat. Es sind lediglich 400 Millionen Menschen, welche am Flugverkehr Teil nehmen, also etwa 5% der Weltbevölkerung. 95% aller Menschen können sich entweder einen Flug nicht leisten oder haben kein Interesse daran. Es handelt sich also quasi lediglich um die Bevölkerungen der USA plus Deutschland, die eine gigantische globale Infrastruktur am Laufen halten, die immer mehr natürlich Ressourcen verschlingt, Da keine Zeichen von vernunftgesteuerter Selbstbeschränkung in Sicht sind, wird es wohl nicht anders gehen, als durch CO2-Steuern oder was auch immer Flugreisen extrem zu verteuern oder, wenn man es "gerecht" zugehen lassen möchte, die per Flugzeug zurückzulegende Strecke pro Lebenszeit zuzuteilen. Ohne Verbote geht es nicht, schon gar nicht im Raserland Deutschland, wo Unvernunft mit Freiheit verwechselt wird.

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