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Reise

Jahrhundertprojekt

So soll der neue Hauptbahnhof in Hamburg aussehen

Für die Bahn ist es eine Mammutaufgabe: die Erweiterung des chronisch überlasteten Hamburger Hauptbahnhofs. Jetzt sind erste Pläne vorgestellt worden - hier sehen Sie die Bilder.

DPA/ DB Station+Service AG/ Deutsche Bahn
Freitag, 18.01.2019   17:15 Uhr

Der Hamburger Hauptbahnhof ist der meistfrequentierte Fernbahnhof Deutschlands: 550.000 Reisende schieben sich Tag für Tag durch die Wandelhalle und über die Bahnsteige. Und er platzt aus allen Nähten, vor allem am Freitagabend. Der Bahnhof gilt als "überlasteter Schienenweg" und laut Ex-Bahn-Chef Rüdiger Grube als "größter Flaschenhals" der Deutschen Bahn.

Schon lange ist ein Umbau geplant, bis 2030 sollte eine Erweiterung fertig sein. Nun hat die Bahn mit einer 25-seitigen Machbarkeitsstudie neue Pläne vorgestellt, wie der NDR berichtet. Die Entwürfe wurden am Donnerstagabend im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft erstmals öffentlich gezeigt. "Ich glaube, das ist ein Projekt, mit dem wir den Hauptbahnhof für die nächsten hundert Jahre fit machen können", sagte Oliver Hasenkamp, Leiter der Projektentwicklung der Bahn, dem Sender.

Der Umbau würde das Gesicht des monumentalen Bahnhofs, der bereits 1906 erbaut wurde, vor allem zum Süden hin verändern: Dort ist eine 70 Meter lange Verlängerung der denkmalgeschützten Halle vorgesehen, deren gläsernes Dach sogar die angrenzende Straße Steintordammbrücke überspannen soll. Die Bahnpassagiere sollen laut NDR darunter in die Stadtbusse umsteigen können, zudem führen Rolltreppen zu den Bahnsteigen.

Die Tochter der Bahn, DB Station und Service, hat die Pläne in Zusammenarbeit mit der Hamburger Verkehrs- und Stadtentwicklungsbehörde erstellt. Sie plädiert zudem für den Bau eines Hochhauses und gläserner Markthallen am Hachmannplatz im Osten des Bahnhofs. Für die Stadt sprechen hier Denkmalschutzgründe dagegen, da dafür Vorbauten abgerissen werden müssten. Ein gläserner Würfel im Norden soll als Fahrradabstellplatz dienen.

"Die im Verkehrsausschuss gezeigten Bilder sind weder ein Versprechen, noch ein Programm", erklärt der Sprecher der Hamburger Verkehrs- und Wirtschaftsbehörde, Christian Füldner, dem "Hamburger Abendblatt". "Sie stellen das Ergebnis der Machbarkeitsprüfung dar und sind nicht Bestandteil einer architektonisch überarbeiteten Planung."

Die Studie ist Teil eines Gestaltungswettbewerbs, den die Bahn und die Stadt Hamburg für den Bahnhof ausschreiben wollen, berichtet der NDR. Danach finde ein internationaler Wettbewerb zur Ausgestaltung statt, dessen Finanzierung noch nicht geklärt sei.

abl

insgesamt 74 Beiträge
andreasostwald 18.01.2019
1. nicht der Hbf ist ein Flaschenhals = "Grube ist die Flasche"
Das ist doch weder infrastrukturell oder konzeptionell gedacht! Altona wird geschlossen / Diebsteich nicht gebaut / Dammtor weniger frequentiert / und eine Verlängerung auf 70 Meter gibt etwas mehr Ladenflächen, aber bestimmt [...]
Das ist doch weder infrastrukturell oder konzeptionell gedacht! Altona wird geschlossen / Diebsteich nicht gebaut / Dammtor weniger frequentiert / und eine Verlängerung auf 70 Meter gibt etwas mehr Ladenflächen, aber bestimmt keine Entlastung auf den Bahnsteigen > Vor allen Dingen, wenn die Zugreihung immer wechselt ... Diese Planungsbehörden zeichnen sich vor allem durch die Unkenntnis von Planung aus. Alle prozeßualen Schritte werden negiert, alle Alternativen nicht einmal angedacht ... Falsche Analogien führen zu gar keinem Ergebnis Herr Grube ..
mantrid 18.01.2019
2. Potentieller Glutofen
Glas sieht schick aus, heizt sich im Sommer aber blöderweise extrem auf. Da wird man auf teurere Wärmeschutzverglasung zurückgreifen müssen. Hoffentlich denkt man gleich daran, sonst gibt es wieder unliebsame [...]
Glas sieht schick aus, heizt sich im Sommer aber blöderweise extrem auf. Da wird man auf teurere Wärmeschutzverglasung zurückgreifen müssen. Hoffentlich denkt man gleich daran, sonst gibt es wieder unliebsame Kostensteigerungen.
Klugschnacker 18.01.2019
3. U-Bahnen
Die Stadt braucht dringend neue U-Bahnen! Diese könnten über Dammtor, Jungfernstieg etc. gute Alternativen zum Hbf bilden. U-Bahnen ohne großen Schnick-Schnack, schlicht und funktional. Hamburg wächst und wächst und die [...]
Die Stadt braucht dringend neue U-Bahnen! Diese könnten über Dammtor, Jungfernstieg etc. gute Alternativen zum Hbf bilden. U-Bahnen ohne großen Schnick-Schnack, schlicht und funktional. Hamburg wächst und wächst und die Öffis halten nicht mit. Hier würde eine mutige und konsequente Politik echte Zeichen setzen. Es reicht nicht alle Jahre einen neue Prämiumhaltestelle einzuweihen.
burlei 18.01.2019
4. Und das soll den Flaschenhals beseitigen?
Ein bisschen mehr Halle, ein paar Geschäfte mehr. Nicht ein Gleis mehr, nicht ein Bahnsteig länger. Wie man auf Karten wie Google Maps sehen kann, reichen die Bahnsteige schon unter dem Steintordamm hinaus. Diese verbreitern und [...]
Ein bisschen mehr Halle, ein paar Geschäfte mehr. Nicht ein Gleis mehr, nicht ein Bahnsteig länger. Wie man auf Karten wie Google Maps sehen kann, reichen die Bahnsteige schon unter dem Steintordamm hinaus. Diese verbreitern und verlängern hieße auch, das Bahnhofsvorfeld mit den Weichen zu verkleinern. Weniger Weichen - weniger Flexibilität. Also viel Aufwand und sehr viel Geld für ein paar Eimer Tünche. Die Probleme bleiben.
carranza 18.01.2019
5. Sollen die sich doch zunächst um wichtigere Dinge kümmern
Welchen Nutzen habe ich als Kunde von einem solchen Palast? Der mag mich zwar vor Regen und Langeweile bewahren, nicht aber vor dem Zuspätkommen auf der Arbeit. Sollen die doch zunächst ihre Strecken in Schuss halten und [...]
Welchen Nutzen habe ich als Kunde von einem solchen Palast? Der mag mich zwar vor Regen und Langeweile bewahren, nicht aber vor dem Zuspätkommen auf der Arbeit. Sollen die doch zunächst ihre Strecken in Schuss halten und ausbauen und ihren Fuhrpark in einen technisch einwandfreien Zustand bringen und die Preise attraktiver gestalten, um die Kundschaft von der Straße zu holen. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, dann könnt ihr den Rest gerne mal einen Prunkbau investieren..

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