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Reise

23-mal auf dem Gipfel - Weltrekord

Der Mount-Everest-Mann

Auf dem Mount Everest stehen - viele Bergsteiger sind froh, wenn sie das einmal im Leben schaffen. Doch Kami Rita kraxelt immer wieder auf den höchsten Gipfel der Welt. Jetzt gerade zum 23. Mal.

NARENDRA SHRESTHA/ EPA-EFE/ REX
Mittwoch, 15.05.2019   11:08 Uhr

Als er oben stand, war der aktuelle Weltrekord geknackt: Kein Mensch war öfter auf dem Mount Everest als der Nepalese Kami Rita. Gebrochen hatte er damit seine eigene Bestleistung: Vor fast genau einem Jahr - am 16. Mai 2018 - war er zum 22. Mal auf dem Gipfel angekommen. Nun setzte er noch einen drauf.

Der 49-Jährige erreichte die Spitze des höchsten Berges der Welt am Mittwochmorgen erneut, wie sein Arbeitgeber, ein nepalesischer Tourenanbieter, mitteilte. Kami Rita hatte den 8848 Meter hohen Everest erstmals 1994 bestiegen, seitdem erklomm er den Gipfel fast jedes Jahr.

"Ich bin nicht hinaufgestiegen, um Rekorde zu brechen, ich habe einfach gearbeitet. Früher wusste ich nicht mal, dass man dabei Rekorde aufstellen kann", sagte der Sherpa im vergangenen Monat, bevor er zum Everest-Basislager aufbrach.

Fotostrecke

Mount Everest: Immer wieder bis nach oben

Bergsteigen gehört zur Familientradition bei Kami Rita. Sein Vater gehörte zu den ersten professionellen Bergführern, nachdem Nepal im Jahr 1950 internationale Bergsteiger zugelassen hatte. Sein Bruder bestieg den Mount Everest 17-mal. Die meisten seiner männlichen Verwandten erreichten den Gipfel mindestens einmal.

Die Angehörigen des Sherpa-Volkes sind für die mit dem Bergsteigen verbundene Industrie in Nepal unverzichtbar. Mit ihrer Fähigkeit, auch in der Höhenluft zu arbeiten, helfen sie zahlenden Kunden beim Gipfelsturm, bereiten Routen vor und tragen Ausrüstung auf die Berge. "Ohne die Hilfe eines Sherpas wäre es für viele Ausländer unmöglich, die Berge zu besteigen", sagte Ang Tshering Sherpa, der frühere Präsident des nepalesischen Bergsteigerverbands.

9000 Euro für eine Everest-Genehmigung

Seit der ersten Besteigung des Everest im Jahr 1953 schafften es inzwischen mehr als 5000 Menschen auf den Gipfel. Mehrere Hundert kamen jedoch bei dem Versuch ums Leben. Für die Genehmigung in der kurzen Hauptklettersaison im April und Mai bezahlen ausländische Bergsteiger umgerechnet rund 9000 Euro.

In diesem Jahr wurden 378 Genehmigungen erteilt. Die meisten Bergsteiger werden dabei von einem einheimischen Führer begleitet. Das bedeutet, dass in der kurzen Everest-Saison rund 750 Menschen den engen Weg zum Gipfel besteigen werden. Es drohen Staus. Auf der tibetischen Seite bereiten sich laut Expeditionsorganisatoren weitere 140 Bergsteiger auf die Everest-Bezwingung vor. Damit könnte der letztjährige Rekord von 807 Menschen gebrochen werden, die den Gipfel erreichten.

Die Witterungsbedingungen erlaubten es den Bergsteigern bislang nicht, den Aufstieg an den Gipfel des Berges an der Grenze zwischen Nepal und dem von China verwalteten Tibet zu beginnen. Einige Sherpas hatten allerdings bereits am Dienstag den Gipfel erreicht und entlang der Strecke Seile für die Kletterer befestigt. Kami Rita Sherpa nutzte die Gelegenheit, um seinen Rekord auszubauen.

Er kletterte bisher nicht nur auf den Everest, sondern bestieg auch andere Achttausender. Darunter den zweithöchsten Berg der Welt, den K2 (8611 Meter), den Cho Oyu (8201 Meter), den Manaslu (8156 Meter) und den Lhotse (8516 Meter).

Video: Das Mount Everest-Problem

Foto: dbate

jus/dpa/AFP

insgesamt 14 Beiträge
quark2@mailinator.com 15.05.2019
1.
Und anstatt dabei selbst Sherpa-Hilfe zu brauchen, leistet er sie anderen. Schon klasse, wozu der menschliche Körper in der Lage ist, nachdem er sich angepaßt hat.
Und anstatt dabei selbst Sherpa-Hilfe zu brauchen, leistet er sie anderen. Schon klasse, wozu der menschliche Körper in der Lage ist, nachdem er sich angepaßt hat.
TipTopTap 15.05.2019
2. zu #1
Nun ganz allein wird auch er es nicht schaffen auf solch einen Berg schaffen, denn solch eine Besteigung ist immer eine Teamleistung. Sicherlich ist er darin aber zu den Leistungs"-Trägern" zu zählen, der durch seine [...]
Nun ganz allein wird auch er es nicht schaffen auf solch einen Berg schaffen, denn solch eine Besteigung ist immer eine Teamleistung. Sicherlich ist er darin aber zu den Leistungs"-Trägern" zu zählen, der durch seine Konditionierung auch bestens für solch eine Aufgabe geeignet ist.
vera gehlkiel 15.05.2019
3.
Als Bergwandererin mit bislang weit mehr Begeisterung als Zeit dafür "interessiere" ich mich natürlich mittelbar auch für Extrembergsteigen. Der einzige, der mir im Zusammenhang damit gerade einfällt, der sich auch [...]
Als Bergwandererin mit bislang weit mehr Begeisterung als Zeit dafür "interessiere" ich mich natürlich mittelbar auch für Extrembergsteigen. Der einzige, der mir im Zusammenhang damit gerade einfällt, der sich auch mit dem Aspekt "Kolonialismus" und der Situation von Sherpas auseinandersetzte, ist Bergsteigerikone Reinhold Messner. Nur dieser Größte aller Grossen des Sports bringt wohl die Bescheidenheit auf, sich mit westlicher Ruhmsucht vs "asiatischem Pragmatismus" auseinanderzusetzen. Ich finde, wenn es schon so sein muss, dass sich peinliche Overachiever-Touristen in schwindelerregende Höhen von diesen "Rikschafahrern in der Senkrechten" schleppen lassen, sollten Entlohnung und Lebensrisiko zueinanderpassen. Davon kann aber wohl leider gar keine Rede sein.
uzsjgb 15.05.2019
4.
Warum nicht? Es gibt genügend Bergsteiger, die einen 8000er solo bestiegen haben. Was sollte ihn daran hindern?
Zitat von TipTopTapNun ganz allein wird auch er es nicht schaffen auf solch einen Berg schaffen, denn solch eine Besteigung ist immer eine Teamleistung. Sicherlich ist er darin aber zu den Leistungs"-Trägern" zu zählen, der durch seine Konditionierung auch bestens für solch eine Aufgabe geeignet ist.
Warum nicht? Es gibt genügend Bergsteiger, die einen 8000er solo bestiegen haben. Was sollte ihn daran hindern?
ge1234 15.05.2019
5. Himmel hilf...
... ob nun Fussball oder wie hier Extrembergsteigen, gibt es eigentlich irgendein Thema, zudem Sie Ihren albernen Schmonzes loslassen, von dem Sie auch Ahnung haben? Sherpa-Bergführer wie Kami Rita oder Apa Sherpa verdienen [...]
Zitat von vera gehlkielAls Bergwandererin mit bislang weit mehr Begeisterung als Zeit dafür "interessiere" ich mich natürlich mittelbar auch für Extrembergsteigen. Der einzige, der mir im Zusammenhang damit gerade einfällt, der sich auch mit dem Aspekt "Kolonialismus" und der Situation von Sherpas auseinandersetzte, ist Bergsteigerikone Reinhold Messner. Nur dieser Größte aller Grossen des Sports bringt wohl die Bescheidenheit auf, sich mit westlicher Ruhmsucht vs "asiatischem Pragmatismus" auseinanderzusetzen. Ich finde, wenn es schon so sein muss, dass sich peinliche Overachiever-Touristen in schwindelerregende Höhen von diesen "Rikschafahrern in der Senkrechten" schleppen lassen, sollten Entlohnung und Lebensrisiko zueinanderpassen. Davon kann aber wohl leider gar keine Rede sein.
... ob nun Fussball oder wie hier Extrembergsteigen, gibt es eigentlich irgendein Thema, zudem Sie Ihren albernen Schmonzes loslassen, von dem Sie auch Ahnung haben? Sherpa-Bergführer wie Kami Rita oder Apa Sherpa verdienen pro Saison zwischen 20.000 und 25.000 EUR und sind somit für nepalesische Verhältnisse absolute Spitzenverdiener. Das einzig peinliche ist, wenn jemand wie Sie, für die die winterliche Neureuth schon ein unlösbares alpines Problem darstellt, sich über "Overachiever-Touristen" mokiert. Glauben Sie mir, jeder einzelne Teilnehmer dieser geführten Everest-Expeditionen hat mehr alpine Erfahrung im kleinen Finger als Sie in Ihrem "Bergwanderleben" jemals erreichen werden. Die würden sonst noch nicht mal über den Khumbu-Eisbruch kommen.

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