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Reise

Kreuzfahrtschiff vor Norwegen

Passagiere einzeln mit Hubschrauber von Bord gerettet

Wegen eines Sturms vor der norwegischen Küste war die "Viking Sky" in Seenot geraten. 371 von 1373 Passagieren wurden in einer dramatischen Rettungsaktion von Bord geholt.

Foto: Frank Einar Vatne/ NTB Scanpix/ REUTERS
Sonntag, 24.03.2019   09:39 Uhr

Ein Sturm hatte die "Viking Sky" vor der Westküste Norwegens in Seenot gebracht. Bislang kamen 371 der 1373 Menschen von der "Viking Sky" an Land, wie auf einer Pressekonferenz in der norwegischen Kommune Fræna bekannt wurde.

Die Rettungsaktion ging nur langsam voran: Denn die Passagiere mussten einzeln in einen Hubschrauber hochgezogen werden. 17 der Geretteten wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die meisten Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes stammen laut Polizei aus Großbritannien und den USA.

Der südnorwegische Rettungsdienst twitterte, die Evakuierung werde voller Vorsicht vollzogen. Laut Reederei Viking Ocean Cruise befanden sich 915 Passagiere und 458 Besatzungsmitglieder an Bord.

Motorschaden zum Teil behoben

Nach einem Motorschaden laufen nun drei der vier Motoren wieder. Das Kreuzfahrtschiff ist auf dem Weg in den Hafen von Molde und kann laut einem Sprecher wieder aus eigener Kraft fahren.

Wie der Rundfunksender NRK berichtet, soll es auf dem Weg in den Hafen von zwei Schleppern geleitet werden.

Die "Viking Sky" war am Samstagnachmittag mit rund 1300 Passagieren an Bord bei starkem Wellengang in Seenot geraten. Das Schiff befand sich auf dem Weg von Tromsø in Nordnorwegen nach Stavanger im Süden, als es wegen eines Motorschadens einen Notruf absetzte. Der Küstenabschnitt Hustadvika liegt bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gilt als gefährliches Seegebiet. Dort kam es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen.

Auch Besatzungsmitglieder eines Frachters in Sicherheit

Passagiere veröffentlichten auf Twitter unglaubliche Szenen von Bord. Zu sehen ist, wie bei starkem Wellengang Möbelstücke wie Sessel, Stühle und Tische sowie Pflanzen auf dem Boden hin und her schlittern. Viele Menschen an Bord tragen Rettungswesten.

Foto: Alexus Sheppard

Auch die neun Besatzungsmitglieder des im selben Küstengebiets in Seenot geratenen Frachters "Hagland Captain" wurden laut Nachrichtenagentur NTB mittlerweile in Sicherheit gebracht. Der Frachter war auf dem Weg zur "Viking Star", als bei ihm ebenfalls der Motor ausfiel. Daraufhin hatte es Schlagseite bekommen.

Die Evakuierten kamen in ein Notaufnahmezentrum in der Stadt Brynhallen, rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo. Die Verletzten wurden dann in drei Krankenhäuser gebracht.

Der Rundfunksender NRK zeigte Aufnahmen der "Viking Sky" in starkem Wellengang im gefährlichen Küstenabschnitt Hustadvika, in dem es zahlreiche kleine Inseln und Riffe gibt. Der südnorwegische Rettungsdienst erklärte, das Schiff hätte wegen Antriebsproblemen bei widrigen Wetterbedingungen einen Notruf abgesetzt und sei in Richtung Küste getrieben.

mst/AFP/dpa

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