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Reise

"Pokémon Go" auf Flughäfen

Pikachu auf dem Rollfeld jagen? Schlechte Idee

Goldini, Pikachu oder Dragonir machen auch nicht vor Flughäfen oder Bahngleisen halt. Die Bundespolizei warnt vor den Folgen für allzu begeisterte Pokémon-Go-Spieler.

AFP

"Pokémon Go"-Spieler

Montag, 15.08.2016   13:59 Uhr

So manches Unternehmen erkauft sich sogar einen Auftritt bei "Pokémon Go": So werden in Japan Tausende Filialen von McDonald's als sogenannte Poké-Stopps angezeigt, an denen die Spieler spielintern nützliche Hilfsmittel einsammeln können.

Zu den begeisterten Anhängern des Smartphone-Spiels zählen allerdings nicht die Betreiber deutscher Flughäfen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen und die Bundespolizei haben zur Zurückhaltung bei "Pokémon Go"-Spielen an Airports aufgerufen. "Sogenannte Pokémon-Stopps hinter der Sicherheitskontrolle sollten durch den Betreiber gelöscht werden, um Unfälle zu vermeiden", erklärten sie.

Spieler warnten sie vor unbefugtem Betreten von Sicherheitsbereichen. Das Passieren der Kontrollen ohne Berechtigung, ein Umgehen von Kontrollstellen oder das eigenmächtige Öffnen von Fluchttüren könne "weitreichende polizeiliche Maßnahmen" und "gegebenenfalls zivile Schadensersatzforderungen" zur Folge haben. Auch auf den Wegen zu Flugzeugen auf dem Rollfeld sei es aus Sicherheitsgründen verboten, die vorgegebenen Wege zu verlassen.

Wenig begeistert wird auch die Bahn über das Computerspiel mit den winzigen Monstern sein. Am Sonntagmorgen musste die Bundespolizei in Osnabrück einen Pokémon Go spielenden Mann von den Bahngleisen holen. Ein Fahrdienstleiter hatte die Polizei informiert, weil der Mann im Stadtteil Eversburg auf den Gleisen lief.

Der Streckenabschnitt wurde für den Zugverkehr gesperrt, die Beamten entdeckten den 22 Jahre alten, angetrunkenen Mann dann schnell. Zur seiner Rechtfertigung sagte er, sein Smartphone habe ihn auf der Suche nach einem bestimmten Pokémon auf die Gleise geführt. Wegen der Suche nach dem Pokémon-Jäger gab es bei fünf Zügen Verspätung, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit.

"Pokémon Go" animiert die Spieler, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und monsterähnliche Pokémon-Figuren "einzufangen", die per Zufallsprinzip an realen Orten "platziert" werden. Dazu nutzt die App die GPS-Funktion und das Kartenmaterial des Smartphones.

abl/AFP

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