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Reise

Passagierrekord an Flughäfen

Deutsche fliegen so viel wie noch nie

Im Sommer 2018 brachen mehr Menschen denn je von deutschen Airports zu einer Reise auf. Vor allem nach Tunesien und Ägypten wurde wieder häufiger geflogen. Die Pleite von Air Berlin sorgte aber für weniger Inlandsflüge.

Getty Images

Reisende am Flughafen

Donnerstag, 17.01.2019   11:25 Uhr

Die Deutschen sind im vergangenen Sommer so viel geflogen wie nie zuvor. Laut Statistischem Bundesamt brachen im Sommerflugplan von April bis Oktober 80,5 Millionen Menschen von den deutschen Hauptverkehrsflughäfen zu einer Flugreise auf. Das waren 2,4 Millionen Menschen oder drei Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Behörde in Wiesbaden berichtete. Von dem Boom haben aber nicht alle Ziele gleichermaßen profitiert.

Angestiegen ist vor allem die Zahl der Flüge von Deutschland ins Ausland. Zwischen April und Oktober reisten 66,2 Millionen Menschen in andere Länder, das waren gut 4,3 Prozent mehr als im Sommerflugplan 2017.

Mehr Passagiere wurden vor allem zu den touristischen Zielen in Nordafrika und der Türkei (5,63 Millionen) gezählt, wo die politischen Krisen der Vorjahre etwas in den Hintergrund getreten sind. So verzeichnete Tunesien (337.000) einen Zuwachs von 49,6 Prozent und Ägypten (1,17 Millionen) legte 38,3 Prozent zu. Die Zahl der Passagiere in die Türkei wuchs um 20,1 Prozent und der Nachbar Griechenland (3,45 Millionen) legte ebenfalls mit 15 Prozent deutlich zu.

Ins Hauptreiseland Spanien wollten zwar weiterhin knapp 10,5 Millionen Touristen, aber das bedeutete nur noch einen unterdurchschnittlichen Zuwachs von 1,8 Prozent. Auf die Kanarischen Inseln (1,73 Millionen) wollten sogar 1,7 Prozent weniger Passagiere als im Jahr zuvor.

Weitere Verlierer waren die USA (minus 6,7 Prozent; 3,59 Millionen) und die karibischen Inseln (minus 12,6 Prozent; 411.000) sowie der innerdeutsche Flugverkehr, der 2,3 Prozent verlor (14,3 Millionen).

Hier spiegelt sich die Pleite der Air Berlin wider, die zum Beginn des Jahres 2018 noch zu einem ausgedünnten innerdeutschen Flugplan geführt hatte.

Das heißt allerdings nicht, dass der Tourismus in Deutschland insgesamt gelitten hätte - im Gegenteil: Von Januar bis einschließlich November 2018 stieg die Zahl der Gästeübernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um vier Prozent auf 447,9 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im Gesamtjahr werde die Zahl der Gästeübernachtungen in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen voraussichtlich den Rekordwert von rund 477 Millionen erreichen.

jus/dpa/AFP

insgesamt 89 Beiträge
ohlert 17.01.2019
1. Klimaschutz
Im November las ich, dass "die große Mehrheit der Deutschen bereit ist, für den Klimaschutz Opfer zu bringen". Tja, man merkt´s.
Im November las ich, dass "die große Mehrheit der Deutschen bereit ist, für den Klimaschutz Opfer zu bringen". Tja, man merkt´s.
gerchla63 17.01.2019
2. Wir wissen es längst
Wir wissen längst, dass Flugverkehr (neben Autoverkehr, Kohlekraftwerken etc.) zu den größten Klimasünden zählt. Richten wir unser Handeln danach aus? Leider nein: Neue Rekorde bei den Fluggastzahlen (egal ob Fernreise oder [...]
Wir wissen längst, dass Flugverkehr (neben Autoverkehr, Kohlekraftwerken etc.) zu den größten Klimasünden zählt. Richten wir unser Handeln danach aus? Leider nein: Neue Rekorde bei den Fluggastzahlen (egal ob Fernreise oder "nur mal zum Shoppen übers Wochenende nach Paris, weil der Flug so günstig ist") oder immer dickere, schwerere Autos (SUV). Das ist eine Sünde an der Umwelt und an nachfolgenden Generationen. Sie werden uns verfluchen und fragen, warum wir nichts gegen den Klimawandel unternommen haben.
derleibhaftige 17.01.2019
3. Zu pauschal
Ich denke, die Zahlen und der Zeitraum sind einfach zu groß, um derart pauschale Aussagen treffen zu können. Wie werden hier überhaupt Urlaubsreisen von Dienstreisen unterschieden, die auch immer häufiger und per Flugzeug [...]
Ich denke, die Zahlen und der Zeitraum sind einfach zu groß, um derart pauschale Aussagen treffen zu können. Wie werden hier überhaupt Urlaubsreisen von Dienstreisen unterschieden, die auch immer häufiger und per Flugzeug stattfinden? Bei Hotelbuchungen läßt sich das auch gar nicht pauschal bestimmmen, ob derjenige jetzt Urlaub macht oder anderweitig beruflich oder familiär verreist ist. Sofern man nicht genau auf die Unterbringung und die Person, sowie auch den Ort, schaut, ist dazu eigentlich überhaupt keine Aussage möglich. Viele besuchen in der Zeit von April bis Oktober, also in diesen 6 von allen 12 Monaten, auch ihre verwandten und Familien und müssen das zwangläufig mit einem Urlaub verbinden. Hier denke ich vor allem an Reisende in die Türkei oder Griechenland. Das ist aber dann aber eher der Familienbesuch- zusammenführung, Hochzeit, Taufe, Zuhause auch mal nach dem rechten schauen usw. und klassischer Urlaub ist für die Betroffenen dabei bestenfalls noch Beiwerk oder meist auch gar nicht vorhanden.
tschortpoberi 17.01.2019
4. Typisch deutsch
Laut und besserwisserisch von Umwelt, Klimawandel und Naturschutz faseln und dann in Flugzeuge steigen oder für den Skizirkus zerstörte Hänge runterwedeln. Ist das jetzt nur dumm oder schlicht verantwortungslos?
Laut und besserwisserisch von Umwelt, Klimawandel und Naturschutz faseln und dann in Flugzeuge steigen oder für den Skizirkus zerstörte Hänge runterwedeln. Ist das jetzt nur dumm oder schlicht verantwortungslos?
-volver- 17.01.2019
5. ...
Es ist schon bemerkenswert, dass der bereits massive und sogleich zunehmende Flugverkehr, so gut wie nie auf evtl. erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt hinterfragt wird.
Es ist schon bemerkenswert, dass der bereits massive und sogleich zunehmende Flugverkehr, so gut wie nie auf evtl. erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt hinterfragt wird.

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