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Sibirien

Unternehmen warnt Instagramer vor Selfies in giftigem See

Ein türkisblauer See in Sibirien ist zum Instagram-Hotspot geworden. Doch eigentlich handelt es sich um einen künstlich angelegten Tümpel - in dem hochgiftige Chemikalien entsorgt werden.

Donnerstag, 11.07.2019   13:48 Uhr

Das Wasser leuchtet türkisblau, das Ufer spiegelt sich in dem See nahe der russischen Stadt Nowosibirsk. Ein Pärchen, beide auf Stand-up-Paddle-Boards, treibt auf dem Wasser und gibt sich einen Kuss - das Foto haben sie auf Instagram hochgeladen unter dem Hashtag #maldivesnsk, was in etwa für "Die Malediven von Nowosibirsk" steht. Fehlen nur noch die Palmen, könnte man meinen.

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Der Teich ist zum Instagram-Hotspot geworden. Auf der Plattform sind Fotos zu sehen von Menschen, die in aufblasbaren Einhörnern darin treiben, von Freundinnen, die am Ufer posen und sogar von einem Hochzeitspaar, das mit dem See im Hintergrund posiert.

Doch der Ort ist im Gegensatz zu den echten Malediven keine Naturschönheit: Es ist ein künstlicher Tümpel, der angelegt wurde, um hochgiftige Substanzen aus dem nahe gelegenen Kohlekraftwerk zu entsorgen. Er wurde als größter sibirischer See seiner Art in den Siebzigerjahren geschaffen. Die Firma, die das Kraftwerk betreibt, hat nun Instagramer davor gewarnt, in dem Wasser zu schwimmen.

Chemikalien, die allergische Reaktionen auslösen

Wie CNN berichtet, forderte das sibirische Unternehmen auf dem russischen sozialen Netzwerk VK dazu auf, das Betreten des Sees dringend zu vermeiden, da er mit Chemikalien gefüllt sei, die allergische Reaktionen auslösen könnten.

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"Letzte Woche ist der Asche-Entsorgungsplatz von Novosibirsk TEZ-5 zum Social-Media-Star geworden", hieß es in einem Statement. "Aber man kann NICHT darin schwimmen. Das Wasser hat eine hohe alkalische Konzentration, da sich Kalziumsalze und andere metallische Oxide darin befinden."

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Zudem sei der Boden des Sees so schlammig, dass es "fast unmöglich" sei, wieder herauszukommen. "Deshalb bitten wir euch inständig, dass ihr beim Selfie-Machen nicht in den Entsorgungsplatz fallt! Das ist das größte Risiko", warnte die Firma in dem Statement. Das Wasser erhalte seine intensive türkisblaue Farbe von seiner Tiefe und den unterschiedlichen Metalloxiden.

Die Warnungen scheinen mindestens einen Instagram-Fan eher noch angestachelt zu haben, den giftigen See zu bewerben. Er gründete den Account @maldives_nsk, auf dem er nun Fotos des Gewässers sammelt. "Ich mag einfach nur Fotografie", sagte Leo Alexey, dem der Account offenbar gehört, zu CNN. "Der Ort ist wirklich interessant, auch wenn man nicht dort schwimmen kann." Er sei schon fünfmal dort gewesen und wolle noch öfter kommen - "aber ich fasse das Wasser nicht an."

kry

insgesamt 29 Beiträge
okrogl 11.07.2019
1. Manchmal bestätigen sich Vorurteile
Wie in diesem Fall. Er bestätigt, was ich von solchen Selbstdarstellern halte... ;)
Wie in diesem Fall. Er bestätigt, was ich von solchen Selbstdarstellern halte... ;)
Sleeper_in_Metropolis 11.07.2019
2.
Zitat : "Das Wasser erhalte seine intensive türkisblaue Farbe von seiner Tiefe und den unterschiedlichen Metalloxiden." Tja, offenbar ist es vorher keinem der Instagram-Hipster komisch vorgekommen, das mitten in [...]
Zitat : "Das Wasser erhalte seine intensive türkisblaue Farbe von seiner Tiefe und den unterschiedlichen Metalloxiden." Tja, offenbar ist es vorher keinem der Instagram-Hipster komisch vorgekommen, das mitten in Sibirien ein See aussieht wie die Küste an einer Südsee-Insel.
teichenstetter@gmail.com 11.07.2019
3. Naja
als Fotomotiv ist das sehr reizvoll. Kann man sich sehr kreativ dran austoben. Und wenn der See eh schon daliegt und man den so oder so nicht weiter verschmutzen kann dann ist der Hype doch sehr vertretbar.
als Fotomotiv ist das sehr reizvoll. Kann man sich sehr kreativ dran austoben. Und wenn der See eh schon daliegt und man den so oder so nicht weiter verschmutzen kann dann ist der Hype doch sehr vertretbar.
thememleser 11.07.2019
4. Schwierig
... manchmal ist es schwierig, gegen Vorurteile zu kämpfen. Bekommt man sie doch immer wieder bestätigt. Darwin Award, wird nie untergehen! Südsee in Sibirien!
... manchmal ist es schwierig, gegen Vorurteile zu kämpfen. Bekommt man sie doch immer wieder bestätigt. Darwin Award, wird nie untergehen! Südsee in Sibirien!
Renkin 11.07.2019
5.
Anstatt hier auf unbedarfte instagrammer einzuhacken, könnte man auch mal überlegen, warum ein ganzer See voller giftiger Chemikalien einfach zugänglich und nicht abgesperrt ist.
Anstatt hier auf unbedarfte instagrammer einzuhacken, könnte man auch mal überlegen, warum ein ganzer See voller giftiger Chemikalien einfach zugänglich und nicht abgesperrt ist.

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