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Reise

Fünf Höhenwege mit Aussicht

Der Gipfel ist nicht (unbedingt) das Ziel

Im Tal ist's noch grau und kalt - doch auf dem Gipfel! Diese fünf Panorama-Höhenwege bieten im Spätsommer grandiose Ausblicke.

DUMONT Bildarchiv/ picture alliance
Von Stefan Herbke
Dienstag, 01.10.2019   04:36 Uhr

Wer sich stundenlang den Berg hinauf quält, will auch belohnt werden: Für die meisten Bergsteiger gibt es nichts Schöneres, als auf dem höchsten Punkt zu stehen und das 360-Grad-Panorama vom Gipfel aus zu betrachten.

Noch schöner ist es, wenn der großartige Ausblick auf Berge und Täler den Wanderer auf der kompletten Tour umgibt - ein Traum, vor allem im Herbst, wenn es in den nebligen Tälern grau und kalt ist, während oben auf den sonnigen Gipfeln T-Shirt-Wetter herrscht. Wir stellen fünf schöne Höhenwege in Bayern vor:

Fotostrecke

Panorama-Höhenwege: Immer dem Grat nach

Berchtesgadener Alpen: Über das Lattengebirge

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den bekannten und vor allem deutlich höheren Bergen rund um Berchtesgaden übersehen viele das Lattengebirge. Dabei finden Wanderer hier wunderbare Steige, überraschend schöne Ausblicke und der Start der Wanderwege ist auch noch ganz bequem von Bad Reichenhall mit der ältesten original erhaltenen Großkabinenbahn der Welt erreichbar.

Die knapp fünfstündige Überschreitung des Lattengebirges führt anfangs am Gipfelkreuz des Predigtstuhls vorbei zur Schlegelmulde und hinauf zum Hochschlegel. Ab hier wird es deutlich ruhiger, der leichte Weg mit Blick auf die Berchtesgadener Alpen führt durch Latschengassen. Zwischendurch öffnen sich immer wieder Ausblicke ins Flachland.

Überaus lohnend sind die kurzen Abstecher auf die aussichtsreichen Gipfel von Karkopf (1738 Meter) und Dreisesselberg. Ein Fotomotiv beim Abstieg ist der auffallende Felsturm der Steinernen Agnes, der zu den hundert schönsten Geotopen Bayerns gehört.

Stefan Herbke/ SRT

Chiemgauer Alpen: Von der Kampenwand zur Hochplatte

Die beiden Eckpunkte des langen Höhenzuges über dem Chiemsee sind Gipfel mit wunderschönen Ausblicken. Entsprechend groß ist der Andrang auf Kampenwand und Hochplatte, doch die Panoramawanderung von Gipfel zu Gipfel ist überraschend wenig frequentiert. Dabei ist das Bergauf mit den bunten Gondeln der Kampenwandbahn sehr bequem.

Gemütlich ist auch der breite Wanderweg hinüber zur bewirtschafteten Steinlingalm. Hier verlässt man den Trubel, umrundet auf einem kleinem Steig die Kampenwand und quert schließlich die südseitigen Hänge des Raffen. Auf einem schmalen, bei Nässe auch etwas rutschigen Weg, der erst ab dem Hochalpenkopf (1494 Meter) wieder besser zu gehen ist, erreicht man schließlich einen schönen Wiesenrücken. Vorbei an der bewirtschafteten Piesenhauser Hochalm gelangt man nach rund fünf Stunden zur Bergstation der Hochplatten-Sesselbahn, mit der es bequem zurück ins Tal geht.

Stefan Herbke/ SRT

Bayerische Voralpen: Vom Herzogstand zum Heimgarten

Wer Einsamkeit sucht, der ist am Herzogstand am falschen Platz. Doch wer auf grandiose Ausblicke aus ist, der ist trotzdem genau richtig. Großartig ist bereits die Seilbahnauffahrt mit der Herzogstandbahn mit Blick auf den Walchensee.

Dann geht es erst richtig los: Die Rundsicht vom Herzogstand (1731 Meter) ins Flachland und hinunter zum Kochelsee und der beliebte Übergang zum Heimgarten (1790 Meter) ist atemberaubend schön. Rund eineinhalb Stunden dauert die Höhenwanderung und nach einem letzten anstrengenden Anstieg stehen Wanderer auf dem Heimgarten und genießen mit dem Blick über das Murnauer Moos eine komplett neue Aussicht. Die kann man auch einige Meter weiter unten, vor der kleinen Heimgartenhütte, ganz gut bewundern. Dann beginnt der lange Abstieg über die Ohlstädter Alm und führt nach rund fünf Stunden zurück zum Ausgangspunkt.

Stefan Herbke/ SRT

Bayerische Voralpen: Über den Blaubergkamm

Vom Tegernsee aus beherrscht der Wallberg das Blickfeld, doch kurz darauf rücken die Blauberge ins Bild. Über den mehrere Kilometer langen Kamm führt eine großartige Wanderung. Ein erster Höhepunkt ist bereits der Zustieg durch die Große Wolfsschlucht. Dort erfordern ein paar leichte, teilweise mit Drahtseilen gesicherte, Felsstufen Trittsicherheit. Im Wiesensattel zwischen Schildenstein und den Blaubergen hält man sich Richtung Blaubergalm, um kurz darauf einem kleinen Steig nach links zu folgen. Orientierungsprobleme gibt es hier keine. Der gut zu bewältigende Bergrücken gibt die Richtung vor.

Und so wandert man mit einem traumhaften Ausblick in alle Himmelsrichtungen über die Erhebungen von Blaubergschneid und den Blaubergkopf, verliert ein paar Höhenmeter beim Abstieg in einen Sattel, ehe es ein letztes Mal bergauf geht zur Halserspitze (1862 Meter), dem höchsten Punkt der Blauberge. Der Abstieg führt über den Zwieselberg und die bewirtschaftete Siebenhüttenalm retour auf den Anstiegsweg. Kurz darauf ist nach siebeneinhalb Stunden wieder der Ausgangspunkt erreicht.

Stefan Herbke/ SRT

Allgäuer Alpen: Über die Nagelfluhkette

Rund zwölf Kilometer liegen zwischen dem Hochgrat als höchsten Gipfel der Nagelfluhkette und dem Mittag, der den Bergkamm im Osten abschließt. Dazwischen erheben sich mehrere Gipfel, über die eine großartige, wenn auch mit sieben Stunden sehr lange Wanderung führt.

Der Auftakt ist einfach. Ein guter Steig führt von der Bergstation der Hochgratbahn auf den gleichnamigen Gipfel (1834 Meter) und weiter auf das Rindalphorn. Ab hier wird es anspruchsvoller. Der Abstieg in die Gündlesscharte ist steil und bei Nässe unangenehm rutschig, der Gegenanstieg zum Gündleskopf anstrengend. Beim Übergang zum Buralpkopf erfordert eine mit Drahtseil gesicherte Stelle ein wenig Trittsicherheit. Dann geht es genussreich weiter über den Stuiben zum Steineberg (1660 Meter).

Dort wählen Schwindelfreie den Direktabstieg über eine rund 30 Meter hohe Leiter, während die Mehrheit lieber den Felsabbruch auf einem einfachen Steig umgeht. Schlusspunkt der langen Tour ist der Mittag, wo man sich eine Einkehr mehr als verdient hat und mit der Sesselbahn gelenkschonend ins Tal fährt.

srt

insgesamt 3 Beiträge
Prokrastes 01.10.2019
1. Und wieviele Höhenmeter sind das jeweils?
In den recht knappen Beschreibungen fehlen diese Angaben vollständig; daß ein Berg irgendeine Höhe hat, ist hier nicht hilfreich. Aber um einschätzen zu können, ob man eine bestimmte Wanderung in einer bestimmten Zeit machen [...]
In den recht knappen Beschreibungen fehlen diese Angaben vollständig; daß ein Berg irgendeine Höhe hat, ist hier nicht hilfreich. Aber um einschätzen zu können, ob man eine bestimmte Wanderung in einer bestimmten Zeit machen will/kann, ist eine Höhenmeterangabe mehr als hilfreich.
Alter Falter 01.10.2019
2.
Wunderbare Wanderungen, keine Frage. Allerdings etwas verharmlosend dargestellt, als würde es sich um Spaziergänge handeln. Für Ungeübte kann das fatal enden. Gerade die Blaubergrunde ist nur für gut Trainierte zu empfehlen. [...]
Wunderbare Wanderungen, keine Frage. Allerdings etwas verharmlosend dargestellt, als würde es sich um Spaziergänge handeln. Für Ungeübte kann das fatal enden. Gerade die Blaubergrunde ist nur für gut Trainierte zu empfehlen. Sie ist anstrengend, teilweise ausgesetzt und nur für Schwindelfreie mit guter Kondition zu empfehlen. Bitte etwas verantwortlicher berichten. Die Bergrettung dankt es Ihnen.
var 01.10.2019
3. Planung und Vorbereitung mit SPON?
Dieser Artikel dient wohl nur zur Vorstellung von verschiedenen schönen Wanderungen und als Hinweis, dass es nicht immer ein Gipfel sein muss, und der Weg das Ziel ist. Wer bemängelt, dass hier Tourdaten und ausführliche [...]
Dieser Artikel dient wohl nur zur Vorstellung von verschiedenen schönen Wanderungen und als Hinweis, dass es nicht immer ein Gipfel sein muss, und der Weg das Ziel ist. Wer bemängelt, dass hier Tourdaten und ausführliche Beschreibung fehlt sollte lieber die Füße von diesen Wegen lassen. Wer Lust bekommen hat, so einen Panoramaweg anzugehen (oder eine andere Bergtour): Es gibt wirklich ausgezeichnete Portale, auf denen man sich ausführlich über jeden einzelnen der hier vorgestellten Höhenwege informieren kann. Diese Beschreibungen lassen in der Regel keine Wünsche offen und auch keinen Raum für überflüssige Meckereien und Besserwisser. Noch ein kleiner Hinweis zum Nagelfluhweg: Hier macht man 7 (mehr oder weniger kleine) Gipfel in max 7 Stunden (Öffnungszeiten der Bergbahnen beachten). Es gibt zwischendrin keine Möglichkeit zur Einkehr.
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