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Reise

Massenansturm

Bergsteiger am Mont Blanc brauchen Reservierung

Der höchste Berg der Alpen zieht jährlich Tausende Besucher an. Jetzt wollen die Behörden den Massenansturm reglementieren.

AFP

Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen

Freitag, 31.05.2019   21:27 Uhr

Angesichts des Massenansturms auf den Mont Blanc (4810 Meter) wollen die französischen Behörden den Aufstieg künftig stärker beschränken. Der einfachste Aufstieg dauert in der Regel zwei Tage. Wer über den Normalweg zur Bergspitze wolle, müsse ab dem kommenden Samstag eine Reservierung für eine der Hütten vorweisen. Das ordnete der Präfekt des Departements Haute-Savoie in Frankreich an.

Ohne Reservierung dürfen Bergsteiger demnach erst gar nicht aufsteigen. Wie die Behörden die Reservierungen kontrollieren wollen, blieb zunächst unklar. Insgesamt führen sieben Wege auf den Mont Blanc. Ob auch die anderen Aufstiegsrouten reglementiert werden sollen, blieb ebenfalls unklar.

Als Grund nannte Präfekt Pierre Lambert die häufige Überbelegung der Herbergen auf dem Weg zum Gipfel. Diese sind an einigen Tagen so voll, dass Bergsteiger im Schuhraum auf dem Boden übernachten müssen. Alle Versuche, das Problem im Guten zu lösen, seien gescheitert, erklärte er. In einigen Fällen seien Hüttenwirte sogar massiv körperlich bedroht worden.

In der Sommersaison müssten Alpinisten deshalb ab sofort und noch bis zum 29. September vor Aufstiegen mindestens eine Übernachtung reservieren. Lambert erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass bei wildem Zelten in Naturschutzgebieten bis zu zwei Jahre Haft und 30.000 Euro Geldstrafe drohten.

Touren sollen besser abgesichert werden

Im April hatten die Behörden bereits angekündigt, die Touren zur Mont-Blanc-Spitze besser abzusichern. Dazu gehören verschiedene Leuchtmarkierungen für den Auf- und den Abstieg. Der höchste Berg der Alpen zieht pro Jahr knapp 25.000 Bergsteiger an.

Der zunehmende Andrang - auch von weniger erfahrenen Alpinisten -, extreme Berge zu besteigen, wird in der Bergsteigerszene mit Sorge beobachtet. In den vergangenen Tagen waren schockierende Bilder vom Mount Everest (8848 Meter) um die Welt gegangen: Während des Gipfelanstiegs auf den höchsten Berg der Welt stiegen die Bergsteiger in langen Schlangen auf - bis in die sogenannte Todeszone über 7000 Meter, in der sich der menschliche Körper nicht mehr regenerieren kann. In der diesjährigen Klettersaison starben bereits doppelt so viele Bergsteiger wie im vergangenen Jahr.

mal/AFP

insgesamt 18 Beiträge
froschbus 31.05.2019
1. Umgekehrt wird ein
Schuh draus: Keine Erleichterungen und keine Markierung. Wer sich nicht anmeldet und ohne Genehmigung losgeht trägt mehr Risiko... Jeder zahlt seine vollen rettungskosten bis zur ersten Straße. Wer umgemeldet aufsteigt und [...]
Schuh draus: Keine Erleichterungen und keine Markierung. Wer sich nicht anmeldet und ohne Genehmigung losgeht trägt mehr Risiko... Jeder zahlt seine vollen rettungskosten bis zur ersten Straße. Wer umgemeldet aufsteigt und Hilfe braucht bezahlt das doppelte. Man sollte diese Art von Sport nicht verbieten aber den Menschen das Risiko spüren lassen... Es kann doch nicht sein das ungeübte Anfänger und Möchtegernprofis überall hinlatschen nach dem Motto: andere holen mich raus und wichtig bin ich auch... seltsame Einstellung.
räbbi 31.05.2019
2.
Sind schon verrückte Zeiten in denen wir leben. Wir halten uns alle für so verdammt individuell, dass wir uns an den individuellsten Fleckchen der Erde gegenseitig auf die Füße treten. Also natürlich nur an den Fleckchen, [...]
Sind schon verrückte Zeiten in denen wir leben. Wir halten uns alle für so verdammt individuell, dass wir uns an den individuellsten Fleckchen der Erde gegenseitig auf die Füße treten. Also natürlich nur an den Fleckchen, über denen auch ganz groß ein Schild mit "individuell" steht. Irgendwie muß man die ja finden. ...und dabei müsstest du einfach nur irgendwo auf der nächsten Landstraße anhalten, 500m in den Wald laufen und wahrscheinlich den ganzen Tag deine Ruhe haben...total individuell. Aber ohne Zeugen und Claquere ist es nur halb so schön..
Bala Clava 01.06.2019
3. Ach, wie ich sie liebe
diese Erstposter mit den immer gleichen einfachen Lösungen der martialischen Art. Die gnadenlosen Rechthaber, die an ihren PCs locker Leichen gehen - bis zum Tag, an dem sie selber mal um Hilfe von ihren Mitmenschen winseln.
Zitat von froschbusSchuh draus: Keine Erleichterungen und keine Markierung. Wer sich nicht anmeldet und ohne Genehmigung losgeht trägt mehr Risiko... Jeder zahlt seine vollen rettungskosten bis zur ersten Straße. Wer umgemeldet aufsteigt und Hilfe braucht bezahlt das doppelte. Man sollte diese Art von Sport nicht verbieten aber den Menschen das Risiko spüren lassen... Es kann doch nicht sein das ungeübte Anfänger und Möchtegernprofis überall hinlatschen nach dem Motto: andere holen mich raus und wichtig bin ich auch... seltsame Einstellung.
diese Erstposter mit den immer gleichen einfachen Lösungen der martialischen Art. Die gnadenlosen Rechthaber, die an ihren PCs locker Leichen gehen - bis zum Tag, an dem sie selber mal um Hilfe von ihren Mitmenschen winseln.
Newspeak 01.06.2019
4. ...
Die Bergsteigerszene betrachtet es also mit Sorge. Dieselbe Szene, die mit Vorträgen und Büchern Werbung macht, und als Bergführer daran verdient. Heuchelei pur. Ich wäre dafür, diese extremen Gebiete von der Rettung [...]
Die Bergsteigerszene betrachtet es also mit Sorge. Dieselbe Szene, die mit Vorträgen und Büchern Werbung macht, und als Bergführer daran verdient. Heuchelei pur. Ich wäre dafür, diese extremen Gebiete von der Rettung auszuschliessen, oder die Kosten komplett selbst tragen zu lassen. Wer sich nicht vorbereitet, wer dort fehl am Platz ist, der muss dann eben sehen, wo er bleibt.
spon_6867181 01.06.2019
5. Am Einstieg des Bossesgrates...
....also schon weit oben, wo alle Normalwege zusammen kommen, eine kleine Station mit Gendarmerie einrichten. Wer da nicht in der Lage ist die wichtigsten Knoten selber zu machen und sagen wir noch Kraft für 10 Liegestütze hat, [...]
....also schon weit oben, wo alle Normalwege zusammen kommen, eine kleine Station mit Gendarmerie einrichten. Wer da nicht in der Lage ist die wichtigsten Knoten selber zu machen und sagen wir noch Kraft für 10 Liegestütze hat, wird einfach zurückgeschickt. Das ganze publikumswirksam an den Talstationen der Seilbahn plakatieren und gut ist. Bin wirklich froh, das ich schon vor 20 Jahren diesen wunderschönen Berg besteigen durfte. Damals hatten wir aber im Kreis der Freunde verabredet, dass es nicht der Normalweg sein darf. Am Ende war es dann erst die Brenvaflanke und dann der Freneypfeiler. Idioten gab es damals aber auch schon, beim Abstieg über den Normalweg, kam uns ein Team mit Sauerstoffflaschen auf eben jenem Bossesgrat entgegen.

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