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Reise

Skipässe in den Alpen

So teuer wird der Pistenspaß

Wer seinen Winterurlaub plant, sollte einen Blick auf die Skipasspreise werfen: Je nach Land und Größe können pro Woche bis zu 420 Euro anfallen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Tarife in den Alpen aber meist nur sanft angestiegen.

REUTERS

Donnerstag, 13.10.2016   15:48 Uhr

Wann kommt der erste Schnee? Wann sind die Pistenbedingungen ideal? Das weiß noch niemand. Bis der Winter da ist, wird es aber auf alle Fälle noch dauern - und das verschafft die nötige Zeit für einen Blick auf die Skipasspreise der kommenden Saison. Die jedenfalls stehen schon fest. Die gute Nachricht dabei: Die Preise der Skipässe steigen im Schnitt nicht mehr so stark an wie in den vergangenen Jahren. Nur einige Bergbahnen haben kräftig an der Preisschraube gedreht.

Die 50 führenden Skipässe im Alpenraum hat Schneeundmehr, der Skiatlas von SPIEGEL ONLINE, für den kommenden Winter ausgewertet: Der Durchschnittspreis für die bei Urlaubern besonders beliebten Sechstageskipässe in der Hochsaison steigt um gut fünf Euro von 266,10 auf 271,70 Euro. Das sind gerade mal zwei Prozent Teuerung nach fast fünf Prozent in der vergangenen Saison.

Oberbayern erhöht nicht

Auf Euro-Basis sogar leicht günstiger wird der Pistenspaß in der Schweiz. Das ist allerdings relativ zu sehen - die teuersten zehn der verglichenen Skipässe stammen weiter alle aus dem Land. Sie alle kosten inzwischen mehr als 300 Euro. Der Skipass mit dem allerhöchsten Preis immerhin ist ein zweisprachiger Europäer: Das Regionalabonnement Zermatt-Aostatal berechnet für sechs Tage Skifahren beachtliche 423 Euro - währungsbedingt einen Euro weniger als im Vorjahr.

Außerhalb der Schweiz blieb von den Top-50-Skipässen nur ein Einziger gegenüber dem Vorjahr preisgleich: der oberbayerische Zusammenschluss "Alpen Plus" um Lenggries, Spitzingsee und Bayrischzell (168 Euro). Die meisten anderen untersuchten Skigroßräume nutzten den Saisonwechsel zu moderaten Erhöhungen. Am behutsamsten mit weniger als zwei Prozent Aufschlag ging dabei ausgerechnet das größte Skigebiet der Welt vor, die Trois Vallées (jetzt 294 Euro), außerdem die Ortler Skiarena in Südtirol (241 Euro) und die urigen Hörnerdörfer im Allgäu (164 Euro).

Vergleichsweise kräftig zugelangt hat Ortler-Konkurrent Dolomiti Superski (plus zwölf auf jetzt 287 Euro), gefolgt von Stubaital und Arlberg (jeweils zehn Euro mehr auf jetzt 267 beziehungsweise 262). Zumindest bei den beiden Tiroler Bahnen gibt es für mehr Geld auch mehr Leistung: Am Arlberg wurden gerade zwei Skigebiete per Lift verbunden und am Stubaier Gletscher blitzt eine nagelneue und deutlich schnellere Gletscherbahn.

Ischgl am teuersten in Österreich

Absolut gesehen machen Skifahrer im Euro-Raum die teuersten Skischwünge in Frankreich. Die Pistentickets von Chamonix kratzen mit 299 beziehungsweise 294 Euro knapp an der 300-Euro-Marke. Vergleichsweise immer noch günstige 255 Euro (sieben mehr als im Vorwinter) zahlen Skifahrer in den "Portes du Soleil", dem Gebiet mit den meisten zusammenhängenden Pistenkilometern der Welt.

Zwischen fünf und neun Euro schlagen die Großskiregionen Österreichs auf den Vorjahrespreis drauf. Preislich die Nummer eins der Alpenrepublik ist die Partyhochburg Ischgl (281 Euro), gefolgt vom Nachbarn Serfaus (261 Euro). Dabei werden in Ischgl nur die Gäste aus den günstigeren Nachbarorten abkassiert: Mit der eigenen Gästekarte kostet der Skipass 41 Euro weniger.

Vergleichsweise viel Pisten fürs Geld bekommt man weiter im Salzburger Land. Dort hat sich der Skipassriese Salzburg Superski mit den benachbarten Kitzbüheler Alpen zusammengetan zum zweitgrößten Skipassgroßraum der Welt: Imposante 2700 Pistenkilometer in 25 Skiregionen kann man neuerdings mit dieser einen Karte unter die Brettl nehmen - theoretisch zumindest. Mit 265 Euro für sechs Tage liegt die Karte preislich im Alpenvergleich auf Rang 25. Der größte Skipassgroßraum der Welt ist übrigens die Tirol Snow Card mit 4000 Pistenkilometern - aber die gibt es nur als Jahreskarte.

Günstig zur Zugspitze

Relative Schnäppchen sind die Großraumpässe Top Ski Kärnten, wo der Sechstagepass 233 Euro kostet, und die deutschen Alpin-Spitzenreiter Zugspitze (234 Euro) sowie Oberstdorf-Kleinwalsertal (220 Euro).

Noch günstiger wedelt durch den Urlaub, wer sich ein Skigebiet aussucht, das seine Skipässe in die Gästekarte inkludiert. Das ist ebenfalls ein Trend, der aktuell zum Beispiel im Allgäu am Oberjoch und in Oberstaufen um sich greift, im Schwarzwald am Feldberg und in Baiersbronn sowie im Bayerischen Wald in St. Englmar. Wer dort bei einem teilnehmenden Vermieter wohnt, für den kostet das Skifahren gar nichts extra.

Hans-Werner Rodrian, srt/abl

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