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Reise

Skipasspreise 2019/20

So teuer wird der nächste Winterurlaub

Die Skiregionen der Alpen heben ihre Preise an: Skipässe kosten im Schnitt vier Prozent mehr als im Vorjahr, in St. Moritz sind es sogar bis zu 14 Prozent. Einen Spartipp gibt es dennoch.

Michael Portmann/ ZBAG/ SRT
Von Hans-Werner Rodrian
Montag, 21.10.2019   05:52 Uhr

Dem Klimawandel zum Trotz laufen die Geschäfte der alpinen Skigebiete prächtig. Die Preise steigen durchschnittlich um 4,2 Prozent, bei einigen Gebieten auch um acht Prozent. Das ergab eine Erhebung von "Schneeundmehr - Der Skiatlas", einer App, die jährlich die Skipasskosten in den großen Skirevieren der Alpen analysiert. Sie vergleicht stets die aktuellen Preise für Sechstagepässe mit den Preisen aus dem Vorjahr.

Besonders hohe Aufschläge werden durch die sogenannte dynamische Preisgestaltung verschleiert. Ein Beispiel: Die Bergbahnen von St. Moritz empfehlen im Webshop neuerdings einen "Snow Deal: Wer früh bucht, profitiert". Tatsächlich werden dem Skigast für seinen sechstägigen Weihnachtsurlaub auf den 72 Franken teuren Tagespreis 21 Prozent Mehrtagesrabatt abgezogen, wenn er sechs Tage hintereinander kauft. Am Ende hat er aber trotzdem gut 40 Euro mehr gezahlt als im vergangenen Winter - das entspricht 14 Prozent.

"Dynamic Pricing" - das Prinzip ist nicht neu, wenn es um Urlaubsbuchungen geht. Wie bei Hotels oder Flugtickets gilt auch in den Skigebieten immer häufiger: Wer früh bucht, kann Geld sparen.

Fotostrecke

Arlberg bis Zermatt: Teurer Skipass, teurer Skispaß

Ganz oben in der Liste der teuersten Skigebiete landeten wieder die in der Schweiz. 425 Euro kostet das Regionalabonnement Zermatt-Aostatal für sechs Tage Pistenspaß - teurer ist kein Skipass in den Alpen. Betrachtet man nur Preise zusammenhängender Skigebiete, so heißt der Spitzenreiter Flims-Laax, das im neuen Winter 369 Euro für den Sechstagepass aufruft, gefolgt von Zermatt/Cervinia (349 Euro), Verbier (341 Euro), der Jungfrauregion mit Grindelwald und Wengen (337 Euro) sowie Saas-Fee (335 Euro).

Die Preisaufschläge mitteln sich (berechnet in Euro) bei sechs Prozent, mit mehr als acht Prozent langt die Jungfrauregion besonders kräftig hin. Die Region Davos/Klosters macht jetzt ebenfalls mit beim flexiblen Skipasspreis, prompt kosten Skitickets über die Weihnachtsferien bis zu 15 Prozent mehr. Fast noch mehr nervt der blinkende Hinweis auf der Webseite, dass "nur noch 3 Skipässe für diesen Preis" zu haben seien.

Die teuersten Skipassgebiete der Alpen

Zurückhaltender geben sich die großen französischen Skigebiete. Zwar landen auch Chamonix (327 Euro für den Sechstagepass in der Hochsaison), die Trois Vallées (312 Euro) und Les Arcs/La Plagne (310 Euro) wieder in den Top Ten der teuersten Skipassgebiete der Alpen. Doch die Liftpreise stiegen im Schnitt "nur" um 2,5 Prozent. Und Familien erhalten zudem in Les Arcs/La Plagne und den Trois Vallées deutliche Rabatte auf gemeinsam gebuchte Sechstageskipässe.

Österreichs Skigebiete schlagen Jahr für Jahr zwischen drei und vier Prozent auf. Top-Kassierer sind auf Basis der Sechstagekarten die Gebiete Ischgl/Silvretta-Arena (307,50 Euro), Ötztal (302,50 Euro) und Arlberg (300 Euro). Der neue Großraum "Ski Alpin Card" aus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrun sowie Zell am See/Kaprun reiht sich vergleichsweise preiswert bei 278 Euro ein.

Tourismusverband Stubai Tirol/ SRT

Nicht mehr zu haben ist der Stubaier Superskipass, für ihn gibt es nun den "Ski plus City Pass" zusammen mit Innsbruck und dessen zwölf Skidörfern vom Stubaital bis zur Axamer Lizum. Der kostet für sechs Skitage 268 Euro und damit fast sechs Prozent weniger als sein Vorgänger, wenn man die bisherige Variante ohne Gästekarte vergleicht.

Ehemals günstigere Skiregionen ziehen preislich nach

Viel Geld müssen Winterurlauber auch in den italienischen Skigroßräumen bezahlen. Allen voran geht die Vereinigung Dolomiti Superski, der Sechstagepass (313 Euro) ist nun teurer als der fürs größte Skigebiet der Welt in den Trois Vallées (312 Euro). Die Gemeinschaftskarte "Superskirama" der westlicher gelegenen Skigebiete um Madonna di Campiglio kostet für sechs Tage 307 Euro. Das zeigt einen weiteren Trend: Ehemals günstigere Skiregionen ziehen preislich nach.

Das gilt auch für die deutschen Skigebiete, die zwar ein eher überschaubares Pistenangebot haben, aber preislich ebenfalls weit oben liegen. Garmisch-Partenkirchen verlangt für sechs Tage Skifahren im Großraum 255,50 Euro, Oberstdorf-Kleinwalsertal 244 Euro, Reit im Winkl für den Dreiländerpass 239 Euro.

Skiparadies Sudelfeld/ Xandi Kreuzeder/ SRT

Auch die Alpen-Plus-Gebiete im bayerischen Oberland (Brauneck in Lenggries, Spitzingsee, Sudelfeld, Wallberg) ziehen mit jetzt 210 Euro nach und legen dabei mit acht Prozent einen besonders satten Preisaufschlag hin.

Geht's irgendwo auch noch günstig? Wer "große" Skigebiete mit Sechstagepässen unter 200 Euro will, der muss lange suchen. Selbst der Feldberg im Schwarzwald verlangt mittlerweile 215 Euro für sechs Tage Skifahren.

Hinweis zu den Preisen
Alle genannten Skipasspreise beziehen sich auf die Hauptsaison. Skiurlauber mit Gästekarte erhalten in einigen Orten Rabatt. Die Preise basieren auf Erhebungen der App "Schneeundmehr Der Skiatlas" Mitte Oktober 2019. Die App ist kostenlos in den Stores von Apple und Google erhältlich und wird von Hans-Werner Rodrian, dem Autor dieses Textes, herausgegeben.

Dagegen ist die Allgäu Tirol Skicard (größte Gebiete: Tannheimer Tal und Oberjoch) mit 191 Euro vergleichsweise günstig. Der Skipass hat jedoch einen starken Wettbewerber: die "Königscard", eine Gästekarte für Urlauber in Tirol, Oberbayern und dem Allgäu. Wer mindestens zwei Nächte in einer der am Programm teilnehmenden Unterkünfte schläft, kann in zehn Skigebieten mit insgesamt 120 Pistenkilometern jeweils einen Tag lang drei Stunden Skifahren - und zwar kostenlos.

srt

insgesamt 23 Beiträge
112211 21.10.2019
1. Mehr Geld - mehr Spaß?
Klar, der Skifahrer, der die Pisten ohne Unterbrechung nutzt, immer wieder eine neue Abfahrt sucht, wird um die teuren Skigebiete nicht herum kommen, egal ob in der Schweiz, in Frankreich, Italien, Österreich. Wer sich nur ein [...]
Klar, der Skifahrer, der die Pisten ohne Unterbrechung nutzt, immer wieder eine neue Abfahrt sucht, wird um die teuren Skigebiete nicht herum kommen, egal ob in der Schweiz, in Frankreich, Italien, Österreich. Wer sich nur ein wenig mäßigt, bekommt den Spaß auf der Piste für weit weniger Geld. Wer dann noch außerhalb der Hochsaison fahren kann, zahlt ebenfalls etwas weniger. In der Planung sollte auch beachtet werden, dass Urlauber oft mit Rabatten belohnt werden, wenn sie Unterkunft und Skipass im Paket kaufen: weiße Wochen, Wedelwochen, Firnschneewochen usw. nennen sich die Sparangebote. Alles in allem: mehr Geld bedeutet nicht zwangsläufig mehr Spaß. Das gilt vor allem für die gemütlicheren SkifahrerInnen.
ecdora 21.10.2019
2. Vor vielen Jahren war Wintersport noch Erholung.
Inzwischen ist auch in diesem Urlaubssegment Masslosigkeit in jeder Beziehung anzutreffen. Aufzählung spare ich mir an dieser Stelle.
Inzwischen ist auch in diesem Urlaubssegment Masslosigkeit in jeder Beziehung anzutreffen. Aufzählung spare ich mir an dieser Stelle.
mf_sunnyvale 21.10.2019
3. Die Alpen sind ausgesprochen günstig ...
das Tagesticket in Squaw Valley (Lake Tahoe, California) kostet für Erwachsene $179, Jugendliche (13 - 17 Jahre) $152 und für Kinder (5 - 12 Jahre) $112. Wer bis zum 24. Oktober ein Viertages-Ticket kauft zahlt [...]
das Tagesticket in Squaw Valley (Lake Tahoe, California) kostet für Erwachsene $179, Jugendliche (13 - 17 Jahre) $152 und für Kinder (5 - 12 Jahre) $112. Wer bis zum 24. Oktober ein Viertages-Ticket kauft zahlt "nur" $93 am Tag.
KlausRutschki 21.10.2019
4. da kommt es nicht mehr drauf an
Mit Familie sind in ner Woche (Ferienwohnung, Skipass, essen gehen) schon mal 3k weg (Weihnachten/Silvester) in AT. Wenn man dann noch das - und irgendwas braucht man immer - Material dazurechnet (wenn man ein wenig [...]
Mit Familie sind in ner Woche (Ferienwohnung, Skipass, essen gehen) schon mal 3k weg (Weihnachten/Silvester) in AT. Wenn man dann noch das - und irgendwas braucht man immer - Material dazurechnet (wenn man ein wenig anspruchsvoller ist), sind nochmals ein paar hunderter weg. Wer sich Skifahren leisten möchte, soll nicht wegen 50? heulen müssen. Sonst macht das keinen Spaß --> besser lassen.
ich2010 21.10.2019
5.
warum? weil sich immer mehr Menschen einen Ski-Urlaub leisten und damit der Hauch der Exklusivität verschwunden ist?
Zitat von ecdoraInzwischen ist auch in diesem Urlaubssegment Masslosigkeit in jeder Beziehung anzutreffen. Aufzählung spare ich mir an dieser Stelle.
warum? weil sich immer mehr Menschen einen Ski-Urlaub leisten und damit der Hauch der Exklusivität verschwunden ist?
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