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Reise

Trendziele für USA-Reisende

Miami? Maine!

Auf nach Seattle, Portland oder Austin, ab in die Neuengland-Staaten. Immer mehr deutsche Urlauber entdecken die Vielfalt der USA. Doch der starke Dollar könnte die Reiselust dämpfen.

TMN
Samstag, 06.06.2015   12:23 Uhr

Lange schien es, als wäre es ein ungeschriebenes Reisegesetz: Wer Urlaub in den USA macht, fliegt an die Ostküste oder landet in Kalifornien oder Florida. New York City, San Francisco, die Nationalparks, Welcome to Miami. Doch so langsam richten deutsche USA-Fans ihren Reiseradar neu aus und entdecken Regionen, die früher vor allem etwas für Amerika-Insider waren. Das berichten die deutschen Veranstalter auf der Reisemesse IPW in Orlando, Florida.

"Der Nordwesten ist absolut im Aufwind", sagt Per Illian, bei Dertour und ADAC Reisen für die Region Nordamerika verantwortlich. Die Bundesstaaten Oregon und Washington seien beliebt, Seattle und Portland als Metropolen richtig populär. "Auch San Diego liegt absolut im Trend." Der Mittlere Westen, die Südstaaten, Texas mit seinen Ranches, die Großen Seen und Neuengland - diese Trendregionen abseits der klassischen Routen nennt Steffen Boehnke, der sich bei TUI um das Fernreisegeschäft kümmert. "Die Nachfrage nach diesen Zielen steigt."

Auf nach Oklahoma

Urlauber, die schon ein- oder zweimal in den USA waren, wollen neue Dinge sehen", sagt Tilo Krause-Düno, Geschäftsführer beim Nordamerika-Spezialisten Canusa. Satte Zuwächse gibt es für North und South Carolina, die Großen Seen, Kansas und Oklahoma, Texas und den Nordwesten. Neuengland an der Ostküste sei eigentlich schon auf dem Sprung zu einem Ziel der ersten Liga.

"Wiederholer gehen von den Hauptdestinationen aus gerne 'in die Fläche'", sagt TUI-Experte Boehnke. Von Florida aus reisen USA-Fans zum Beispiel noch weiter nach New Orleans. "Diese Ecke wird stärker nachgefragt." Doch auch mancher Erstbesucher ist nicht mehr so stark auf die Verkaufsschlager New York, Florida und Kalifornien fokussiert.

Wohnmobil-Touren immer beliebter

TMN

Ein USA-Klassiker: Der Roadtrip mit dem Wohnmobil

Beim Blick auf die Reiseform zeichnet sich neben der klassischen Rundreise im Bus oder eigenen Mietwagen ein weiterer Trend ab: Urlaub mit dem Wohn- oder Campingmobil. "Die Nachfrage ist sensationell", schwärmt Per Illian von Dertour. Campingurlaub bediene die Sehnsucht nach der Natur. Statt wie früher einen Tagesausflug in einen Nationalpark zu machen, bleiben Reisende dort mittlerweile gleich mehrere Tage.

Steffen Boehnke bestätigt das: "Campingurlaub ist ein sehr starkes Segment." Canusa-Chef Krause-Dünow spricht von einer "Renaissance der Wohnmobil-Reisen". Das sei womöglich auch durch die derzeit niedrigen Spritpreise in den USA getrieben. "Da kompensieren sich die Mehrkosten durch den gestiegenen Dollar." Die im Verhältnis zum Euro starke US-Währung ist ein Faktor, der den Optimismus der Branche dämpft.

Dämpfer durch starken Dollar

Zwar haben die Veranstalter für diesen Sommer und zum Teil auch für den Winter durch Termingeschäfte günstig eingekauft und können dadurch Pakete anbieten, die für Urlauber günstiger sind als eine individuelle organisierte Reise - denn dabei zahlt der Kunde Hotel und Mietwagen mit dem bereits starken Dollar. Doch bei der Vorstellung ihrer Winterprogramme dürften dann auch die Veranstalter Preiserhöhungen ankündigen. Die große Frage lautet: Werden viele Urlauber in Zukunft lieber woanders hinreisen, wenn der Dollar so stark bleibt?

Fakt ist: Bei jedem Restaurantbesuch konnte der deutsche Tourist noch vor einigen Monaten locker 20 bis 30 Prozent abziehen: Aus 30 Dollar wurden vielleicht um die 23 Euro. Derzeit wird die Kreditkarte beinahe eins zu eins mit dem gleichen Betrag in Euro belastet - 30 Dollar werden zu satten 29 Euro. Besonders Familien mit Kindern müssen deshalb deutlich mehr Budget für Essen und alle anderen Ausgaben vor Ort einplanen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt

Hans Gesk, Präsident des deutschen Visit-USA-Committees, gibt sich naturgemäß optimistisch: "Der Urlauber lässt sich seine USA-Reise nicht nehmen, aber er plant vor Ort vielleicht anders." Er spart sich zum Beispiel den einen oder anderen Restaurantbesuch. Allerdings räumt Gesk ein, dass es bei den Gästezahlen aus Deutschland zu einer "Delle" kommen könnte.

"Die Anziehungskraft der USA findet der Kunde nirgendwo anders auf der Welt", findet Dertour-Experte Illian. "Der starke Dollar wird eine Auswirkung haben. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis in den USA stimmt nach wie vor", sagt Fabio Negro, Group Director für Nordamerika bei FTI.

Bei TUI haben die USA im vergangenen Jahr um 50 Prozent zugelegt. Und in diesem Jahr wird diese Zahl nach Einschätzung von Steffen Boehnke noch getoppt. Bei Canusa geht man davon aus, dass 2015 bei der Zahl aller deutschen USA-Besucher die Zwei-Millionen-Marke geknackt wird. Die Buchungsanfragen zeigten, dass die touristische Nachfrage auch für 2016 ungebrochen sei. "Ob das durchhält, werden wir in einigen Monaten sehen", sagt Geschäftsführer Krause-Dünow.

Philipp Laage/dpa/ele

insgesamt 74 Beiträge
spon-facebook-1810274577 06.06.2015
1. Maine! Connecticut!
Ich kann die New-England-Staaten nur wärmstens empfehlen. Gerade auch in der Vorsaison.
Ich kann die New-England-Staaten nur wärmstens empfehlen. Gerade auch in der Vorsaison.
lupidus 06.06.2015
2.
stimmt schon, aber ob noch mehr touristen ein segen sind ?
Zitat von spon-facebook-1810274577Ich kann die New-England-Staaten nur wärmstens empfehlen. Gerade auch in der Vorsaison.
stimmt schon, aber ob noch mehr touristen ein segen sind ?
Dr Vielgut 06.06.2015
3.
Ein schöner Artikel. So gerne würde ich einen Urlaub in diesen Gegenden verbringen, auch die Amerikaner an sich sind in der Regel angenehme Menschen. Doch leider ist das politische System dort nicht tragbar. Abhören von [...]
Ein schöner Artikel. So gerne würde ich einen Urlaub in diesen Gegenden verbringen, auch die Amerikaner an sich sind in der Regel angenehme Menschen. Doch leider ist das politische System dort nicht tragbar. Abhören von Bürgern, Einschränkungen der Freiheit, Gewalt auf den Straßen, Genfood, Anzettelung von Kriegen USW. Wo soll das alles hinführen? Ich glaube das Vertrauen in dieses Land ist ersteinmal dahin. Es gibt auch noch andere schöne Ziele. Viele Grüße.
deepfritz 06.06.2015
4.
Menschenmassen sind grundsätzlich kritisch zu betrachten. Aber es leben nun mal 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten.
Zitat von lupidusstimmt schon, aber ob noch mehr touristen ein segen sind ?
Menschenmassen sind grundsätzlich kritisch zu betrachten. Aber es leben nun mal 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten.
steffen.ganzmann 06.06.2015
5. Wenn das Geld für Seattle nicht reicht, ...
... so fliegt man halt nach Vancouver. Ist billiger und auch nicht schlechter! Aber man sollte die Nordwestküste des nordamerikanischen Kontinents nicht verpassen ...
... so fliegt man halt nach Vancouver. Ist billiger und auch nicht schlechter! Aber man sollte die Nordwestküste des nordamerikanischen Kontinents nicht verpassen ...
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