Schrift:
Ansicht Home:
Reise

Reiseführer für Sternengucker

Die dunkelsten Orte der Welt

Wenn kein Licht die Nacht stört, sind Astrotouristen glücklich. Aber wo auf der Welt lassen sich Perseiden, Polarlichter und Planeten am besten beobachten? Ein Buch gibt erhellende Tipps.

Alexander Caspari/ Shutterstock
Von
Sonntag, 13.10.2019   18:12 Uhr

Elche, Wapitis und Weißkopfadler: Der Cherry Springs State Park im US-Bundesstaat Pennsylvania ist bei Wanderern und Wildlife-Fans beliebt. Doch Berühmtheit erlangte er wegen einer anderen Attraktion - dem spektakulären Nachthimmel. Als einer der Ersten ist er 2008 zum Dark Sky Park erklärt worden. Dieser Begriff bezeichnet Landstriche, in denen nachts kein künstliches Licht die Dunkelheit trübt.

Cherry Springs ist einer von Dutzenden Reisetipps, die der Lonely Planet im nun erschienenen "Travelguide für den Blick nach oben" auflistet. So lautet der Untertitel des Buches "Himmelleuchten". Es zeigt, auf welch unterschiedliche Weisen man beim Reisen den Sternenhimmel beobachten kann - sei es in einem Lichtschutzgebiet, beim Besuch einer Forschungsstation oder künftig vielleicht bei einem Suborbitalflug.

Während Letzteres nur sehr betuchten Reisenden vorbehalten sein wird - die Preisplanung für eine Fahrt Richtung Weltraum liegt bei meist sechsstelligen Summen -, können Interessierte dem Kosmos schon jetzt auch näherkommen, wenn sie mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Und genau das ist der Schwerpunkt des Sternenreiseführers.

Fotostrecke

Buch "Himmelleuchten": Die dunkelsten Orte der Welt

Auf mehr als hundert Seiten beschreibt Buchautorin Valerie Stimac die dunkelsten Orte der Welt: vom kanadischen Nationalpark Mont-Mégantic über den Zselici Csillagpark in Ungarn bis zum Yeongyang Firefly Eco Park in Südkorea.

Besonders viele Orte in den USA sind dabei, etwa der Cosmic Campground in New Mexico ("eine wahre Pilgerstätte für Astrotouristen; mit Plumpsklosetts und ohne Strom") sowie das Naturschutzgebiet Craters of the Moon in Idaho ("Die Fremdartigkeit des hoch gelegenen Gebiets ist besonders nachts eindrucksvoll").

Was ist noch mal der Unterschied zwischen Meteorit und Meteoroid?

Das Buch eignet sich als Inspiration für die Urlaubsplanung - und ist für Einsteiger gewissermaßen ein Crashkurs. Im Kapitel "Meteorströme" erklärt Stimac, was ein Komet und was ein Asteroid ist. Und sie hilft Lesern auf die Sprünge, die bisher nicht wussten, dass Meteoroid, Meteor und Meteorit unterschiedliche Objekte beziehungsweise Leuchterscheinungen sind.

In einer Art Kalender listet die Autorin auf, zu welcher Jahreszeit man Quadrantiden, Lyriden, Perseiden und andere Meteorströme sichten kann. Jetzt, im Oktober, lassen sich demnach beispielsweise gut Orioniden aufspüren. Praktischer Hinweis: Um sie zu sehen, suche man am Nordhimmel nach dem Sternbild Orion, "das leicht an seinen drei 'Gürtelsternen' sowie an den Sternen Beteigeuze (an seiner Schulter) und Rigel (an seinem Fuß) zu erkennen ist. Die Meteore scheinen von einem Punkt über dem Arm Orions auszugehen".

Valerie Stimac, aufgewachsen in der Nähe von Anchorage, liebt den Space Lake in Alaska. "Hier gibt es mehrere Parkplätze, die alle durch Bäume abgeschirmt sind", sagt die Weltraumenthusiastin. Dadurch werde jegliche Lichtverschmutzung verhindert. "Der Ort ist noch ein Geheimtipp - die Chancen stehen also gut, hier den Himmel ganz für sich zu haben."

Preisabfragezeitpunkt:
09.10.2019, 10:10 Uhr
Ohne Gewähr

ANZEIGE

Valerie Stimac
Lonely Planet Himmelleuchten: Der ultimative Travelguide für den Blick nach oben (Lonely Planet Reisebildbände)

Verlag:
LONELY PLANET DEUTSCHLAND
Seiten:
288
Preis:
EUR 22,90

Das ist Ihnen zu weit? Erhellende Worte finden sich im Schlusswort des Buches: Beim Lesen könne der Eindruck entstehen, man müsste um die ganze Welt reisen, um die Wunder des Weltraums und des nächtlichen Himmels zu erleben. "Aber der Eindruck täuscht. Tatsächlich kann man auch zu Hause zum Astrotouristen werden."

Wie das geht? Die Autorin empfiehlt einen Besuch im Planetarium oder einen Ausflug in ein nahe gelegenes Gebiet mit dunklem Nachthimmel. Wo es solche in Deutschland gibt, lesen Sie hier.

jus

insgesamt 9 Beiträge
Funfood 13.10.2019
1. Praktischer Hinweis...
... der Orion befindet sich in unseren Breiten natürlich am Südhimmel. Die Nordangabe aus dem Artikel ist nur für Standorte südlich des Äquators gedacht.
... der Orion befindet sich in unseren Breiten natürlich am Südhimmel. Die Nordangabe aus dem Artikel ist nur für Standorte südlich des Äquators gedacht.
kika2012 13.10.2019
2. Zuhause
also im alten Zuhause waren die Sterne super zu sehen. Auch in der Provence oder südspanien, abgelegen von der Zivilisation habe ich schon viele Sternbilder ohne Lichteinflüsse geniessen können.
also im alten Zuhause waren die Sterne super zu sehen. Auch in der Provence oder südspanien, abgelegen von der Zivilisation habe ich schon viele Sternbilder ohne Lichteinflüsse geniessen können.
spon-facebook-10000034826 13.10.2019
3. in Florenz?
Mitten in Florenz, bei der Lichtverschmutzung? Kaum glaubhaft, dieser Tipp. Den tollsten Sternenhimmel habe ich im nördlichen Australien gesehen, in der Dry season (trockener, klarer Nacht). Die Milchstraße schien bei Neumond [...]
Mitten in Florenz, bei der Lichtverschmutzung? Kaum glaubhaft, dieser Tipp. Den tollsten Sternenhimmel habe ich im nördlichen Australien gesehen, in der Dry season (trockener, klarer Nacht). Die Milchstraße schien bei Neumond so hell, das man einen Schatten warf. Wichtig schien mir: Dies war in hinreichender Distanz selbst zu kleinen Orten und menschlicher Zivilisation, dadurch in natürlicher Dunkelheit. Wunderschön
DLH711 13.10.2019
4. Nordheide, südlich Hamburg
auch sehr gut. Speziell in der Gegend von Handeloh oder auch Bispingen. Namibia oder Australien sind natürlich erheblich besser. Aber eben etwas klimaunfreundlicher. Lange Flugreise...
auch sehr gut. Speziell in der Gegend von Handeloh oder auch Bispingen. Namibia oder Australien sind natürlich erheblich besser. Aber eben etwas klimaunfreundlicher. Lange Flugreise...
widower+2 13.10.2019
5. In Kanada
In Kanada dürfte es hunderttausende solcher Orte geben, die weit genug von der nächsten Ansiedlung entfernt und frei von Lichtverschmutzung sind. Da habe ich jedenfalls meinen bisher eindrucksvollsten Sternenhimmel gesehen.
In Kanada dürfte es hunderttausende solcher Orte geben, die weit genug von der nächsten Ansiedlung entfernt und frei von Lichtverschmutzung sind. Da habe ich jedenfalls meinen bisher eindrucksvollsten Sternenhimmel gesehen.
Newsletter
Bücher: Bestseller und Lesetipps

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP