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Reise

Reisetipps für Dezember

Gruseln im Stubaital, chillen in der Karibik

Glühweinrausch oder Palmenrauschen? Im Dezember dreht sich beim Urlaub alles um die Feiertage. Hier die besten Reisetipps für Weihnachtsfans und Wintermuffel.

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Dienstag, 15.11.2016   05:01 Uhr

Im Dezember tut sich ein Graben zwischen Weihnachtsfans und Weihnachtshassern auf. Die einen erfreuen sich an Adventsmärkten, Krapfenduft und Traditionen und würden bestimmt keine Vorweihnachtszeit zu Hause auslassen. Die anderen schmieden Fluchtpläne - möglichst weit weg, möglichst sonnig, möglichst ohne Großfamilie.

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Von London bis Paris: Shoppen unter Lichterketten

Der erste Dezembertyp steigert seine Lust an der Gemütlichkeit vielleicht noch mit dem Besuch einer europäischen Großstadt, um dort dem Shoppingrausch unter orgiastischem Lichterschmuck zu verfallen. Der zweite hat seinen Feiertagsausbruch schon Monate im Voraus gebucht. Na ja, und dann gibt es noch die Stoischen. Jene, die sich einfach dem Strom an Feiern, dem Geschenkestress und Glühweinrausch ergeben.

Wir haben für alle Typen ein paar jahresendzeitgemäße Trips zusammengestellt.

Was ist los in Europa?

Wer zu Hause bleibt, der entkommt kaum dem Sog der Weihnachtsmärkte, die zum Teil schon eine Woche vor dem ersten Advent eröffnen. Der beste ist wohl immer der, auf den man schnell mit Kollegen, Freunden oder Kindern gelangt - also der um die Ecke. Gebrannte Mandeln, Glühpunsch, Karussell - das gibt es überall.

DPA

Wenn man aber den schönsten Markt finden will, bietet sich ein Testlauf durch jene an, die in bildhübschen historischen deutschen Altstädten liegen: Nürnberg und Dresden natürlich, dann Esslingen, Würzburg, Bernkastel-Kues, Heidelberg, Hameln, Lübeck, Regensburg, Rothenburg - die Liste ist lang. Eine schrägere Variante ist zum Beispiel der erotisch angehauchte Santa Pauli in Hamburg (Foto).

Unsere Nachbarländer schwärmen von den Märkten in ihren Städten: etwa dem Christkindelsmärik in Straßburg (mit Europas größtem Weihnachtsbaum), dem Christkindlimarkt im Zürcher Hauptbahnhof, dem Markt am Schloss Schönbrunn in Wien oder in der sogenannten Fluweelengrot in Valkenburg aan de Geul. Mehr zu Europas Weihnachtsmärkten finden Sie hier.

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Zugleich ist die dunkle Jahreszeit auch die Zeit der archaischen, gruseligen Traditionen: In Österreich verbreiten die Krampusse am Abend des 5. Dezember Angst und Schrecken. Die Tuifl (Teufel) tragen Hörner vom Widder, Ziegen- oder Steinbock, ihre Masken würden den Orks aus "Herr der Ringe" alle Ehre machen. Zentrum dieses wilden Brauchtums sind die ansonsten überaus friedlichen Dörfer im Stubaital (Foto) und im Salzburgerland, auch in Ost- und Südtirol findet der Krampuslauf statt. Im Allgäu tragen die Klausen das Hörnerkostüm, in der Schweiz die Chlausen.

Ursprünglich sollten böse Wintergeister vertrieben werden, in der heutigen Argumentation bestrafen die Krampusse und Klausen zum Nikolaus die unartigen Kinder. Na danke.

Fête des lumières/TMN

Zum Glück für empfindliche Gemüter - der Großen oder Kleinen - gibt es da noch die Lichterfeste: Traditionell wird zum Beispiel das Luciafest in Skandinavien am 13. Dezember begangen. Auch in deutschen Kirchen gibt es Andachten zur Heiligen Lucia - in Hamburg etwa im Michel, in Lübeck in der St. Aegidienkirche.

Bunter wird es bei Lichterfestivals, bei denen Sehenswürdigkeiten und ganze Städte illuminiert werden: Ab 24. November etwa in der Bischöflichen Hofburg von Brixen in Italien; ab 26. November in Montbéliard im Elsass; ab 1. Dezember bis zum 22. Januar in Amsterdam, ab 10. Dezember im Dortmunder Westfalenpark. Und vom 8. bis 11. Dezember in Lyon (Foto): Die Fête des Lumières an Rhone und Saône zieht es jährlich vier Millionen Menschen, die rund 80 Installationen in der ganzen Stadt bestaunen. Richtig heiß wird es zur Sonnenwende am 21. Dezember am Strand von Brighton: Die Briten fackeln beim Kunstfestival Burning the Clocks überdimensionierte Uhren aus Papier ab.

Pitztaler Gletscherbahn

Safrangebäck oder Nürnberger Printen - damit sich der Winterspeck nicht festsetzt, täte Sport gut. Um sich auf Bretter - ob Ski oder Snowboard - zu schwingen, kann es im Dezember auch in den Alpen manchmal noch etwas früh sein. Auf der schneesicheren Seite sind Sie in Gletschergebieten wie Zermatt im Schweizer Wallis, Tux im österreichischen Zillertal oder im Tiroler Pitztal (Foto). Oder dort, wo die Pisten von Schneekanonen befeuert werden, wie auf dem Kronplatz in Südtirol.

Und falls die Schneeflocken sich noch zieren: In Mayrhofen in Österreich greifen englischsprachige Comedians vom 11. bis 17. Dezember auf dem Altitude Comedy Festival die Lachmuskeln an, hinterher wird bei Late-Night-Partys weitergefeiert. Elektronische Musik gibt's vom 10. bis 17. Dezember auf dem Rise Festival im französischen Les Deux Alps auf die Ohren.

Was ist los in fernen Ländern?

Ein Traum jedes Freeriders und gerade erst vom Reiseführerverlag Lonely Planet zum Top-Ziel 2017 erklärt: Kanada. In den Höhen der Rocky Mountains verschaffen der fluffig-trockene "Champagne Powder"-Schnee und die weiten Abfahrten Skifahrern ekstatische Momente. Banff ist das beliebteste Skigebiet des Landes, Whistler-Blackcomb das größte, und Marmot Basin bei Jasper eines der höchstgelegenen. Wer mag, kann auch mit Helikopter und Skiern in die Luft gehen. Für das Vergnügen muss allerdings die recht weite Reise über den Ozean in Kauf genommen werden.

Wintersport ist aber auch in Ecken der Welt möglich, die alpenverwöhnte und von den Rockys träumende Skifahrer bisher nicht auf der Liste haben. Ob auf Vulkankratern in Hawaii oder den Bergen Südafrikas - begeben Sie sich hier auf eine Wintersportweltreise in Bildern. Vielleicht ist ja auch Ihr nächstes Urlaubsziel dabei:

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Exotische Skigebiete: Von Chile bis China

Weihnachtsmärkte und Schnee - genau davor aber graut es vielen Wintermuffeln. Sie wollen einfach nur weg. Einen Haken hat die Flucht über die Feiertage etwa auf sonnige Karibikinseln oder die Malediven allerdings: Überall dort finden sich jetzt all die anderen Palmensucher - es ist teure Hochsaison! Egal? Egal.

Dann meiden Sie Nassau und schlürfen ihren Bahama Mama aus vier Sorten Rum am besten auf den kleineren Bahamas-Inseln wie etwa Andros, Bimini oder Eleuthera. Oder Sie klappern mit dem Postdampfer die Grenadinen-Inseln St. Vincent, Mustique und Co. ab, genießen ihr Carib Lager Beer und lauschen Calypsoklängen. Ach ja, und chillen auf Kuba ist zurzeit natürlich angesagt - wenn sich da nicht gerade all die Donald-Trump-Auswanderer ballen. Noch mehr Tipps zum Überwintern - ob in Downunder, Asien, Afrika oder Südamerika haben wir hier zusammengestellt.

AP

Wer Strand mag, aber lieber Tiere als Mitmenschen beobachtet, für den ist die Halbinsel Baja California ab Mitte Dezember das beste Ziel. Dann ziehen die Grauwale zur mexikanischen Küste, Buckelwale zeigen ihre Fluken, Blau,- Finn-, Pottwale und Zwergwale haben immer Saison. Mit kleinen Beobachtungsbooten geht es hinaus in die Lagunen, manchmal kommen die Riesensäuger ihnen ganz nahe, mal muss das Fernglas dabei sein. In der Magdalena Bay darf man auch in Seekajaks auf Whalewatching gehen.

Reich in Sachen Fauna und Flora ist auch Costa Rica - die reiche Küste - und im heimischen Winter angenehm temperiert. Bunte Aras, Vogelspinnen, Totenkopfäffchen sind in leicht zugänglichen Nationalparks wie Manuel Antonio oder Monteverde zu finden. Ein Tipp ist noch der Corcovado-Nationalpark auf der Osa-Halbinsel. Die berüsselten Tapire und sogar Jaguare soll es hier geben. Sagt man.

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Am südlichen Zipfel des amerikanischen Kontinents - und damit weitmöglichst entfernt vom künftigen Trump-Land - ist Kraxelzeit. Die Trekkingtour durch den Torres-del-Paine-Nationalpark in Patagonien kann auf die harte Tour bewältigt werden - in etwa neun Tagen mit Zelt und Verpflegung auf dem Rücken (O-Trek). Oder man nimmt die viertägige W-Route. Oder aber man quartiert sich in Lodges ein und wandert tageweise. Auf jeden Fall wird der Anblick der imposanten Granittürme und der Gletscher ein "Once in a Lifetime"-Erlebnis sein.

Das grandiose Jahresabschlussfest kann man an einem tropischen Strand, am heimischen Fonduetopf oder bei einem Großstadtfeuerwerk verbringen. Oder man vertreibt die bösen Geister des Jahres 2016 mit einer ohrenbetäubenden Sause, die möglichst einige Tage andauert. Unsere exotischen Silvester-Festival-Vorschläge: Sunburn (Foto) am Strand von Goa ist Asiens größtes Musikfestival (28. bis 31. Dezember), gespielt wird Electronic Dance, Trance und House. Beim Universo Paralello im brasilianischen Bahia (27.12. bis 4.1.) findet die Trance-Szene am Pratigi-Strand vor acht Bühnen zusammen.

imago/Kyodo News

Das Woodford Folk Festival in Queensland in der Nähe von Brisbane ist eines der größten seiner Art in Australien, bei dem an sechs Tagen (27.12. bis 1.1.) rund 2000 Musiker auftreten. Der Vorteil hier: Für die Partygänger aus Deutschland beginnt das Jahr 2017 schon einen halben Tag früher als in der Heimat.

insgesamt 2 Beiträge
BreitCalde 15.11.2016
1. Reisen solange es noch erlaubt ist
Reisen Sie jetzt. Später wenn es nur noch auf Bezugscheine geht, ist es zu spät.
Reisen Sie jetzt. Später wenn es nur noch auf Bezugscheine geht, ist es zu spät.
dborrmann 15.11.2016
2. Reisen in die Ferne?
Es gibt so viele und richtig schöne Winterreiseziele in Deutschland....
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