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Reise

Europas Weihnachtsmärkte

Wo Santa Claus hinfahren würde

Lieber unterirdisch in den Niederlanden oder mit Riesenbaum in Straßburg? Europas Weihnachtsmärkte bieten ganz unterschiedliche Attraktionen und Stimmungen - und sind ein guter Anlass für einen Wochenendtrip.

Christof Lackner/ Innsbruck Tourismus/ SRT
Freitag, 27.11.2015   12:56 Uhr

Weihnachtsmärkte sind längst kein rein deutsches Phänomen. Auch unsere europäischen Nachbarn zelebrieren die Adventszeit in ihren Städten mit festlich geschmückten Buden und hell erleuchteten Gassen. Weihnachtsstimmung garantiert.

Frankreich

Frankreich empfängt die Besucher auf dem "Christkindelsmärik" in Straßburg (bis 31.12.). Der Markt mit dem angeblich größten Weihnachtsbaum Europas existiert schon seit 1570 und erstreckt sich über viele Plätze und Straßen der elsässischen Stadt. An den rund 300 Ständen werden Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und traditionelles Gebäck wie der "Bûche de Noël", der Weihnachtsbaumstamm aus Biskuit und Schokoladencreme, angeboten. Dieses Jahr präsentiert sich dort Luxemburg als Gastland mit einem eigenen Dorf.

Etwas kleiner, aber nicht minder atmosphärisch, ist der Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Colmar (bis 31.12.). Die Straßen sind mit Tannengestecken und Adventskränzen geschmückt, und auf der Schlittschuhbahn können die Besucher in weihnachtlicher Beleuchtung ihre Runden drehen. Oder ihre Wünsche für den Weihnachtsmann aufschreiben und in den überdimensionalen Briefkasten auf der Place des Six Montagnes Noires werfen.

Schweiz

Die Schweiz steht in Sachen stimmungsvolle Adventszeit ihrem französischen Nachbarn in nichts nach. In Sankt Gallen lockt der "Sternenstadt-Advent" auf dem Klosterplatz (bis 24.12.). 700 Lichter setzen die eleganten Jugendstilfassaden der Altstadt in Szene, der mit 18.000 Lämpchen bestückte Weihnachtsbaum wird per Helikopter eingeflogen. Jede Gasse erstrahlt anders: Auf Marktgasse und -platz flanieren die Besucher unter einem funkelnden Sternendach, in den Nebengassen sorgen Lichttropfen für weihnachtliches Flair.

Zwischen der Kathedrale und dem Waaghaus bieten 70 Giebelhäuschen Kunsthandwerk und Leckereien wie Öpfelchüechli, Priestertrunk und Glühbier an. Angenehme Temperaturen herrschen auf dem Züricher "Christkindlimarkt" im Hauptbahnhof (bis 24.12.), einem der größten Indoormärkte Europas mit 150 Ständen. Unübersehbar ist der 15 Meter hohe, mit funkelnden Swarovski-Kristallen geschmückte Weihnachtsbaum.

Österreich

In Wien verkaufen auf dem traditionellen Markt am Schloss Schönbrunn (bis 26.12.) mehr als 70 Aussteller Handwerkskunst und Kulinarisches aus der Region. Für Musikfreunde stehen Konzerte auf der Schlossbühne mit Gospels, Bläserensembles und Chören auf dem Programm. Im Schloss können die Besucher eine große Krippenausstellung besuchen.

Salzburgs historischer Weihnachtsmarkt hat seinen Platz in bester Lage vor dem Dom. Rund 90 Veranstaltungen, darunter der alte Brauch des Perchtenlaufens und das traditionelle Turmblasen, unterhalten die Besucher.

Und Innsbruck kommt gleich mit drei "Christkindlmärkten" (bis 6.1.) daher. In der Altstadt steht Kulinarisches wie Tiroler Kiachln, Krapfen und Lebkuchen im Vordergrund. Auf dem Markt in der Maria-Theresien-Straße sorgt eine ausgefallene Beleuchtung für weihnachtliche Stimmung. Familien besuchen am liebsten den Marktplatz mit Streichelzoo und Karussells oder den "Panorama Christkindlmarkt Hungerburg", der mit der Kettenbahn erreichbar ist.

Niederlande

Die Niederlande begehen die Adventszeit im Untergrund, zumindest in Valkenburg aan de Geul in der Provinz Limburg. Dort findet jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt in der sogenannten Fluweelengrot (bis 23.12.) statt, einem unterirdischen Gangsystem aus dem 12. Jahrhundert. Die Gänge sind festlich beleuchtet, an den Verkaufsständen können die Besucher weihnachtliche Zweigarrangements und Süßkram kaufen.

Nicht weit von Valkenburg aan de Geul erleben die Gäste ein Winterwunderland (28.11. bis 29.12.): Auf dem Vrijthof in Maastricht ist eine 1000 Quadratmeter große Eisbahn aufgebaut, außerdem kann man eine Fahrt im zweistöckigen nostalgischen Karussell oder mit dem Riesenrad buchen.

Finnland

Weihnachtsmärkte in Skandinavien sind ein ganz besonderes Erlebnis - allein schon wegen der fast hundertprozentigen Schneegarantie. In Helsinki bereiten sich die Finnen mit dem kleinen Weihnachten, "pikkujoulu", das in Bars und Restaurants gefeiert wird, auf das große Fest vor.

Im Herzen der Stadt findet in den Adventswochen der Sankt-Thomas-Weihnachtsmarkt (4.12. bis 22.12.) am Alten Studentenhaus gegenüber des Kaufhauses Stockmann statt. Er besteht aus über 120 Ständen, an denen Kunsthandwerk, Laternen, Weihnachtsdekorationen, Leckereien und Getränke verkauft werden, darunter natürlich auch der Glögi. Das traditionelle Weihnachtsgetränk besteht aus gewürztem Wein mit einem Hauch Mandeln und Rosinen sowie einem Schuss Wodka.

Schweden

Der "Julmarknad på Liseberg" in Göteborg (bis 30.12.) ist nicht nur einer der größten, sondern auch einer der bekanntesten Märkte Schwedens. Von Mitte November bis Ende Dezember verwandelt sich der Vergnügungspark in ein Weihnachtsparadies mit Musik- und Theateraufführungen, Karussells und den bei Kindern beliebten Polkagris, rot-weiß gestreiften Zuckerstangen.

Stockholm hat gleich drei große Märkte zu bieten (21.11. bis 23.12.): Neben dem Weihnachtsmarkt im Park Kungsträdgården mit traditioneller Handwerkskunst und schwedischen Spezialitäten ist vor allem der romantische Markt auf dem Stortorget einen Besuch wert. Vor der Kulisse der Altstadt Gamla Stan kann am samischen Stand Geräuchertes vom Elch und Rentier oder der schwedische Glühwein Glögg probiert werden. Auch das Freilichtmuseum in Skansen öffnet seine Tore im Advent.

Dänemark

Dänemarks Weihnachtsort Nummer eins ist Tønder nördlich von Niebüll. Die mehr als 750 Jahre alte Kleinstadt feiert die Vorweihnachtszeit mit netten kleinen Hütten in der festlich geschmückten Altstadt (bis 20.12.). Besonders reizvoll ist die "Alte Apotheke" aus dem Jahr 1671. Sie ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern bietet auch ein paar Kleinigkeiten für unter dem Baum an.

Susanne Freitag/srt/sto

insgesamt 11 Beiträge
weltbetrachter 27.11.2015
1. ... und hierzulande ...
... finde ich den Weihnachtsmarkt in ULM sehr angenehm ...
... finde ich den Weihnachtsmarkt in ULM sehr angenehm ...
kuchipudi 27.11.2015
2. typisch Deutsch
Sind nicht gerade die traditionellen deutschen Weihnachtsmärkte besonders schön? Weshalb verdienen sie es dann nicht, erwähnt zu werden?
Sind nicht gerade die traditionellen deutschen Weihnachtsmärkte besonders schön? Weshalb verdienen sie es dann nicht, erwähnt zu werden?
mtk10 27.11.2015
3. Valkenburg aan de Geul
kann ich echt empfehlen, ist ein Geheimtipp. Bis jetzt. Schöner Ort, nette Leute und gute Restaurants. Das Tunnelsystem ist auch ohne Weihnachtsmarkt ein Erlebnis.
kann ich echt empfehlen, ist ein Geheimtipp. Bis jetzt. Schöner Ort, nette Leute und gute Restaurants. Das Tunnelsystem ist auch ohne Weihnachtsmarkt ein Erlebnis.
charly2708 27.11.2015
4. Zu Komentar Nr. 2... und was zu Valkenburg
Es ging ja wohl ausnahmsweise einmal darum über den Tellerrand zu schauen. Und über die deutschen Weihnachtsmärkte gibt es ja genug andere Artikel... Zu den unterirdischen Weihnachtsmärkten in Valkenburg: Auch wenn wir hier [...]
Es ging ja wohl ausnahmsweise einmal darum über den Tellerrand zu schauen. Und über die deutschen Weihnachtsmärkte gibt es ja genug andere Artikel... Zu den unterirdischen Weihnachtsmärkten in Valkenburg: Auch wenn wir hier in Aachen wirklich ungelogen einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands haben, der jedes Jahr auch von knapp einer halben Million Besucher aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und England besucht wird, so lohnt sich die Fahrt ins benachbarte Valkenburg. Allerdings nicht am Wochenende. Dann ist es dort total überlaufen und es kann bis zu zwei Stunden dauern bis man in die Grotten kommt.
Sibylle1969 27.11.2015
5. Weihnachtsmärkte sind überschätzt
In Deutschland sind nahezu alle Weihnachtsmärkte, zumindest die großen in den Großstädten, primär zum Fressen und Saufen da. Der Hauptumsatzbringer sind Essen und alkoholische Getränke. Dann schiebt man sich durch das [...]
In Deutschland sind nahezu alle Weihnachtsmärkte, zumindest die großen in den Großstädten, primär zum Fressen und Saufen da. Der Hauptumsatzbringer sind Essen und alkoholische Getränke. Dann schiebt man sich durch das Gedränge und hat hinterher einen Schädel vom Glühwein, wenn der Glühweinstand zu billigen Rotwein verwendet. Weihnachtliche Atmosphäre kommt da nicht wirklich auf, zumal bei November-/Dezember-Schmuddelwetter. Die paar Büdchen mit Kunsthandwerk oder Geschenkartikeln stehen nur alibimäßig da. Die werden nämlich von den Standgebühren der Fress- und Saufbuden quersubventioniert, da sich damit kein Geld verdienen lässt. Denn Geld wird auf dem Weihnachtsmarkt nur mit Essen und Trinken verdient. Ach übrigens, ich geh heut abend auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt... Einmal pro Saison kann man da hingehen, dann reicht es mir aber auch für dieses Jahr.
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