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Reise

Drei Euro pro Nacht

Amsterdam führt weitere Touristenabgabe ein

Touristen müssen in Amsterdam höhere Steuern zahlen als in anderen europäischen Metropolen. Nun kommt in der Stadt der Grachten noch eine Bettensteuer hinzu.

ROBIN UTRECHT/ EPA-EFE/ REX

Überfülltes Amsterdam: 25 Touristen auf einen Einwohner

Mittwoch, 15.05.2019   14:05 Uhr

Bereits jetzt müssen Amsterdam-Besucher eine Touristensteuer von sieben Prozent der Hotelrechnung bezahlen. Doch der Kurztrip in die beliebte niederländische Metropole wird sich nun durch eine weitere Abgabe noch mal verteuern. Die Stadtverwaltung führt eine Bettensteuer ein: Übernachtungsgäste müssen künftig drei Euro pro Nacht und Gast bezahlen.

Davon verspricht sich Amsterdam jährliche Mehreinnahmen von rund 100 Millionen Euro. Diese sollen unter anderem in den Erhalt des historischen Stadtbildes investiert werden. Die Stadt will in den kommenden Jahren 289 Millionen Euro in den Unterhalt der zahllosen Brücken, Grachten sowie Grünanlagen und Straßen investieren.

Amsterdam habe bereits die höchste Touristenabgabe im Vergleich zu anderen europäischen Touristenmetropolen, beklagte der niederländische Hotel- und Gaststättenverband. Die Steuer dürfe nicht zulasten der Gastfreundschaft gehen, während viele Anbieter von Quartieren über den Unterkunftsvermittler Airbnb die auch für sie fällige Touristenabgabe nicht bezahlten.

Keine neuen Hotels

Niederländische Städte hätten ihre Touristensteuern in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich verdoppelt, erklärte der Verband und mutmaßte, dass damit vielfach einfach die Stadtkasse angespeckt werde.

Es gibt jedoch auch noch andere Maßnahmen gegen den Overtourism - etwa gesetzliche Beschränkungen für neue Hotels oder die Vermietung von Unterkünften. In Amsterdam etwa dürfen Wohnungen nur noch höchstens 30 Tage im Jahr an Touristen vermietet werden. Im Stadtzentrum werden außerdem keine neuen Hotels gebaut.

Amsterdam ächzt schon lange unter einem großen Besucheransturm. Im vergangenen Jahr kamen um die 25 Touristen auf einen Einwohner. Es sind unter anderem die Grachten und das Rotlichtviertel De Wallen, die jährlich Millionen Besucher anziehen. Für 2025 rechnet die niederländische Hauptstadt mit 30 Millionen Gästen.

Mit dem Problem ist Amsterdam nicht allein. Auch Städte wie Venedig und Barcelona haben mit dem Massentourismus zu kämpfen. Wie Europas Metropolen gegen die Überfüllung kämpfen, erfahren Sie in diesem Artikel.

jus/dpa

insgesamt 3 Beiträge
bucketfor99 15.05.2019
1. Dann wohnen wir
nächstes Mal halt in Den Haag, Haarlem oder Utrecht.
nächstes Mal halt in Den Haag, Haarlem oder Utrecht.
meihan 15.05.2019
2. Werbung
Da werden Hunderttausende für Werbung ausgegeben und "bestraft" die Touristen mit Tourismusabgabe, Touristensteuer und Bettensteuer. Dann jammern sie über zu viel Touristen und vergessen, dass gerade diese die [...]
Da werden Hunderttausende für Werbung ausgegeben und "bestraft" die Touristen mit Tourismusabgabe, Touristensteuer und Bettensteuer. Dann jammern sie über zu viel Touristen und vergessen, dass gerade diese die Wirtschaft, sprich Hotels, Restaurants, Museen, Theater usw. finanzieren und am Leben erhalten.
mhuz 20.05.2019
3.
Das ist für mich kein Problem - wer will schon nach Amsterdam. Amsterdam ist eine schöne alte, Historische Stadt, wie viele alte Historische Städte und die haben wir hier auch. Für das Geld, dass ich brauche um dort hin zu [...]
Das ist für mich kein Problem - wer will schon nach Amsterdam. Amsterdam ist eine schöne alte, Historische Stadt, wie viele alte Historische Städte und die haben wir hier auch. Für das Geld, dass ich brauche um dort hin zu kommen und dort für die Übernachtung, kann ich hier mir ein gutes Leben machen.

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