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Reise

Wiedereröffnung des Raffles Singapore

Ein Zimmer? Hier gibt es nur Suiten

Jahrzehnte älter als der Stadtstaat selber ist das Raffles Singapore. Nach zwei Jahren Renovierung empfängt das kolonialistische Luxushotel und Singapurs Nationaldenkmal wieder Gäste.

Raffles Singapore
Von manager-magazin-Redakteurin
Donnerstag, 08.08.2019   13:30 Uhr

Nach zwei Jahren Renovierung ist eine Hotelikone zurück im Geschäft: Das Raffles Singapore ist 132 Jahre alt und damit das älteste Hotel im Stadtstaat. Die romantische Komödie "Crazy Rich Asians", die 2018 in die Kinos kam, belebte den Ruf der Luxuslegende neu.

Den Preis für die Renovierung ihres Flaggschiffs gibt der Betreiber, die Accor-Gruppe, nicht bekannt - aber billig kann es nicht gewesen sein. Die letzte große Restauration des schon 1987 zum Nationaldenkmal erklärten Hauses liegt auch schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück und war 1991 abgeschlossen worden.

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Raffles Singapore: Die Wiedereröffnung einer Hotel-Ikone

"Die Architektur verströmt noch immer den Geist des Kolonialismus", stellt die "New York Times" nach der Wiedereröffnung fest. Wie sollte es auch anders sein, das Haus ist knapp 80 Jahre älter als der Stadtstaat selbst. Und wie jedes gute Hotel hat es seine Legenden: Die berühmten Raffles Butler, den Tiger, der 1902 im Billardzimmer zur Strecke gebracht wurde - und die Gäste, die in der Long Bar abstürzten.

Schließlich wurde hier der Barklassiker Singapore Sling ersonnen, der als "Contemporary Classic" noch immer auf der Liste der International Bartenders Association geführt wird (30 ml Gin, 15 ml Cherry Brandy, 120 ml Ananassaft, 15 ml Limettensaft, 7,5 ml Cointreau, 7,5 ml Dom Benedictine, 10 ml Grenadine und ein Spritzer Angostura).

Teakholz und weiße Marmorsäulen allerorten, umgeben von tropischen Gärten und einem Pool. Normale Zimmer gibt es nicht - wer im Raffles absteigt, bucht eine der 115 Suiten mit Butler, wobei aus neun verschiedenen Kategorien gewählt werden kann. Eine Nacht in einer State Suite kostet beispielsweise unter der Woche rund 660 Euro.

Geleitet wird das Haus von einem Deutschen: Der gebürtige Frankfurter Christian Westbeld ging nach seinem Studium an Hochschule Harz in Wernigerode in die weite Welt und war schon in Macau, Peking und Dubai tätig.

Für die Renovierung verantwortlich zeichnet die Interior-Designerin Alexandra Champalimaud, die vom Architektur- und Designbüro Aedas unterstützt wurde. Außerdem gibt es etliche neue Restaurants und Bars, darunter Kooperationen mit Anne-Sophie Pic aus dem Drei-Sterne-Restaurant Maison Pic im französischen Valence, dem Meisterkoch Alain Ducasse sowie Jereme Leung.

Tröstlich bei allen Veränderungen: In der Long Bar darf man wie eh und je die Schalen der Erdnüsse, die traditionell zum Singapore Sling gereicht werden, einfach auf den Boden fallen lassen.

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