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Reise

Streit um Roms Sehenswürdigkeit

Spanische Treppe nach Restaurierung wieder eröffnet

Die 138 Marmorstufen sind vom Schmutz befreit, die Restaurierung ist abgeschlossen. Ab heute dürfen Rom-Touristen wieder die Spanische Treppe betreten - sogar nachts, was nicht allen gefällt.

DPA
Freitag, 23.09.2016   14:54 Uhr

Die Spanische Treppe in Rom ist ab heute nach fast einem Jahr der Restaurierung wieder für Touristen zugänglich. Sie dürfe künftig wieder rund um die Uhr betreten werden, sagte Bürgermeisterin Virginia Raggi bei der Wiedereröffnungsfeier am Donnerstagabend. "Die Treppe wird nicht nachts geschlossen," sagte sie und trat damit Forderungen nach einer nächtlichen Sperrung des beliebten Touristentreffpunkts entgegen.

Der Luxuskonzern Bulgari hatte 1,5 Millionen Euro für die Rennovierung bezahlt und diesen Vorschlag ins Gespräch gebracht. Auch viele Römer stören sich an nächtlichen Gelagen und fliegenden Händlern. Im Februar vergangenen Jahres beschädigten Hooligans den aus dem 17. Jahrhundert stammenden Brunnen am Fuße der Treppe und warfen große Mengen Flaschen und Dosen hinein.

Raggi sagte, es sei wichtig, dass die Menschen die Kulturgüter nutzen könnten. Zugleich müssten sie für deren Erhalt in die Pflicht genommen werden. "Die Stadtverwaltung wird sich dafür einsetzen, dass die Treppe so lange wie möglich in ihrem neuen Glanz erhalten bleibt", sagte die Bürgermeisterin der Protestpartei Fünf Sterne, die im Juni ins Amt gewählt wurde.

Die Freitreppe des Architekten Francesco De Sanctis aus dem 18. Jahrhundert, die zur Kirche Santa Trinità dei Monti führt, ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Roms. Unzählige Touristen steigen täglich die 138 Stufen aus Kalkstein und Marmor hinauf, viele lassen sich auch zu einer Rast darauf nieder.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Konzern die Restaurierung eines Denkmals in Italiens Hauptstadt finanziert. Die Frischzellenkur für die Fontana di Trevi wurde von der italienischen Modefirma Fendi gesponsert, die Renovierung des Kolosseums vom Taschen- und Schuhhersteller Tod's. Und im Mai machte Roms damaliger Übergangsbürgermeister Francesco Paolo Tronca mit einem Spendenaufruf Schlagzeilen, der darauf abzielte, weitere Monumente vor dem Verfall zu bewahren.

Fotostrecke

Spendenaufruf zur Denkmalpflege: Rom bröckelt

jus/dpa

insgesamt 9 Beiträge
ge1234 23.09.2016
1. Traurig,...
... dass eine Stadt wie Rom mit ihren unzähligen Touristen kein Geld hat und auf private Spenden zur Erhaltung seiner Bauwerke angewiesen ist. Vielleicht sollten Sie einfach mal den Vatikan stärker in die Finanzierung mit [...]
... dass eine Stadt wie Rom mit ihren unzähligen Touristen kein Geld hat und auf private Spenden zur Erhaltung seiner Bauwerke angewiesen ist. Vielleicht sollten Sie einfach mal den Vatikan stärker in die Finanzierung mit einbinden, die haben nicht nur das nötige Kleingeld, sondern profitieren auch immens von der gesamten römischen Infrastruktur. Voraussetzung wäre natürlich, dass man erstmal den römischen Korruptionssumpf mitsamt seiner mafiösen Strukturen trockenlegt.
El pato clavado 23.09.2016
2. Spanische Treppe ? Netter Versuch
Rom ist nur mit einem Augutuszu bändigen
Rom ist nur mit einem Augutuszu bändigen
carlitom 23.09.2016
3.
Leider hat die Stadt nicht nur unzählige Touristen, sondern auch unzählige Sehenswürdigkeiten, die zu erhalten eben sehr teuer ist. Der Vatikan bringt sich ja - außer mit Worten - nicht mal in der Flüchtlingshilfe [...]
Zitat von ge1234... dass eine Stadt wie Rom mit ihren unzähligen Touristen kein Geld hat und auf private Spenden zur Erhaltung seiner Bauwerke angewiesen ist. Vielleicht sollten Sie einfach mal den Vatikan stärker in die Finanzierung mit einbinden, die haben nicht nur das nötige Kleingeld, sondern profitieren auch immens von der gesamten römischen Infrastruktur. Voraussetzung wäre natürlich, dass man erstmal den römischen Korruptionssumpf mitsamt seiner mafiösen Strukturen trockenlegt.
Leider hat die Stadt nicht nur unzählige Touristen, sondern auch unzählige Sehenswürdigkeiten, die zu erhalten eben sehr teuer ist. Der Vatikan bringt sich ja - außer mit Worten - nicht mal in der Flüchtlingshilfe ein, obwohl er Vermögen genügend hätte, um helfend tätig zu werden. Warum sollte er dann in Bauten investieren? Im Übrigen profitiert nicht nur der Vatikan von Rom, sondern natürlich auch Rom vom Vatikan, der Touristen aus aller Welt anzieht.
Flying Rain 23.09.2016
4. Hm
In Italien mit Sicherheit keine schlechte Idee das Unternehmen erledigen zu lassen. Stellt euch mal vor die Stadt und mit ihr verbandelte Unternehmen würden das erledigen....zig Millionen aus der Stadt- bzw Staatskasse würde [...]
In Italien mit Sicherheit keine schlechte Idee das Unternehmen erledigen zu lassen. Stellt euch mal vor die Stadt und mit ihr verbandelte Unternehmen würden das erledigen....zig Millionen aus der Stadt- bzw Staatskasse würde sonstwohin versickern und am ende würden zwei Arbeiter mit nem Kärcher drüber schruppen...
auswerter25 25.09.2016
5. Falscher Eindruck
Das private Sponsring ist in diesen Fällen leider keine positive Entwicklung. Die Firmen (einige sind ja schon genannt) sichern sich in Rom damit Nutzungsrechte für ihre Unternehmen. Die Verträge sind undurchsichtig und sorgen [...]
Das private Sponsring ist in diesen Fällen leider keine positive Entwicklung. Die Firmen (einige sind ja schon genannt) sichern sich in Rom damit Nutzungsrechte für ihre Unternehmen. Die Verträge sind undurchsichtig und sorgen dafür, das ganze Plätze tagelang für Firmen feiern oder Werbetermine gesperrt werden. Schade, dass dieser vor Ort schon kritisierte Ausverkauf der Kulturstätten im Beitrag nicht erwähnt wird.
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