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Reise

Kurztrip-Tipps für 2019

Kleine Städte, großer Auftritt

Für einen Kurztrip müssen es nicht immer Metropolen wie London, Paris oder Lissabon sein. 2019 lohnen sich auch kleinere Städte mit speziellen Highlights. Unsere Tipps.

Getty Images
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Dienstag, 01.01.2019   08:39 Uhr

Waren Sie schon mal in Dundee, Schottland? Im süditalienischen Matera? Oder in Weimar? Auf der Weltbühne spielen diese Städte eine Nebenrolle. Doch 2019 dürfen sie schillern, denn sie feiern in diesem Jahr ganz besondere kulturelle oder geschichtliche Ereignisse.

Hier stellen wir Ihnen fünf Orte in Europa vor, die sich bestens für einen Kurztrip eignen. Und wir geben Ihnen besondere Tipps, die Sie bei ihrem Trip nicht verpassen sollten:

imago/Westend61

Herderplatz, Weimar

Weimar, Deutschland

Warum gerade jetzt?

100 Jahre Bauhaus: Weimar feiert 2019 nichts weniger als die Revolution des Designs. Im Eröffnungsmonat April wird es Festivals, Theateraufführungen und Konzerte zu Ehren der Design- und Architekturschule geben, die hier 1919 begründet wurde. Einer der Höhepunkte ist die Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums Weimar. Zu sehen sein werden "der weltweit älteste Bauhaus-Bestand, dessen Grundstock Walter Gropius selbst legte". Konkret sind das 13.000 Objekte, Dokumente und Design-Ikonen wie unter anderem die berühmte Wagenfeld-Lampe.

Der besondere Tipp:

Die Koriat Kuchenmanufaktur. Hier zaubert der Israeli Aviv Koriat himmlische Kuchen und Tartes: Orientalische Orange, Mandelcreme-Birne oder Apfel-Nuss.

Gut zu wissen:

Wollen Sie die altehrwürdige Anna-Amalia-Bibliothek besuchen, vergessen Sie nicht, sich vorher anzumelden. Nur eine limitierte Anzahl an Besuchern darf pro Tag den prächtigen Rokoko-Lesesaal betreten, zum Schutz der alten Bücher.

Getty Images

Rheinfähre, Basel

Basel, Schweiz

Warum gerade jetzt?

Die Stadt am Rhein feiert 2019 den 1000. Geburtstag ihres Wahrzeichens - desBasler Münsters. Wer sich für Sakralbauten interessiert, wird viel über die Geschichte des im romanischen und gotischen Stil erbauten Gotteshauses lernen können. Auch soll die verschüttete Krypta aus dem 11. Jahrhundert wieder geöffnet werden. Für Kulturfans ist Basel ohnehin eine gute Adresse: Die Stadt ist stolz auf ihre vielen Ausstellungsorte - da wären diverse Kunstmuseen, ein Spielzeug-, ein Cartoon-, ein Papiermuseum sowie das Naturhistorische Museum Basel.

Der besondere Tipp:

Eine Rheinüberquerung mit einer der Basler Fähren. "Wilde Maa", "Leu", "Vogel Gryff" und "Ueli" verkehren zwischen den fünf Flussbrücken - ganz ohne Motor, sondern nur durch die Kraft der Strömung, an einem Drahtseil hängend.

Gut zu wissen:

Sollten Sie während der Basler Fasnacht in der Stadt sein (11. März 2019) und den traditionellen "Morgestraich" erleben: Fotografieren Sie auf keinen Fall mit Blitz! Das bunte Spektakel beginnt stets am Montag nach Aschermittwoch um 4 Uhr und erzielt seine Wirkung durch die strikte Dunkelheit - die Stadt schaltet selbst die Straßenbeleuchtung aus. Hunderte Laternen scheinen hell in die Nacht, Musiker spielen mit Trommeln und Piccoloflöten einen Marsch, während Zigtausende Zuschauer den Umzug der Fasnachtscliquen bestaunen.

REUTERS

Materas Altstadt

Matera, Italien

Warum gerade jetzt?

Die 60.000-Einwohner-Stadt im Süden Italiens ist - neben dem bulgarischen Plowdiw - 2019 Europäische Kulturhauptstadt. Mehr als 300 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, das nach dem Willen der Verantwortlichen sanften Tourismus fördern und die Einheimischen einbeziehen soll. Hunderte Materani werden beispielsweise im Sommer als Komparsen in Dantes "Göttlicher Kömodie" auf einer Freilichtbühne auftreten. (Mehr über die Höhlenstadt lesen Sie hier und hier.)

Der besondere Tipp:

Ein Abend in der Casa Cava. Im Inneren einer Tuffsteinhöhle veranstaltet das Kulturzentrum Jazzkonzerte, Gitarren-Gigs, Kunstausstellungen und Lesungen.

Gut zu wissen:

Auch wenn Sie des Italienischen mächtig sind: Hören Sie lieber zweimal hin, wenn Sie sich mit den Materani unterhalten. Der Dialekt ist eine einzige Vokal-Vertausch-Maschine. Aus einem i wird fast immer ein u, ein a kann sich in ein e oder ein o verwandeln - sodass selbst ein Wort wie mamma nicht verschont bleibt und zu mömm wird. Bitte auch darauf achten, wenn Sie ein Bier bestellen - nicht, dass Sie statt eines kühlen Blonden ein Schälchen Butter serviert bekommen. Denn aus la birra wird in Matera la bbùrr, was sich anhört wie das Streichfett im Standard-Italienischen (il burro) - und das wiederum wird im Dialekt zu u bbìrr.

REUTERS

V & A Museum in Dundee

Dundee, Schottland

Warum gerade jetzt?

Dundee galt lange als Industriestadt im Ruhestand. Doch nach dem Verfall ist vor der Zukunft: Seit wenigen Monaten hat die viertgrößte Stadt Schottlands einen Ableger des Londoner Victoria and Albert Museums (V&A). Das "Internationale Zentrum für Design" in dem zackigen Betonbau könnte, so hofft man, zum Besuchermagneten werden - und die Transformation Dundees voranbringen. Laut dem Reisemagazin "National Geographic Traveler" ist das einstige Schifffahrts- und Handelszentrum eins der Top-Ziele für 2019. Die Neugestaltung der Waterfront mit dem V&A habe auch neue Restaurants und Bars mit sich gebracht.

Der besondere Tipp:

Einen Regenbogen-Bagel im Flame Tree Café essen. Das kleine Lokal in der Exchange Street bietet eine ganze Reihe bunter Überraschungen - neben grünen Smoothies auch einen Rote-Bete-Latte-Macchiato.

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Gut zu wissen:

Schottland ist nicht gerade für sein schönes Wetter bekannt. Aber in Dundee ist man stolz auf die südliche Ausrichtung der Stadt - und die vielen Sonnenstunden. So wenig Regen wie hier gibt es sonst an kaum einem anderen Ort des Landes.

imago/imagebroker

Place de la Pucelle, Rouen

Rouen, Frankreich

Warum gerade jetzt?

Am 6. Juni 2019 jährt sich zum 75. Mal die Landung der Alliierten in der Normandie während des Zweiten Weltkriegs. Mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Feuerwerken zelebriert die Region das Gedenken. In der nordfranzösischen Hafenstadt Rouen können Besucher zwischen Fachwerkhäusern flanieren und ein Tartare de Boeuf im Bistro am Place du Vieux-Marché verspeisen.

Der besondere Tipp:

Ahoi, Matrosen! Nach sechs Jahren Pause wird im Juni 2019 wieder die "Armada Rouen" ausgetragen - eine Schiffsparade entlang der Seine. Hunderte Schiffe - die meisten sind Großsegler - werden im Juni vom Ärmelkanal in den Fluss einbiegen und zehn Tage lang bis nach Rouen schippern. Millionen Zuschauer werden an den Kais erwartet.

Gut zu wissen:

In Rouen steht die höchste Hubbrücke der Welt: der Pont Gustave Flaubert. Normalerweise beträgt die Durchfahrtshöhe zehn Meter, im geöffneten Zustand sind es 55 Meter. Es ist nicht nur für Ingenieure ein interessantes Spektakel, wenn die Straße einfach so hochgehoben wird, um ein Schiff passieren zu lassen.

insgesamt 24 Beiträge
nobiskrug 01.01.2019
1. Jo, so kann es klappen:
erstmal lösen sich die Rauchschwaden vom Feuerwerk auf, dann die Tipps vom Spiegel zur Katervermeidung beherzigen und gleich ab in den Flieger....wirklich? Hättet Ihr Spiegeljournalisten nicht einfach die Augen heute morgen [...]
erstmal lösen sich die Rauchschwaden vom Feuerwerk auf, dann die Tipps vom Spiegel zur Katervermeidung beherzigen und gleich ab in den Flieger....wirklich? Hättet Ihr Spiegeljournalisten nicht einfach die Augen heute morgen geschlossen halten können?
Seifert 01.01.2019
2.
Ach wie schön,dass es auch 2019 wieder was zu meckern gibt....
Ach wie schön,dass es auch 2019 wieder was zu meckern gibt....
Steinmetzger 01.01.2019
3. Eiserner Vorhang im Kopf
Einfach nur traurig - keine einzige Stadt aus den vielen, wunderschönen Ländern Mittel- und Osteuropas ist Ihnen eingefallen? Im Kopf der Spiegel-Reise-Journalisten ist der Eiserne Vorhang leider immer noch sehr präsent. Das [...]
Einfach nur traurig - keine einzige Stadt aus den vielen, wunderschönen Ländern Mittel- und Osteuropas ist Ihnen eingefallen? Im Kopf der Spiegel-Reise-Journalisten ist der Eiserne Vorhang leider immer noch sehr präsent. Das ist doppelt schade: Einerseits werden die immer gleichen, bekannten, überlaufenen und für die Reisenden teuren Orte beworben. Im ehemaligen "Osten" dagegen warten frisch restaurierte, historische Altstädte und unberührte Nationalparks auf Besucher. Im journalistischen Alltag finden diese Länder leider auch fast 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs viel zu wenig Beachtung.
achim21129 01.01.2019
4. Bitte besucht nicht ...
... auch noch die Städte in Osteuropa! Erstickt in Prag, Wien, Paris, Venedig, Barcelona weiter im Tourismus, aber laßt wenigstens die Perlen im Osten in Ruhe!
... auch noch die Städte in Osteuropa! Erstickt in Prag, Wien, Paris, Venedig, Barcelona weiter im Tourismus, aber laßt wenigstens die Perlen im Osten in Ruhe!
hondadonda 01.01.2019
5. Schon vom Klimawandel gehört?
Kurztrips sind asozial. Vielleicht könnte Spon eine konsequente Haltung zum Thema Klimawandel einnehmen im neuen Jahr einnehmen? Das wäre schön. Frohes Neues
Kurztrips sind asozial. Vielleicht könnte Spon eine konsequente Haltung zum Thema Klimawandel einnehmen im neuen Jahr einnehmen? Das wäre schön. Frohes Neues
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