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DER SPIEGEL

Neue Klassik-CDs

W. A. Mozart: "Klavierkonzerte KV 467 und 595"
(CAvi)
Früher als viele andere Pianisten in ihrer Karriere hat Lars Vogt Mozart gespielt. Seine Aufnahmen von 2007 und 2008 machen Freude durch die Subtilität und Lebendigkeit des Zugriffs. Zudem wirkte Vogt inspirierend: Dem bisweilen überakkuraten Paavo Järvi gelingt mit dem Radio-Symphonieorchester Frankfurt eine wunderbar duftige Begleitung.
Johannes Brahms: "Die Cellosonaten"
(Capriccio)
Wer diese Werke kennt, will sie oft wiederhören, auch weil sie so großen Deutungsspielraum lassen. Harriet Krijgh hat für den vollen, dunklen Klang ihres Stradivari-Cellos keine allzu raschen Tempi gewählt, so dass sie mit ihrer großartig harmonierenden Partnerin Magda Amara den Tiefgang richtig auskosten kann. Ein Bravo auch dem Tonmeister!
J. S. Bach: "Kantaten"
(Sony Classical)
Da gibt es nun so viele Aufnahmen von Bachs Kantaten - aber bei Christine Schäfer klingt alles wie eben erfunden. Ihr Zaubersopran macht sogar den seltsam todessüchtigen Text von "Ich habe genug" schlüssig. Die historisch informierte Deutung von Berliner Barock Solisten und RIAS Kammerchor wird durch zwei orchestrale Stücke perfekt ergänzt.
Friedrich Ernst Fesca: "Sämtliche Streichquartette, Vol. 1"
(cpo)
In Gefälligkeit und munterem Esprit wirkt der hauptsächlich in Karlsruhe tätige Fesca (1789-1826) wie ein Vorläufer Mendelssohns. Immer wieder aber überraschen seine Quartette mit pfiffigen harmonischen Ausfällen. Schön also, dass das junge Diogenes Quartett diese intelligente Spielmusik der Vergessenheit entreißt.
Von Johannes Saltzwedel

KulturSPIEGEL 11/2013
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