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DER SPIEGEL

RECHTSTERRORISMUSZschäpe belastet

Bei ihren Ermittlungen zur rechtsextremen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) sind Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt auf neue Indizien gestoßen, die die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und deren mutmaßlichen Unterstützer Holger G. belasten. Laut einem BKA-Vermerk vom 14. Juni war Zschäpe über die Raubüberfälle ihrer Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos offenbar besser informiert als bislang bekannt: Zwei Stunden nach den Überfällen auf Sparkassenfilialen in Arnstadt und Eisenach habe Zschäpe im Internet nach Polizei- und Unfallmeldungen in Tatortnähe gesucht. Dies habe die Auswertung eines Computers aus dem NSU-Versteck in Zwickau ergeben. Die Ermittler werten die Funde als Anhaltspunkte dafür, dass Zschäpe über Datum, Ort und Uhrzeit der Taten informiert war. Zudem stieß die Bundesanwaltschaft auf eine bislang unbekannte Reise Zschäpes nach Niedersachsen. Offenbar war die mutmaßliche Terroristin am 16. Juni 2011 zu ihrem langjährigen Bekannten Holger G. gefahren, um einen manipulierten Reisepass für Böhnhardt abzuholen. Das Treffen mit Zschäpe hatte der Mitangeklagte G. in seinen Vernehmungen verschwiegen. G.s Anwalt Stefan Hachmeister erklärte, die Indizien stellten "keine gesicherten Erkenntnisse" dar. Zschäpes Verteidiger und die Bundesanwaltschaft wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

DER SPIEGEL 35/2013
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