Schrift:
Ansicht Home:
DER SPIEGEL

DEPFAAbwickeln statt verkaufen

Die Grünen befürchten, dass bei dem geplanten Verkauf der Depfa Bank, einer Tochter der verstaatlichten Skandalbank Hypo Real Estate, Steuergeld verschenkt wird. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Partei, hält es für sinnvoller, das Institut abzuwickeln. "Wenn wir die Depfa
für einen Kleckerbetrag an einen Hedgefonds verkaufen, macht er ein Schnäppchen auf Kosten des Steuerzahlers", sagt Schick. Die Depfa macht kein Neugeschäft mehr, hat ihre faulen Kredite und Wertpapiere in die Bad Bank FMS Wertmanagement verschoben und jetzt noch eine Bilanzsumme von etwa 50 Milliarden Euro. Der Bund hatte vergangenes Jahr die Citigroup beauftragt, einen Käufer für die Depfa zu finden. Auf die Abwicklung spezialisierte Finanzinvestoren wie Blackstone oder Third Point sollen zwischen 200 und 300 Millionen Euro bieten. Der Kauf sei aber zum Teil an Bedingungen wie zusätzliche Garantien des Verkäufers geknüpft, heißt es in Finanzkreisen. "Ein Verkauf der Depfa an einen Käufer, der auch nur abwickeln will, überzeugt nicht", kritisiert Grünen-Finanzexperte Schick. Beim Abwickeln habe der Staat Kostenvorteile.

DER SPIEGEL 7/2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung