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DER SPIEGEL

ARBEITSRECHTFreier Journalist klagt gegen SWR

Ein langjähriger freier Journalist des SWR verlangt von seinem Arbeitgeber Ausfallhonorare, weil dieser ihm plötzlich weniger Aufträge habe zukommen lassen. Der Freiburger Martin Kissel berichtet seit rund 20 Jahren vor allem für die Radiowelle SWR3. Jetzt hat der Sender seine Aufträge stark zurückgefahren und das Mitarbeiterverhältnis beendet - ohne triftigen Grund, wie Kissel sagt. Der Fall könnte Aufschluss darüber geben, welche Forderungen Journalisten gegenüber ihrem Arbeitgeber durchsetzen können, wenn sie formal selbständig, aber vorwiegend für einen öffentlich-rechtlichen Sender tätig sind. Kissel argumentiert, dass ihm laut Tarifvertrag Ausgleichszahlungen für seine abrupten Einkommenseinbußen zustehen - welche der Sender ihm verweigert. Der SWR führt an, dass der Journalist schlicht weniger Beiträge angeboten und seine Arbeit den Anforderungen zudem nicht mehr genügt habe. Eine Alternativbeschäftigung habe er abgelehnt. Kissel will den Sender zudem zwingen, ihn als festen Mitarbeiter anzustellen. Eine entsprechende Klage hat das Arbeitsgericht Freiburg allerdings in erster Instanz abgewiesen, der Journalist will Rechtsmittel einlegen.

DER SPIEGEL 10/2014
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