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DER SPIEGEL

Hypo Real EstateBrandbrief an Bundesregierung

Die Chefin der verstaatlichten Krisenbank Hypo Real Estate (HRE), Manuela Better, legt sich mit der Bundesregierung an. In einem Brandbrief an den Bankenrettungsfonds Soffin übt Better massive Kritik an der Entscheidung des Bundes, die HRE-Tochter Depfa abzuwickeln. Der Lenkungsausschuss des Soffin, in dem unter anderem das Bundesfinanzministerium vertreten ist, hatte Mitte Mai entschieden, den geplanten Verkauf der Depfa abzubrechen und die Bank stattdessen in der staatlichen Bad Bank FMS Wertmanagement (FMSW) abzuwickeln. Der Bund geht davon aus, dass so für den Steuerzahler mehr Geld herauszuholen ist. HRE-Chefin Better bevorzugte den Verkauf an ein Investorenkonsortium und warnt nun, die Entscheidung zur Abwicklung könne die Depfa destabilisieren. So seien die Aufsichtsbehörden in den USA und Irland beunruhigt. Auch werde der Verlust in diesem Jahr höher ausfallen als erwartet. Die Mitarbeiter empfänden zudem die Abwicklung als feindliche Übernahme durch die FMSW. Diese müsse nun schnell die Verantwortung bei der Depfa übernehmen. Weder HRE noch FMSW wollten sich zu dem Brief äußern. Der Verkauf der Depfa galt auch als Testlauf für die Privatisierung der HRE, die der Bund auf Geheiß der EU-Kommission 2015 loswerden muss. Better warnt vor Kollateralschäden durch die Absage des Depfa-Verkaufs. In Berlin sorgt ihr Brandbrief für Irritationen.
Von Böl, und Mhs,

DER SPIEGEL 23/2014
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