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DER SPIEGEL

Briefe„Ich, ich, ich“

Nr. 33/2014 Der Dichter Wolf Biermann über seinen Lieblingsdichter Bertolt Brecht
Das ist kein Essay, das ist ein Selfie. Jetzt wissen wir, wer von wem abgeschrieben hat: Brecht von Biermann, der sich treu bleibt, indem er immer das Gleiche schreibt, von sich, von sich, von sich.
Rochus Stordeur, Brüssow (Brandenb.)
Brecht war ein geschäftstüchtiges, privat eher ängstliches, gegenüber Frauen von vorgestrigem Gehabe geprägtes bürgerliches Schaf im Wolfspelz.
Dr. Philipp Jedelhauser, Kempten (Bayern)
Biermann war früher einer meiner Leitpoeten. Sein Versuch aber, den Brecht zu umarmen, um auf dessen Arsch in die Unsterblichkeit zu reiten, findet mein Mitleid.
Werner Karma, Berlin
Klasse, dieser Biermann. Warum lesen wir so selten etwas von diesem klugen Mann?
Alfred Spohr, Norderstedt (Schl.-Holst.)
Da hat Biermann ja wieder einen Anlass gefunden, "Ich, ich, ich!" zu rufen! Das Geseier bringt mich auf die Idee, er möge mit Gauck zusammen im Keller des Berliner Ensembles eine Art Moral-und-Polemik-Klub aufziehen. Da können sie jeden Tag "Kommunisten" fressen, die DDR immer wieder originellerweise der Spießigkeit bezichtigen, Zensuren vergeben, "Ich!" schreien und ihre Spiegel putzen.
Christoph Ullmann, Berlin
Die "unerhört" neue Erkenntnis von Biermann, dass Brecht kein Kommunist war, ist nicht ganz neu. Mein Vater, Marcel Reich-Ranicki, hat das schon viel früher gesagt, zum Beispiel in der SWR-TV-Reihe "Lauter schwierige Patienten" von 2001.
Andrew Ranicki, Edinburgh (Schottland)
In einer Teilauflage befindet sich im Mittelbund ein 16-seitiger Beihefter von Kibek, Elmshorn.
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DER SPIEGEL 35/2014
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