Schrift:
Ansicht Home:
DER SPIEGEL

IndienAlle sollen Hindus sein

Fundamentalistische Hindu-organisationen missionieren intensiv Christen und Muslime - und sorgen so für Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften. Den armen Angehörigen religiöser Minderheiten werden oft Vorteile versprochen. Zu den Gründen für ihren Religionswechsel befragt, antworteten einige der etwa 200 Muslime, die im Dezember in der Stadt Agra zum Hinduismus konvertierten, man habe ihnen dafür Lebensmittelkarten angeboten. Der muslimische Geistliche Khaled Ahmed aus Aligarh behauptet, seinen Glaubensbrüdern sei Geld für den Religionswechsel zugesagt worden - das ist in einigen Teilen Indiens verboten. Vyankatesh Abdeo, Anwerber einer nationalistischen Organisation, der angeblich 700 000 Inder zum Hinduismus bekehrte, nennt seine Bemühungen "Re-Konversion": Hindus seien in der Vergangenheit durch Missionare und Invasoren gezwungen worden, zum Christentum oder Islam überzutreten. Jetzt helfe man ihnen, ihren ursprünglichen Glauben zu finden. Die Wahl von Premier Narendra Modi hat die Fundamentalisten gestärkt, denn dieser arbeitete einst für die größte Hindubewegung Rashtriya Swayamsevak Sangh.
Von Suk

DER SPIEGEL 3/2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung