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DER SPIEGEL

Fridericus mit Sprechblasen

In dem heftig entbrannten Wettkampf bundesdeutscher Verlage um das beste Preußen-Buch hat das Haus Gustav Lübbe einige Aussicht, die Konkurrenz zu schlagen. Zumindest kann der in Bergisch Gladbach ansässige Verlag mit seinem "Fritz der König" (224 Seiten; 19,80 Mark) den bisher originellsten Preußen-Titel vorlegen. Sein Autor, der TV-Produzent und Historiker Wolfgang Venohr, hat die schönsten Zeichnungen Adolph von Menzels mit einigen Sprechblasen versehen und sie mit eigenen, erläuternden Texten zu einem "Volksbuch über Friedrich den Großen" (Venohr) verarbeitet. Venohr will mit seiner bewußt um Modernität bemühten Sprache vor allem jüngere Menschen die preußische Geschichte lebendig machen, was ihm auch weitgehend gelungen ist. Dabei verkürzt er freilich zuweilen recht derb historische Sachverhalte und gerät -- etwa bei der Darstellung der Ursachen des Siebenjährigen Krieges -- in bedenkliche Nähe der alten Fridericus-Legende.

DER SPIEGEL 29/1981
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