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DER SPIEGEL

KriminalitätSondereffekt Flüchtlinge

Im vergangenen Jahr hat die Polizei weniger Mord- und Totschlagsfälle, Raube und Vergewaltigungen registriert als 2014. Das geht aus der noch nicht veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Die Zahlen erfassen nur einen Teil der tatsächlichen Kriminalität.
Die Polizei zählte im vorigen Jahr 2116 Fälle von Mord und Totschlag, 63 weniger als 2014. Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung wurden 7022-mal ermittelt (2014: 7345), Raubdelikte 44 666-mal (2014: 45 475). Bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung verzeichneten die Behörden allerdings einen Anstieg um 1,3 Prozent auf nunmehr 127 395 Fälle. Das mit Abstand häufigste registrierte Delikt bleibt Diebstahl mit rund zweieinhalb Millionen Fällen: Während die Zahlen für Straßenkriminalität und das Aufbrechen von Fahrzeugen abgenommen haben, nahm der Diebstahl aus Wohnungen um 6,8 Prozent (221 708 Fälle), der aus Läden sogar um 7,1 Prozent (391 401 Fälle) zu. Insgesamt zählte die Polizei 6 330 649 Straftaten – und damit rund 250 000 mehr als 2014. Die Zunahme erklärt sich fast ausschließlich durch sogenannte ausländerrechtliche Verstöße. Da 2015 ungewöhnlich viele Menschen in Deutschland Zuflucht suchten, stieg die Zahl der registrierten Einreise-, Ausweis- und ähnlichen Delikte um 170 Prozent.
Von Jös

DER SPIEGEL 20/2016
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