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BundespräsidentMerkel will eigenen Kandidaten

Die Union will bei der Wahl zum nächsten Bundespräsidenten mit einem eigenen Kandidaten antreten, falls Joachim Gauck, 76, keine zweite Amtszeit anstrebt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wisse, dass die Partei das von ihr erwarte, heißt es in ihrem Umfeld. Kurz vor der Bundestagswahl könne die Union aus taktischen Gründen weder einen gemeinsamen Kandidaten mit der SPD noch mit den Grünen präsentieren. Als aussichtsreicher Bewerber aus Unionsreihen gilt Bundestagspräsident Norbert Lammert. Er würde von der Fraktionsspitze mitgetragen und könnte auch mit der Unterstützung der CSU-Führung rechnen. Gaucks Amtszeit endet im kommenden Jahr. In der Union rechnet man damit, dass das Staatsoberhaupt aus Altersgründen nicht weitere fünf Jahre im Amt bleiben will. Die Union hätte in der Bundesversammlung, die den Präsidenten wählt, keine absolute Mehrheit. Sie müsste darauf hoffen, ihren Kandidaten im dritten Wahlgang durchzusetzen, in dem die relative Mehrheit reicht.
Von Ran

DER SPIEGEL 23/2016
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