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DER SPIEGEL

KlimaÖko-Aktivisten verweigern sich

Die großen Umweltorganisationen in Deutschland wollen die Beratungen zum Klimaschutzplan 2050 boykottieren. Greenpeace, BUND, WWF und der Naturschutzbund Deutschland bleiben den in der kommenden Woche beginnenden Anhörungen fern, die das Bundesumweltministerium organisiert. Die Verbände protestieren damit gegen die Streichung von konkreten CO2-Einsparzielen und Klimaschutzmaßnahmen durch das Bundeswirtschaftsministerium und das Kanzleramt. Der Klimaschutzplan war mit breiter Beteiligung von Bürgern, Verbänden und der Wirtschaft entwickelt worden. Ein zentrales Ergebnis war, dass der Ausstieg aus der Kohleverstromung schnell geschehen müsse. "Merkel muss das anerkennen und umsetzen, anstatt den Klimaplan zu verwässern", kritisiert Greenpeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer. Der Soziologe Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin warnt in einer noch unveröffentlichten Expertise, durch die Streichung der Ziele werde "die ohnehin schon vorhandene Entfremdung zwischen Bürgerschaft und politischer Klasse" weiter verstärkt.
Von Gt

DER SPIEGEL 39/2016
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