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Deutsche BahnPofalla kämpfte um Chefposten

Der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla wollte nach dem Rücktritt von Rüdiger Grube offenbar unbedingt Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn werden. "Er hat mächtig gekämpft", heißt es im Umfeld des Konzerns. Erst als Pofalla im Laufe des Februar klar geworden sei, dass er nur über geringe Chancen verfügt, habe er für den kommissarischen Chef Richard Lutz als dauerhaften Grube-Nachfolger geworben. Der gut vernetzte Pofalla hatte wohl unterschätzt, wie gering die Unterstützung für seine Beförderung zum jetzigen Zeitpunkt war. Sowohl Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) als auch die Gewerkschaft EVG und der Koalitionspartner SPD sollen sich gegen die Personalie ausgesprochen haben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fiel ebenfalls als Unterstützerin aus. "Sie hat Pofalla klargemacht, dass sie derzeit keinen zusätzlichen Ärger gebrauchen kann", sagt ein Insider. Merkel habe befürchtet, im Wahlkampf mit dem Vorwurf konfrontiert zu werden, einen Vertrauten auf einen gut dotierten Posten gehievt zu haben.
Von Böl

DER SPIEGEL 12/2017
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